Steinen Kindergartenneubau:

Vor dem Hintergrund fehlender Kindergartenplätze befasste sich der Steinener Gemeinderat in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause mit möglichen Standorten für einen fünfgruppigen Neubau.

Von Harald Pflüger

Steinen. Vor knapp einem Jahr hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, für einen Kindergartenneubau die Standorte auf dem ehemaligen Minigolfplatz beim Schwimmbad und im Wolfischbühl in Steinen sowie neben dem Dorfgemeinschaftshaus in Hägelberg untersuchen zu lassen. Der Standort Alte Weberei wurde bei der Untersuchung außen vor gelassen, weil dort mit der AB-Gemeinde ein privater Investor einen Neubau plant (wir berichteten). Bei der Standortuntersuchung für einen fünfgruppigen Kindergarten urteilte Erich Baumann von der Siedlungswerkstatt Konstanz nach Kriterien wie Anbindung, Wirtschaftlichkeit, Zentralität und Freiraumqualität.

Standorte

Der Standort Wolfischbühl (Steinen-Ost) liegt eingebettet in einem Wohngebiet und hat kaum Parkmöglichkeiten. Aufgrund des kleinen Grundstücks ist eine zweigeschossige Bauweise erforderlich. Für den Standort spricht dessen zentrale Lage. Die wiederum schränkt die Freiräume ein.

Der Standort Hägelberg (Nähe Dorfgemeinschaftshaus und Sportplatz) besticht durch seine gute Erschließung, die ein wirtschaftliches Bauen ermöglicht. Auch die Umgebung ist für den Architekten optimal. Ein Nachteil ist die größere Entfernung zu den angrenzenden Wohngebieten. Der Standort Schwimmbad ist ebenfalls gut zugänglich, und ein wirtschaftliches Bauen ist möglich. Allerdings könnten die Parkplätze während der Schwimmbadsaison knapp werden. Als „unschön“ fließt in die Bewertung die Umgebung (Gewerbebauten, Parkplatz und Straße) ein. Hier dürfte sich die Situation mittelfristig verbessern.

Baumann kam bei der Untersuchung der verschiedenen Standorte zu dem Ergebnis, dass sich das Grundstück an der Peripherie Hägelbergs am besten für einen Kindergartenneubau eignet.

Debatte

Ulrike Mölbert (Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf) hielt Hägelberg aufgrund der Lage für den am wenigsten geeigneten Standort für einen neuen fünfgruppigen Kindergarten mit rund 100 Kindern. Dies würde zusätzlichen Verkehr in die Kirchstraße bringen, weil kaum jemand sein Kind mit Fahrrad und Kinderanhänger auf den Berg fahren werde. Dass beim Kindergarten in Hägelberg ebenso wie dem in Hüsingen Handlungsbedarf besteht, stellte Mölbert nicht in Abrede.

Dem widersprach Gabriele Kaiser-Bühler (CDU). Die Hägelberger Ortsvorsteherin sagte, dass mangels Kindergartenplätzen - statt der benötigten drei Gruppen gibt es nur eine - schon heute Eltern ihre Kinder nach Steinen fahren müssten. So gesehen könne von einer Verkehrszunahme keine Rede sein. Vergessen dürfe man auch nicht, dass in dem Ortsteil in absehbarer Zeit zwei Baugebiete entstehen werden und mit einer Zunahme der Kinderzahl zu rechnen ist.

Dass bei den Kindergärten in Hägelberg und Hüsingen Handlungsbedarf besteht, bekräftigte noch einmal Marc Sutterer (CDU).

Bürgermeister Gunther Braun hingegen verteidigte den Standort Hägelberg und verwies auf den geplanten Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Dass künftig mehr Busse nach Hägelberg fahren werden, bezweifelte wiederum Stephan Mohr von der Gemeinschaft für ein lebenwertes Dorf. Für ihn ist ein Kindergartenneubau in dem Sackgassendorf „ökologischer und ökonomischer Unsinn“.

Zur Ehrenrettung des Planers warf Rudolf Steck (SPD) ein, dass es der Gemeinderat gewesen sei, der die Standorte vorgegeben habe. Steck sagte, dass in der Fraktion diskutiert wurde, wo in der Zukunft ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen sei. Sie sei zu dem Ergebnis gekommen, dass dies Höllstein und Hüsingen seien.

Ideen, mit Blick auf den von einem privaten Investor geplanten Kindergarten im Baugebiet „Alte Weberei“ eine Nummer kleiner zu bauen, erteilte Sven Schreiber eine Absage. Es mache Sinn, in großen Gruppen zu denken.

Ausblick

Eine Entscheidung fiel am Dienstagabend nicht. Dass ein neuer Kindergarten nicht von heute auf morgen gebaut machen kann, machte Bürgermeister Gunther Braun am Ende der Debatte deutlich. Braun sprach von einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren.

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