Steinen Kirche bleibt wohl vorerst stehen

Maximilian Müller
Die ehemalige neuapostolische Kirche an der Kanderner Straße Foto: Maximilian Müller

Steinen - Die ehemalige neuapostolische Kirche an der Kanderner Straße bleibt wohl noch etwas stehen. Der Bau- und Umweltausschuss lehnte in seiner jüngsten Sitzung den Antrag eines Investors aus dem Raum Stuttgart zum Abriss des Gebäudes und zum Neubau eines Mehrfamilienhauses dort ab.

Anwohner kommen in die Sitzung

In die Sitzung waren auch Anwohner gekommen, die sich sichtlich nicht mit dem Vorhaben anfreunden konnten. Geplant war ein Gebäude mit zwei Vollgeschossen und einem zurückgesetzten Attika-Geschoss samt Flachdach und Tiefgarage. Von acht Wohneinheiten war in dem Antrag die Rede.

Schwierig sei bei dem Antrag vor allem das Thema „Einfügen in die Umgebung“ gewesen, sagte Patrik Riesterer vom Bauamt. Er habe sich dabei auch mit dem Kreisbaumeister in der Angelegenheit abgestimmt. Dabei ging es auch um die Höhe des Gebäudes. Sie seien beide der Meinung gewesen, dass das hohe Gebäude auf der anderen Seite der Straße nicht ausreiche, um auch am Platz der ehemaligen Kirche hoch zu bauen. Die breite Straße habe da eine abtrennende Wirkung. Auch die hohen Gebäude im Gebiet „Steinen Ost II“, das derzeit geplant werde, spiele da keine Rolle, sagte Riesterer. Man müsse von den Häusern in der direkten Umgebung ausgehen, und da füge sich das geplante Gebäude nicht ein.

Zudem gab er zu Bedenken, dass das Haus zu nahe an einem Wassergraben geplant sein könnte. Auch das spreche gegen eine Genehmigung. Die Stellungnahme der Wasserwirtschaft liege aber noch nicht vor.

Rainer Eiche (SPD) sagte, in der Fraktion sei man sich nicht 100-prozentig einig, das Vorhaben in der Form abzulehnen. Man könne mit so einem Gebäude leben, vor allem angesichts der Tatsache, dass Wohnraum derzeit knapp sei. Bei den Anwohnern, die in die Sitzung gekommen waren, regte sich da Protest. Norbert Götz (CDU) schloss sich der Meinung Riesterers an. Eine solche Bebauung gehe dort nicht. Er könne mit einer Ablehnung leben, sagte Rainer Dürr von der Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf. Sieben Mitglieder des Ausschusses stimmten dafür, den Antrag abzulehnen, eines enthielt sich.

Die Stellungnahme des Ausschusses geht nun ans Baurechtsamt am Landratsamt, das dann eine Entscheidung trifft, erläuterte Riesterer auf Nachfrage unserer Zeitung im Nachgang der Sitzung.

Der Investor kann, wenn die Behörde der Argumentation der Gemeinde folgt, dagegen klagen oder neue Pläne vorlegen.

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