Steinen Kinderpornos besessen und verbreitet

Wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie musste sich ein Mann vor Gericht verantworten. Foto: Markgräfler Tagblatt

Steinen - Am Montag fiel vor dem Amtsgericht Lörrach das Urteil gegen einen älteren Mann wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie. Ein Jahr auf Bewährung lautete das Urteil. Dazu kamen mehrere Bewährungsauflagen.

Die Hauptverhandlung hatte bereits am 25. Juni begonnen. Doch der Angeklagte war bereits am ersten Verhandlungstag nicht erschienen und musste von der Polizei vorgeführt werden. Auch zum zweiten angesetzten Verhandlungstermin kam der Angeklagte nicht, so dass jetzt ein dritter Anlauf nötig war. Amtsrichter Dietrich Bezzel hatte vorsorglich gleich die polizeiliche Vorführung angeordnet. So wurde der Angeklagte von zwei Polizisten in den Verhandlungsraum geführt.

Zwei Wohnungsdurchsuchungen, am 16. Mai 2017 und am 10. April 2018, hatten stattgefunden. Bei beiden Durchsuchungen wurden mehrere Datenträgern mit jeweils über 1000 Bildern mit Kinderpornos gefunden.

Unklarheiten gab es zuletzt bei den jeder Datei zugeordneten Zeitstempeln, die über den Zeitpunkt der Speicherung Auskunft geben. Ein Ermittlungsbeamter schilderte die Vorgehensweise bei der Auswertung so vieler Dateien. Die Mediendateien würden von einer speziellen Software eingelesen und kopiert. Dabei würde der Zeitstempel verändert. Bei der nochmaligen Überprüfung der Originaldatenträger hätte sich bestätigt, dass die im April 2018 gefundenen Dateien alle erst nach der ersten Durchsuchung gespeichert worden sind.  Ob die Mediendateien aus dem Internet heruntergeladen oder von einem anderen Datenträger kopiert worden seien, ließe sich nicht feststellen.

Nach dieser Aussage stand fest, dass sich der Angeklagte nach der ersten Durchsuchung erneut Bilder besorgt hatte, es sich also um zwei einzelne Taten handelt. Der Angeklagte wurde wegen Kindesmissbrauch vor 19 Jahren bereits zu einer längeren Bewährungsstrafe und wegen Besitz von Kinderpornografie zu einer Geldstrafe verurteilt. Da bereits die Vernehmung des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, wurden auch die Plädoyers von Staatsanwalt und Verteidiger in geschlossener Sitzung gehalten.

„Der Angeklagte hat zahlreiche kinderpornografische Bilder auf Speichermedien und teilweise auch auf Papierausdrucken besessen“, fasste Richter Dietrich Bezzel in der Urteilsbegründung zusammen. Er sprach von „desolaten Lebensverhältnissen“ des Beschuldigten. Die Schuld setzte Bezzel recht hoch an: „Nur wo ein Markt ist, werden solche Taten verübt.“

Neben der Freiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, muss der Angeklagte 100 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten, sechs Beratungsgespräche führen und sich der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellen.

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