Steinen Letzter Schliff vor der Premiere

Das Teatro Vento probt derzeit für die Auführung „Das kalte Herz“. Foto: Sarah Trinler Foto: Markgräfler Tagblatt

Aufführungstermine: Samstag, 12. September, 20 Uhr (Premiere), 13. September, 19 Uhr, 18. September, 20 Uhr, 20. September, 19 Uhr, 3. Oktober, 20 Uhr, 4. Oktober, 19 Uhr. Kartenreservierung unter Tel. 07621/1627295 oder E-Mail: avintan@online.de. Eintrittspreise: zwölf Euro, ermäßigt zehn Euro. Bei allen sechs Veranstaltungen handelt es sich um Freilichttheateraufführungen. Die Aufführungen finden bei jedem Wetter statt, da die Zuschauertribühne überdacht ist.

Von Sarah Trinler

Steinen-Hägelberg (sat).  Nach knapp einem Jahr des Probens tritt das Ensemble der Theatergruppe Teatro Vento am kommenden Wochenende mit dem Stück „Das kalte Herz“ vor Publikum auf.

Zum wiederholten Mal hat sich Leiterin Annarita Vintan als Aufführungsort den Waldfestplatz bei der Schönen Aussicht in Hägelberg ausgesucht – eine wunderbare Kulisse, die wie geschaffen ist für das Stück, das am Samstag Premiere hat. „Ich will jetzt auf der Stelle 200 000 Taler“, schreit es verzweifelt über den Waldfestplatz. Es ist Claudia Palladino, die die Hauptrolle, den Peter Munk, spielt, der um jeden Preis reich werden möchte.

Eifrig wird diese Woche noch auf der Schönen Aussicht geprobt, um dem Stück seinen letzten Schliff zu geben. Denn die Theatergruppe hat einen hohen Anspruch an sich selbst: Sie möchte das Publikum in ihren Bann ziehen.

Regisseurin und Theatergruppenleiterin Annarita Vintan, die Teatro Vento 1995 ins Leben gerufen hat, legt Wert darauf, den Darstellern nicht einfach eine Rolle aufzubürden. „Sie zeigt uns nicht, wie wir etwas spielen sollen, sondern bringt uns dazu, es auf eigene Weise umzusetzen“, sagt Jana Bühler, die das erste Mal bei Teatro Vento mitspielt und die Rolle des Glasmännleins bekommen hat.

Die Hägelbergerin war neugierig und wollte schon immer einmal Theater spielen. Im Laufe der Proben hat sie gelernt, sich etwas zu trauen, auch einfach mal zu schreien, wenn es nötig ist – die richtige Lautstärke ist bei einer Freilichttheateraufführungen nämlich essenziell.

Ebenfalls mit dabei ist Lydia Müller, die die Lisbeth spielt und bereits Theatererfahrung bei Tempus fugit gesammelt hat. Wenn sie auf der Bühne steht, ist sie in ihrer eigenen Welt und zieht den Zuschauer mit ausdrucksstarker Stimme in diese hinein. Das Interessante bei Teatro Vento ist, dass es kein festes Ensemble gibt. Für jedes Stück setzt sich die Gruppe aus alten und neuen Spielern neu zusammen. „Bei uns darf jeder mitmachen“, betont Annarita Vintan.

Zum zweiten Mal dabei ist Yvonne Trautmann, die mit Peters Mutter und dem Tanzbodenkönig gleich zwei Rollen zu bewältigen hat. Die Hägelbergerin hat Spaß am Theaterspielen und mag die Stimmung in der bunt zusammengewürfelten Gruppe – die Altersbandbreite reicht von 18 bis 67 Jahren. Mit durchdringender Stimme und einem gekonnt  fiesen Lachen ist Carmine Melino die perfekte Besetzung für den bösen Holländermichel. Der Rheinfeldener spielt in mehreren Theatergruppen mit und wollte „einmal sehen, wie das in Hägelberg so läuft.“

„Auf der Bühne kann ich all das sein, was ich im Privatleben nicht bin“, so Bernd Futterer, der Lisbeths Onkel spielt. Er ist ein „alter Hase“ auf der Theaterbühne und stieß bereits 1997 zum Ensemble von Teatro Vento hinzu und bleibt diesem seither treu – auch wenn er noch in vier weiteren Theatergruppen in der Region mitspielt. Ebenso theaterbegeistert ist Claudia Palladino, die seit 20 Jahren und somit von Anfang an zur Hägelberger Theatergruppe gehört. „Es ist einfach spannend, in andere Rollen zu schlüpfen, mal jemand ganz anderes sein zu können“, so Claudia Palladino, die auch den Anschub zu einer Märcheninszenierung in diesem Jahr gegeben hat.

Die Wahl ist auf das Märchen oder vielmehr die Erzählung von Wilhelm Hauff „Das kalte Herz“ gefallen. Annarita Vintan ist stets offen für Vorschläge der Darsteller. Auch bei den Proben wird über die richtige Umsetzung gesprochen und auch schon einmal diskutiert. Bei Teatro Vento ist es eben ein Miteinander . Auch beim Bühnenbild und bei den Kostümen arbeitet das ganze Ensemble zusammen. Für den richtigen Ton und die Beleuchtung sorgt Detlef Hann, für die Lieder Lara und Mario Hann.

Spannend verspricht die Erzählung um Peter Munk, der um jeden Preis reich werden möchte, zu werden. Ab Samstag kann zu den Aufführungsterminen (siehe Info) auf der Schönen Aussicht erlebt werden, wie das Glasmännlein Peter Munk zu Reichtum und Ansehen verhilft. Als Peter erneut bankrott geht, ist die Verzweiflung so groß, dass er sein warmes, weiches Herz beim bösen Holländermichel gegen einen kalten Marmelstein eintauscht. Peter Munk wird kalt und erbarmungslos.

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