Steinen Leere Straßen, geschlossene Läden

Die Corona-Krise bringt das öffentliche Leben fast zum Erliegen. Das ist in Steinen nicht anders als in Stuttgart oder Berlin.

Von Harald Pflüger

Steinen. Es ist ein sonniger, aber frischer Dienstagmorgen. Die Temperaturen liegen knapp über dem Gefrierpunkt. Die Straßen wirken wie ausgestorben. Nur vereinzelt sind Fußgänger zu sehen. Offensichtlich trägt der Appell der Bundesregierung, zu Hause zu bleiben, Früchte.

Kontaktverbot

Deutschland versucht, das Coronavirus mit einer Kontaktsperre für zunächst zwei Wochen aufzuhalten. Mehr als zwei Menschen dürfen sich nicht zusammen draußen aufhalten - es sei denn, es sind Angehörige aus dem gemeinsamen Haushalt. Außerdem ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, um die Coronavirus-Ausbreitung zu reduzieren.

Regio-S-Bahn

Die Bahnschranken schließen sich auch am Dienstagmorgen im vertrauten Rythmus. Bislang fahren die Linien S5 und S6 der Regio-S-Bahn wie gewohnt. Ab dem 30. März gilt ein Sonderfahrplan. Auf ihrer Internetseite gibt die SBB als Betreiber der Strecke Verhaltensregeln, die mittlerweile jedem in Fleisch und Blut übergegangen sein müssten: Gründlich Hände waschen. Hände schütteln vermeiden. In Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen. Abstand halten.

Einkaufen

Die Lebensmittelmärkte sind geöffnet, auch Frühstücksbrötchen sind zu haben. Offen haben ebenfalls die Apotheken. Andere Geschäfte müssen aufgrund der gesetzlichen Vorschriften geschlossen bleiben – und sind es auch. Ebenso wie die Gastronomiebetriebe, in deren Gartenwirtschaften die Stühle hochgeklappt sind.

Warteschlange

Einzig vor der Postagentur bildet sich eine Warteschlange, die bis auf die Straße reicht. Die Kunden müssen nicht extra aufgefordert werden, einen Sicherheitsabstand einzuhalten, sie tun es von sich aus. Apropos Postagentur. Dort künden sich einschneidende Änderungen an, nachdem die Betreiberin den Pachtvertrag zum 31. April gekündigt hat.

Schulen, Kindergärten

Außergewöhnlich still ist es auf den Pausenhöfen des Meret-Oppenheim-Schulzentrums, den Freiflächen der Kindergärten und auf den Spielplätzen. Gesperrt, steht auf dem Schild, das am Eingangstor des Fröbelspielplatzes hängt. Nur wenige Kinder nutzen am Schulzentrum Steinen die Möglichkeit der Betreuung.

Kirche

„Kirche offen“ steht auf dem Schild an der schweren Holztür der Petruskirche. Die Sonnenstrahlen, die durch die Fenster dringen, tauchen das Innere des Gotteshauses, das tagsüber weiter offen ist, in ein freundliches Licht. Wenn auch keine Gottesdienste mehr stattfinden dürfen, so findet der Besucher für die innere Einkehr doch kreative Gebetsstationen.

Marktplatz

Verwaist liegt der Marktplatz im Morgenlicht. Dort findet zweimal wöchentlich der Wochenmarkt statt. Vom 1. Mai bis 31. Oktober Mittwoch und Samstag von 7 bis 12 Uhr und vom 1. November bis 30. April Mittwoch und Samstag von 8 bis 12 Uhr. Das soll sich auch nicht ändern. Deshalb wird der Markt in die Breite gezogen, damit mehr Abstand gewährleistet ist. Dazu wird der so genannte „Löwen“-Parkplatz mitbenutzt.

Cornimont-Platz

Menschenleer ist der Cornimont-Platz. Hier würden sich die Steinener auf dem Weg zum Bäcker oder zum Nachmittagskaffee treffen, und in den warmen Monaten würden sich Menschentrauben vor der Eisdiele bilden.

Der Rentner

Und dann wäre da noch der Rentner, der vor der verschlossenen Rathaustür steht und sich überhaupt wundert, dass die Geschäfte geschlossen sind. Seit 17. März sind alle öffentlichen Einrichtungen bis auf weiteres geschlossen, dazu gehören die Rathäuser, Ortsverwaltungen, Musikschule, VHS, Bibliothek und das Jugendzentrum. Das Rathaus ist nach wie vor unter der Telefonnummer 07627/9100-0 zu erreichen.

Drei Coronafälle

Mittlerweile gibt es, Stand Dienstag, in Steinen drei Coronafälle. Drei Personen seien positiv getestet worden, so Bürgermeister Gunther Braun gegenüber unserer Zeitung. Diese drei Personen würden überwacht und betreut. Braun weiß auch von Personen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden.

Kontrolle

Das Bündel an Regelungen wird vom Ordnungsamt der Gemeinde Steinen überwacht, so Ordnungsamtsleiter Renatus Wehrer gegenüber unserer Zeitung. Zur Überwachung gehört die Schließung der Geschäfte und die Einhaltung des Sicherheitsabstands.

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