Steinen-Hägelberg (hf). Schwer beeindruckt von der Arbeit der Genossenschaft „Energie aus Bürgerhand“ zeigte sich Ursula Heinen-Esser, Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, bei ihrem Besuch in Hägelberg. „Wir reden in Berlin viel Theoretisches“, stellte sie in ihrer Zusammenfassung fest, „aber hier erleben wir hautnah, wie Energiewende funktioniert.“

Die Staatssekretärin besuchte auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Armin Schuster die Region und informierte sich vor Ort über das Hägelberger Projekt, das Schuster als „Pionier und Trendsetter“ für die Energie aus Bürgerhand in der Region bezeichnete. An dem Besuch nahmen Vertreter des CDU-Ortsvereins Steinen sowie Bürgermeister Rainer König teil. In der Heizzentrale erläuterte Claus Burger, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft, die technischen Details des Projektes und konnte feststellen, dass von den 220 Haushalten in Hägelberg inzwischen die Hälfte der Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen sind. Bei einem Besuch in einem der Haushalte konnten sich die Besucher von der konkreten Bedeutung der bürgereigenen Wärmeversorgung und der Haltung der Bürger zum Genossenschaftsgedanken in Hägelberg überzeugen. Den Abschluss bildete eine Präsentation von Jürgen Rösch in der Waldschenke, die einen Überblick über die Arbeit der Projektgruppe, das professionelle Projektmanagement sowie die Resonanz gab, die das Hägelberger Pionierprojekt inzwischen weltweit gefunden hat.

„In diesem Projekt haben sich unglaublich viel Kompetenz und Engagement zusammengefunden“, erklärte Bürgermeister Rainer König. Die Initiatoren hätten nicht nur ein Vorzeigeprojekt geschaffen, sondern es sei ihnen auch gelungen, die Bürger im Dorf zu überzeugen und zum Mitmachen zu bewegen. Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser zeigte sich begeistert von diesem „tollen und beispielgebenden Projekt“ und machte den Aktiven ein großes Kompliment. „Es ist sehr eindrücklich, was Sie in so kurzer Zeit mit Ihrem persönlichen Engagement geschafft haben“, betonte sie. „Hier ist etwas ganz Besonders entstanden. Und in den vier Jahren meiner Tätigkeit im Ministerium habe ich noch nie so hautnah erlebt, was Bürger aus Eigeninitiative, mit Kompetenz, Mut und Begeisterungsfähigkeit hervorbringen können.“ Sie wünschte der Genossenschaft weiterhin viel Erfolg und sagte zu, das Projekt als Musterprojekt des Ministeriums nach Möglichkeit weiter zu unterstützen.

Armin Schuster betonte in seiner Würdigung, dass es sich um ein echtes Bürgerprojekt handelt, das lange vor vielen anderen ins Leben getreten war. „Dass sich derart viel Kompetenz im Dorf zusammengefunden hat, das ist ein Erfolgsmerkmal, das nicht alle haben“, erklärte der Abgeordnete. Diese hohe technische und wirtschaftliche Kompetenz sei ein besonderes Merkmal für den Südwesten.

„Ich tue mich schwer damit, unsere Region hier als ‚ländlichen Raum‘ zu bezeichnen“, betonte Armin Schuster. „Wir sind vielmehr Teil der Metropolregion Basel-Freiburg mit einem unglaublichen innovativen Potenzial, das wir für die weitere Entwicklung ausbauen und nutzen sollten.“ Die Schaffung einzelner Bioenergiedörfer sei ein großartiger Schritt in die richtige Richtung. „Diesen Trend sollten wir weiter ausbauen, über Bioenergieregionen nachdenken, um aus unserer Exzellenz eine Marke für die Region zu machen.“