Steinen Kulinarischer Spaziergang durch die Küchenlandschaft

Steinen (ib). Zuerst essen und dann trommeln? Oder erst trommeln und dann essen? Oder zunächst den bunten Trubel beobachten, dabei essen und sich später am Gesellschaftsspiel beteiligen? Mancher Besucher hatte die Qual der Wahl beim Sommerfest in der Flüchtlingsunterkunft.

An die einhundert Interessierte fanden sich am Sonntag in der Unterkunft für 70 Flüchtlinge am Rand des Gewerbegebiets ein. Viele kamen mit Kuchen oder Salat, und auch die Bewohner des Containerquartiers hatten gekocht und gebacken. Einem kulinarischen Spaziergang durch die internationale Küchenlandschaft glichen die vielen Schüsseln und Töpfe, Schalen und Teller.

Alle Aufmerksamkeit zog die lange Tafel auf sich. Man ließ es sich munden, probierte und testete, um festzustellen, wie gut alles schmeckt. Neugierig inspiziert wurde ein Blech mit spiralartigem Ölgebäck, das fast restlos verputzt werden sollte. „Muschabak“ heiße das syrische Dessert, erklärt ein junger Mann, der den Besucher bat, nicht englisch sondern deutsch zu sprechen. „Einer der Jungs, die keine zwei Jahre da sind, sich aber deutsche Plaudertasche nennen können“, schilderte Sabrina Grether vom Sozialarbeiterteam. Sie lauschte geduldig, sicherte Hilfe zu, obwohl er zu den Ehemaligen gehört, denjenigen, die bereits im Arbeitsalltag des Umlands (bis Müllheim) integriert sind.

Die früheren Bewohner zu sehen, freute auch Gerhard Pfänder von der evangelischen Freikirche, eine der Organisationen, die Flüchtlingsarbeit betreiben. Nach Begegnungs-Kaffees und Begegnungs-Grillen kam es zum Sommerfest, mit dabei die Initiative Nachbarschaftshilfe. Endress+Hauser Maulburg spendierte laut Pfänder Kartoffelsalat und Putensteaks. Viele Helfer kamen, etwa das Ehepaar Kwasny, das mit Bewohnern Hackfleisch vorbereitete. Zwei Küchen standen zur Verfügung. Sie waren das Herzstück des Miteinanders der Nationen.

Annähernd im Griff hatte Bürgermeister Gunther Braun eine der Trommeln. Er sei ein totale Anfänger, meinte er, um dann forsch zu trommeln. Sein Motto: einfach nachahmen, was Profitrommler Badou neben ihm vorgibt. Danja und Scham, zwei kleine tanzende Mädchen, folgten flott dem Rhythmus, der ihnen im Blut liegt.

Im Freisitz im Grünen hinter dem Gebäude ging es neben Geplauder und Genuss auch um ernste Themen. Hier war Hägelbergs Ortsvorsteherin Gabriele Kaiser-Bühler (Steinen hilft) anzutreffen sowie Pfarrer Kai Thierbach von der evangelisch-lutherischen Gemeinde und Monika Milite (AWO). Ungeklärt sei die Wohnungsfrage, neben der Jobsuche eine weitere Herausforderung, hieß es am Sonntag. Bürgermeister Gunther Braun wertete es als positives Zeichen, eine friedliche Flüchtlingsgemeinde zu haben. Trotz unterschiedlichen Glaubens und räumlicher Enge klappe es im Alltag. Zufriedene Miene zeigte auch Christine Meinzer-Folk vom Caritasverband als Partner der Kommune.

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