Steinen Ja zu Kindergarten, Schule und Boardinghouse

Steinen - Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag den Bebauungsvorschlägen der AB-Gemeinde, der Freien Evangelischen Schule Lörrach und der MAWO Bau- und Handelsgesellschaft aus Wittlingen für den Gewerbestreifen im Baugebiet „Alte Weberei“ zugestimmt. An sie werden auch die benötigten Flächen verkauft.

Dem Votum war eine kurze Vorstellung der Pläne der drei Bewerber vorausgegangen. Erich Baumann, Geschäftsführer der Siedlungswerkstatt, stellte das Bauvorhaben der MAWO vor. Ihr Projekt hat eine Nutzfläche von 1650 Quadratmeter, die sich in 900 Quadratmeter Gewerbefläche und 750 Quadratmeter Boardinghouse aufteilen. Die in der Mitte des Gebäudes geplante Passerelle schaffe eine schöne Durchlässigkeit nach Süden, so Baumann. Im Untergeschoss soll eine Tiefgarage mit 23 Parkplätzen entstehen, oberirdisch sind 19 Parkplätze geplant.

MAWO-Geschäftsführer Volker Fischer erinnerte daran, dass er ursprünglich zwei Gebäude errichten wollte. Geplant waren 100 Appartements im Boardinghouse. Ein potenzieller Betreiber riet ihm davon ab; Steinen sei für eine so groß dimensionierte Unterbringung nicht der richtige Standort. Die Anzahl der Zimmer wurde daher von 100 auf 32 reduziert. Aus zwei Gebäuden wurde schließlich ein Gebäude, das je zur Hälfte Appartements und Geschäftsräume beinhalten soll.

Ein Boardinghouse ermöglicht temporäres Wohnen. Die einzelnen Appartements sind bei drei Meter Breite und bis zu acht Meter Tiefe bis zu 25 Quadratmeter groß, haben ein Bad, eine Küche und einen Wohnbereich. Von Gewerbe (Büros, Praxen und Apotheke) und Boardinghouse erwartet der Investor keine Lärmentwicklung.

„Mein Ziel ist es, auch Ärzte mit ins Haus zu holen“, betonte Fischer. Und möglicherweise ein Sanitätshaus. Fischer ist derzeit noch mit drei Medizinern im Gespräch. „Weiteres kann ich Ihnen jedoch noch nicht mitteilen, die Verträge sind noch nicht unterschriftsreif“, so Fischer weiter.

Architekt Jürgen Moser stellte das Bauvorhaben der AB-Gemeinde vor. Das viergeschossige Gebäude beinhaltet eine viergruppige Kindertagesstätte mit je zwei Gruppen für U3 und Ü3 und 70 Kindern. Ferner einen Saal für bis zu 250 Personen, der auch als Tagungsraum genutzt werden kann. Er ist über ein Foyer im Erdgeschoss erreichbar. Entstehen sollen auch Wohnungen für Mitarbeiter oder zwei zusätzliche Gruppenräume. Der Schulhof der FES soll bei Abwesenheit der Schüler als Reserveparkplatz für die AB-Gemeinde genutzt werden. „Die AB-Gemeinde prüft auch, ob es eine Tiefgarage geben soll“, sagte Moser. Hier könnten 23 Stellplätze für Wohnungen und Bewohner des Areals „Alte Weberei“ entstehen.

Die Freie Evangelische Schule Lörrach will im Gebiet „Alte Weberei“ eine Grundschule errichten. Architekt ist wie beim benachbarten Gemeindezentrum der AB-Gemeinde Jürgen Moser aus Lörrach. Die Lehranstalt umfasst drei Geschosse. Im Erdgeschoss sind Räume für das Lehrpersonal, die Schulleiter, den Hausmeister und das Sekretariat geplant. Auch ein 60 Quadratmeter großer Raum für die Betreuung der Kinder in der Kernzeit findet man dort. Im ersten Obergeschoss können Kinder in den vier Klassenräumen mit jeweils einem kleineren Gruppenarbeitsraum unterrichtet werden. Ein Raum auf dieser Ebene kann als Materiallager beziehungsweise Bibliothek genutzt werden. Weitere vier Klassenräume sind für das zweite Obergeschoss vorgesehen. Alle acht Klassenräume sind laut Plan 56 Quadratmeter groß.

Bürgermeister Gunther Braun versicherte, dass der Strommasten im Baugebiet „Alte Weberei“ zurückgebaut werde. Derzeit sei der Stromversorger noch in der Detailplanung. Es sei noch unklar, wo der neue Masten, der auch Höllstein versorgen müsse, stehen werde, so der Bürgermeister.

CDU-Fraktionsvorsitzender Marc Sutterer nannte die AB-Gemeinde einen wertvollen Standortfaktor für Steinen. „Wir unterstützen die AB-Gemeinde ausdrücklich“, fügte er hinzu. Ulrike Mölbert, Fraktionsvorsitzende der Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf, betonte die Notwendigkeit des Kindergartens. Rudolf Steck, Fraktionsvorsitzender der SPD, hätte sich gewünscht, dass dem Bau einer neuen Schule (durch die FES) ein Schulentwicklungsplan vorausgegangen wäre. Einstimmig wurde den Bebauungsvorschlägen der drei Bewerber zugestimmt.

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