Steinen Künftige Struktur selbst gestalten

Gudrun Gehr
In der Kirche in Hofen fand die außerordentliche Versammlung der Kirchengemeinden Vorderes und Oberes Kleines Wiesental statt. Foto: Archiv

Im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag stand eine außerordentliche Versammlung der beiden Kirchengemeinden des Kleinen Wiesentals an. Hier sollte den Mitgliedern die Möglichkeit gegeben werden, sich zu der anstehenden Strukturreform und der Vereinigung der beiden Kirchengemeinden zu äußern.

Von Gudrun Gehr

Steinen/Kleines Wiesental. Die beiden Teile der Kirchengemeinde sind das Obere Kleine Wiesental mit den Ortsteilen Bürchau, Elbenschwand, Neuenweg, Raich, Sallneck, Tegernau, Wies und Gresgen. Das Vordere Kleine Wiesental umfasst die Orte Wieslet, Enkenstein, Weitenau, Hofen, Schlächtenhaus, Kirchhausen, Lehnacker und Endenburg.

Versammlungsleiter Hans- Willi Dürr erklärte, dass sich der Verband als Verein 1962 gründete, also nunmehr seinen 60. Geburtstag feiert. Ursprünglich gründete sich der Verband wegen der Arbeit der Schwestern, ab den 1970er Jahren kam die segensreiche Arbeit in den Kindergärten hinzu.

Kirchenälteste Birgit Dreher erläuterte die Besteuerung des Verbands mit derzeit 19 Prozent, was künftig nicht mehr zu stemmen sei. Viele Schnittstellen bestehen zwischen den beiden Kirchengemeinden, darunter das Projektbüro, die Trägerschaft der Kindergärten, der Lipple-Gottesdienst oder der Krankenpflegeverein.

Verbandsvorsitzender Christian Rave berichtete, dass die Landeskirche bis in zehn Jahren über etwa ein Drittel weniger Einkommen und Personal verfügen wird. Er sagte: „Wir wollen nicht abwarten, bis von oben entschieden wird, was nun geschieht. Deshalb wollen wir selbst gestalten.“

Die Arbeit könnte so „verschlankt“ werden, die Verwaltungstätigkeiten würden gebündelt. Weiterhin sollen jedoch zwei Pfarrgemeinden existieren. Er erklärte: „Nach staatlichem Recht wäre das neue Dach eine Kirchengemeinde, die noch keinen Namen hat.“

Die Versammlung habe man einberufen, um ein Stimmungsbild der Gemeindemitglieder zu erhalten. Die Meinungen der Mitglieder seien für die Entscheidung bei der Verbandsversammlung am 27. Februar wichtig.

Einige Teilnehmer plädierten für den Anschluss an die größere nachbarschaftliche Kirchengemeinde in Steinen. Kirchenältester Dietmar Polster erwähnte, dass dort zahlreiche Hauskreise und mehrere Gottesdienste erfolgen, das aktive Gemeindeleben würde dort in vielen Fällen ehrenamtlich erfolgen. In Steinen sei wesentlich mehr „Action“. Hier in Hofen hätten sich zur Gemeindeversammlung lediglich rund drei Prozent der etwa 1200 Kirchenmitglieder der beiden Gemeinden eingefunden, was das Desinteresse der Mitglieder anzeigen würde.

Der pensionierte Pfarrer und Amtsvertreter Wolfgang Gehring aus Steinen warnte: „Alles sieht im Werbeprospekt so toll aus, auch in Steinen sind die Gemeindeversammlungen nicht überlaufen.“ Man solle nicht nur auf andere schielen.

Eine Befragung der anwesenden Gemeindemitglieder ergab ein mehrheitliches Votum mit 23 Stimmen zugunsten der Fusion der beiden Kirchengemeinden bei zwei Enthaltungen.

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