Steinen Mit Stimme und Mimik begeistern

Wie Freunde der guten Unterhaltung aus Steinen und Umgebung es im Vo­r­aus erahnt haben mussten, hat das seit langem ausverkaufte Konzert des Basler A cappella-Quartetts „cantuccini“ in der Kaffeemühle am Samstag einen herzerfrischenden, aufheiternden Theaterabend geboten.

Von Ralph Lacher

Steinen. Doch der Reihe nach: „Drei, zwei, eins, meins – eine musikalische Räubergeschichte“ nannten die „cantuccini“ Nora Roth, Cordula Lötscher, Res Würmli und Philippe Rayot ihr Programm.

Lötscher fragte eingangs in die Runde, ob ein Abend in Baseldütsch in Ordnung sei. „Klar“, hieß es aus dem Publikum, denn Steinen liegt nicht weit von Basel und die Sprechpassagen waren der kleinere Teil des Programms.

Die Geschichte um einen spektakulären von den Sängern begangenen Kunstraub, die während der Vorführung ein Streichquartett darstellten, bildete den Rahmen für die vorgetragenen Lieder aus mehreren Jahrhunderten – von den Beatles über Frank Sinatra, Manfred Matter, Jacques Offenbach bis zu James-Bond-Melodien oder die aus der Kino-Werbung bekannte Hymne „Walking on sunshine“.

Bestens arrangiert vom musikalischen Direktor, Philippe „Fips“ Rayot. Dieser war am Ende der Aufführung der „böse Bube“ in der Geschichte um den Traum vom großen „Coup“ des Quartetts.

Die Handlung drehte sich um einen Raub von vier Goldobjekten, kammerspielartig inszeniert in einer als Bahnabteil gestalteten Kulisse. Das Gold war – im Bratschenkoffer versteckt – in die WG des Quartetts transportiert worden. Dort versteckte Fips es vermeintlich sicher im Altpapier.

Er rechnete nicht damit, dass seine ansonsten eher unordentlichen WG- und Quartett-Kollegen dieses Mal einen Ordnungssinn an den Tag legten und das Diebesgut „entsorgten“.

Eine wunderbar anzuhörende Geschichte

Die erzählte Geschichte war nicht nur wunderbar anzuhören, sondern auch anzusehen. Denn die „cantuccini“ peppten ihre Instrumente, in diesem Fall lediglich ihre Stimmen, mit einer frisch und schwungvoll, aber trotzdem präzis einsetzenden Mimik, Gestik und Choreographie auf. Allen voran Res Würmli mit toller, fast schon komödiantischer Körpersprache.

Das Publikum in der Kaffeemühle ließ das Quarett nicht ohne Zugabe von der Bühne. Ein bittersüßes Liebeslied war der Schlusspunkt unter einem tollen Auftakt für das begonnene neue Konzertjahr, veranstaltet von „Kunst & Kultur Steinen“.

Sichtlich Spaß gemacht hatte die vergnügliche Abendvorstellung auch den Künstlern selbst. Drei von ihnen (Roth, Würmli und Rayot) sind sowohl im normalen wie auch im beruflichen Leben eng mit der Kultur verbunden, während die promovierte Juristin Lötscher bei „cantuccini“ ihre musikalisch-unterhaltende Ader auslebt.

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