Steinen Morgens ein Eldorado für Raser

Pläne für die Aufwertung des Höllsteiner Ortskerns wurden beim Bürgerspaziergang geschmiedet.Foto: Hans-Jürgen Hege Foto: Markgräfler Tagblatt

Steinen-Höllstein (hjh). Bei der Planungstour durch Höllstein stand der Durchgangs- beziehungsweise fließende Verkehr im Mittelpunkt aller Betrachtungen. Und mit ihm natürlich die Parkplätze entlang der Straße wie etwa vor der Bäckerei Seeger oder einem Taxiunternehmen. Beklagt wurde, dass trotz der parkenden Autos fast überall mit hoher Geschwindigkeit gefahren werde. Speziell die Friedrichstraße entwickle sich in den Nächten oder gar morgens zwischen 7 und 9 Uhr zum Eldorado für Raser.

Beim gut frequentierten Spaziergang durch den Ort, an dem neben den Stadtplanern aus Lörrach auch Bürgermeister Gunther Braun teilnahm, wurde beklagt, dass nicht nur barrierefreie Wege fehlen, sondern dass es auch an Bürgersteigen, sicheren Schulwegen und freien Flächen für Fußgänger mangle. Es fehle „Grün“, hieß es, und deshalb wurden mehr Sträucher, mehr Bäume, größere Grasflächen verlangt. In einer Art Rundumschlag wurde die Erweiterung des Sanierungsgebiets um den Bereich Friedhof vorgeschlagen. Der trenne den Ort, sollte verkleinert und als Erholungsort umgestaltet werden. Das allerdings mochten die Planer nicht ins Sanierungsgebiet integrieren. Sie betrachten den Wunsch als Maßnahme, die außerhalb der Sanierung durchgeführt werden könne.

Beim Spaziergang wurden beispielsweise am Lindenplatz „mangelnde Sitzgelegenheiten“ moniert. Der Platz weise derzeit keinerlei Aufenthaltsqualität auf. Und der Schulhof wurde in diese Kritik nahtlos einbezogen. In der Friedrichstraße wünschen sich die Höllsteiner neben einem barrierefreien Zugang zur Kirche eine Umgestaltung des Brunnens, der aktuell keine Wirkung zeige. Der Kirchplatz müsse wieder so wahrnehmbar gestaltet werden wie das früher gewesen sei, im Ortskern fehlten ein Briefkasten, Wegweiser zu den öffentlichen Toiletten und nicht zuletzt bewirtschaftete Parkplätze, um die derzeitige Situation etwas zu entschärfen.

Am Pranger schließlich standen versiffte Unterführungen zu den Einkaufsmärkten, aber auch die 50 Stundenkilometer, die auf der Gewerbestraße zum Nachteil von Fußgängern und Radfahrern erlaubt seien, die am Ende auch durch falsch parkende Lieferanten gefährdet würden. Außerdem verursache die Benutzung der Unterführungen bei Dunkelheit Angst und Herzklopfen. Widersprüchliche Reaktionen gab es zu den Planungen einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer von Höllstein nach Steinen, die in diesem Bereich ihren Ausgangspunkt haben könnte. Viele allerdings sahen durchaus Chancen für schnellere Ortswechsel zwischen den Gemeindeteilen, die etwas zusammenwachsen könnten.

Weitere Vorschläge und Ideen sind und bleiben gesucht und können über ein eigens dafür installiertes Portal der Gemeinde Steinen ins Netz eingestellt werden. Die Planer Stephan Färber und Melissa Dopf und nicht zuletzt auch Bürgermeister Gunther Braun versprachen, dass nichts von diesen Ideen unter den Tisch gekehrt werde.

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