Steinen Keine „faulen Kompromisse“ mehr

SPD-Vorsitzender Martin Kicköfen erläuterte die Vorstellungen der Genossen zur Verkehrslage. Foto: Hans- Jürgen Hege

Steinen - Die SPD in Steinen ist des Wartens müde. Mit einem Vorschlag zur Bewältigung der immensen Verkehrsprobleme ihrer Gemeinde gehen sie in die Offensive. Ihr Interesse gilt in erster Linie Kindern und alten Menschen. In deren Sinne wollen sie Bahnhofstraße und Wiesenstraße beruhigen und den innerörtlichen Bereich attraktiver machen.

Ihr Favorit: Eine „Zweibrückenlösung“ im Westen über Bahn und Wiese statt der angedachten Variante eines Bahnübergangs in der Daimlerstraße und einer Brücke beim Spielwarengeschäft Fenno. Der SPD-Vorschlag sei, so hieß es bei einem Pressegespräch am Montag in der Steinenberghalle in Schlächtenhaus, „das Ergebnis einer Sammlung von Ideen, die bereits vor den Kommunalwahlen 2019 unter Mitwirkung der Agendagruppen und zahlreicher Bürger entstanden ist“.

Die SPD habe sich entschlossen, nach vielen Jahren oder gar Jahrzehnten „keine faulen Kompromisse, die Steinen von oben aufgezwungen werden sollen“, zu dulden. Forsch bläst die Fraktion mit ihrem Sprecher Rudolf Steck und der Ortsverband mit dem Vorsitzenden Martin Kickhöfen zur Attacke.

Lösung wird nicht billig

Man erwarte eine dauerhafte Lösung für Steinen. Und obwohl man wisse, dass der Vorschlag nicht billig zu realisieren sein wird, plädiere die SPD für eine derartige Lösung. Die Ziele, die die Gemeinde für ihre Bürger verfolge, würden auch große Investitionen rechtfertigen.

 Gerade jetzt, nachdem die Bauarbeiten in Hauingen schon weit fortgeschritten sind, die Umlegung der L 138 in greifbare Nähe rückt und Verkehrsuntersuchungen bei Steinen unmittelbar bevorstehen, sei der richtige Zeitpunkt, den erarbeiteten Planungsvorschlag zu präsentieren, meinte Rudolf Steck und wies darauf hin, dass sich die neue Planungsvariante nicht nur der Unterstützung des gesamten Ortsvereins, sondern auch der von Rainer Stickelberger (MdL) und Herbert Baier (Kreisrat) erfreue.

Steck und Kickhöfen betonten unisono, dass sie sich zwar auf Gespräche, aber keinesfalls auf Experimente einlassen werden. Sie versicherten, dass das Regierungspräsidium, das in diesem Fall die Planungshoheit habe, offen für Vorschläge aus der Gemeinde sei.

Rainer Eiche erinnerte daran, dass das Regierungspräsidium sogar Einflussnahmen der Kommune erwarte. Immerhin habe man schon mehrmals angedeutet, dass die Gelder, die in dieses Projekt investiert werden müssten, auch an anderer Stelle durchaus sinnvoll eingesetzt werden könnten, was als Wink mit dem Zaunpfahl gewertet wird.

 Aber: Außer den Ansätzen aus dem Büro „Regioplan“ sei „noch nichts von einem sogenannten Masterplan zu sehen gewesen“, so Steck. Er habe keineswegs das Gefühl, dass sich von Seiten der Gemeinde etwas Zukunftsfähiges bewegt. Viele der bisherigen Vorstöße seien von den Genossen ausgegangen.

Rainer Stickelberger habe Kontakte zur Bundesbahn geknüpft und erreicht, dass die Bahn, der schließlich an einem störungsfreien Betrieb der Strecke ohne große Verkehrsbehinderungen durch ständig schließende Schranken gelegen sei, ihre Bereitschaft zu Gesprächen signalisierte.

Rückstaus befürchtet

Die Pläne zeigen zunächst die Problemzonen jetziger Lösungsansätze beziehungsweise Gegebenheiten. Wenn der Bahnübergang beim Bahnhof geschlossen und die jetzige Wiesenbrücke nur noch für den Fuß- und Radverkehr nutzbar ist, wird sich der Blick zunächst auf den Bahnübergang Bahnhofstraße/Wiesenstraße konzentrieren.

Bei der Brücke bei Fenno verhindere ein viel zu enger Radius reibungslosen Straßenverkehr. Und am Bahnübergang Bahnhofstraße/Wiesenstraße   seien erhebliche Rückstaus nicht zuletzt wegen der Schranken zu befürchten. Das, so Steck, berge die Gefahr, dass Verkehrsteilnehmer Staus und Behinderungen über Umwege durch benachbarte Straßen innerorts umfahren.

Alle diese Probleme will die SPD mit dem Vorschlag lösen, den anschließend Martin Kickhöfen vorstellte. Im Mittelpunkt: die Zweibrückenvariante, die im Westen Steinens Brücken über die Bahnlinie und über die Wiese vorsieht und Grundlage der Diskussionen sein soll, an deren Ende die Realisierung der Lösung stehen soll, auf die Steinens Bevölkerung seit Jahrzehnten wartet.

Fest stehe: „Wenn der jetzige Übergang beim Bahnhof geschlossen und der Übergang in Höhe der Daimlerstraße offen bleibt, verlagert sich das Problem nur und behindert die Bahn in ihren Entwicklungsmöglichkeiten“, sagte Kickhöfen, der befürchtet, „dass der Bereich Daimlerstraße gar nicht geeignet ist, Lkw-Verkehr in größerem Umfang abzuleiten“.

Nach Meinung der Genossen sollten die zu treffenden Maßnahmen aber keine neuen Probleme, sondern größtmögliche Freiheiten schaffen. „Das allein sollte unser Ziel sein“, betonte der SPD-Vorsitzende.

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