Steinen Kein Herz blieb kalt am Waldesrand

Strahlende Gesichter beim Teatro Vento nach der gelungenen Premiere: Carmine Melino, Claudia Palladino, Bernd Futterer, Yvonne Trautmann, Lydia Müller und Jana Bühler (von links). Foto: Gabriele Poppen Foto: Markgräfler Tagblatt

„Das kalte Herz“. Regie: Annarita Vintan. Darsteller: Lydia Müller (Lisbeth), Yvonne Trautmann (Peters Mutter/Tanzbodenkönig), Claudia Palladino (Peter Munk), Jana Bühler (Glasmännlein), Carmine Melino (Holländermichel/Ezechiel), Bernd Futterer (Lisbeths Onkel).

Von Gabriele Poppen

Steinen-Hägelberg. Abenddunkler Wald und eine zeitlose Geschichte um Gier und Geiz, um gute und böse Waldgeister und ihren Einfluss auf die Menschen. Diese spannungsvolle Mischung und das intensive Spiel der Darsteller sorgten an der Hägelberger Waldschänke immer wieder für Szenenapplaus bei der ersten Vorstellung des Theaterstücks, das Annarita Vintan nach einer Erzählung von Wilhelm Hauff inszeniert hat.

„Ist es nicht besser, zufrieden zu sein, als Geld, Güter und ein kaltes Herz zu haben?“ So lautete die Frage, die die Schauspieler der Hägelberger Theatergruppe in der Schlussszene an ihr Publikum richteten. Dieses war der ungemütlichen Witterung zum Trotz zahlreich am Waldfestplatz erschienen, mit dicken Jacken und Decken. Alle Plätze unter der neuen Überdachung waren belegt, und so erlebten die Zuschauer im Trockenen die Geschichte um den Schwarzwälder Peter Munk.

Unzufrieden mit seinem Stand als armer Köhlerbursche und mit dem innigen Wunsch, den Onkel der schönen Lisbeth um deren Hand zu bitten und gemeinsam ein angenehmeres Leben zu führen, sucht er im Wald das Glasmännchen auf. Zwei Wünsche bekommt Sonntagskind Peter vom Glasmännchen erfüllt, und so wird aus dem Kohlenpeter zwar ein besserer Tänzer als der Tanzbodenkönig, ein wohlhabender Mann, und er kann auch Lisbeth endlich heiraten. Doch mit Unvernunft gewünscht, ist sein Reichtum nicht von Dauer. Geknickt und wütend auf das Glasmännchen wendet er sich dunklen Mächten zu, dem boshaft fiesen Holländermichel.

„Gib mir dein Herz, und alle deine Seelenqualen werden ein Ende haben“, verspricht der dunkle Waldgeist dem Peter, der sich überreden lässt und sein warmes Herz gegen einen kalten Marmelstein eintauscht. Doch freuen kann er sich an den dadurch neu erworbenen Reichtümern nicht, und geizig wird er wie kein Zweiter. Als er in Wut über eine Mildtätigkeit von Lisbeth gegenüber einem Gast seine eigene Frau erschlägt, scheint es keine Hoffnung mehr für Peters Glück zu geben.

„Wichtig ist bei Teatro Vento vor allem der Teamgedanke“, betonte Annarita Vintan, die die Theatergruppe vor 20 Jahren gegründet hat, vor der Premiere. Sowohl Schauspielneulinge als auch erfahrene Darsteller bringen hier gemeinsam eine Geschichte auf die Bühne. Dass viel Herzblut in der Umsetzung dieser Jubiläumsaufführung des Teatro Vento steckt, war für die Zuschauer deutlich zu spüren. Auch eindrucksvolle Licht- und Toneffekte (Licht und Technik: Detlef Hann) und zwei eigens aufgenommene Lieder („Kohlenmunk Lied“ von Mario Hann, „Lisbeth Lied“ von Lara Hann) verstärkten die Wirkung des Stücks, welchem die Geschichte der Flößer, Köhler, Glasbläser und Uhrmacher im Schwarzwald zugrunde liegt.

„Der Regen war eine Herausforderung“, meinte Lisbeth-Darstellerin Lydia Müller nach der Premiere. Das kraftvolle Schauspiel der Gruppe aus Hägelberg ließ das Publikum den Regen aber ganz vergessen, der von Beginn an auf die Darsteller niederging. Welches Ende es mit dem Köhlerburschen Peter Munk und seiner Lisbeth genommen hat? Die Antwort darauf gibt das Teatro Vento an vier noch folgenden Aufführungen an der Schönen Aussicht in Hägelberg.

Nächste Vorstellungen (mit Ausschank und Snack) auf dem Waldfestplatz an der Schönen Aussicht in Hägelberg: Freitag, 18. September, 20 Uhr; Sonntag, 20. September, 19 Uhr; Samstag, 3. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 4. Oktober, 19 Uhr.

Kartenreservierung unter Tel. 07621/1627 295 oder per E-Mail an: avintan@online.de.

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