Steinen Mühsame Flickschusterei

Die Vertreter der Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf informierten den Abgeordneten Josha Frey über die Verkehrsproblematik in Steinen.Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Steinen. „Wir wissen, dass wir etwas tun müssen.“ So Ulrike Mölbert von der Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf an den Grünen- Landtagsabgeordneten Josha Frey, der auf Einladung der Fraktion die Verkehrssituation in Steinen vor Ort in Augenschein nahm. Sie und mit ihr die Fraktion hofft auf Unterstützung aus Stuttgart, Hilfe aus Lörrach erwartet die Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf nicht, Landrätin Marion Dammann soll bei ihrem Besuch in Steinen vor zwei Wochen gesagt haben, man habe das Mögliche für Steinen getan.

Steinen leide schon jetzt unter dem Verkehr, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinschaft. In Hauingen werde im Zuge des Neubaus des Zentralklinikums eifrigst gebaut, doch wie und was in Steinen kommen wird, wisse noch niemand. Dabei sei gerade für Steinen die Anbindung der L 138 an die B 317 essentiell wichtig; genauso wie die Ortsumfahrung Ost für die L 135, um den Innenort vom Durchgangsverkehr zu entlasten.

Schon im Oktober 2017 hatte die Fraktion der Gemeinschaft einen Antrag auf Tempo 30 in der Eisenbahnstraße gestellt. Es ging um die Schüler des Schulzentrums, die größtenteils mit der S-Bahn kommen. Ihnen sollte eine möglichst sichere Überquerung der Straße ermöglicht werden. 2019 wurde der Antrag von der unteren Verkehrsbehörde des Landratsamts abgelehnt. Die Gemeinde hat dagegen Widerspruch eingelegt, denn die Begründung des Landratsamts, der offizielle Eingang liege nicht an der Eisenbahnstraße, widerspricht der Lebensrealität der pendelnden Schüler.

Man hoffe jetzt, mit einem Lärmgutachten dem Antrag zum Erfolg zu verhelfen, allerdings braucht es hierzu eine Verkehrszählung. Auf den Einwand von Ulrike Mölbert, es könne nicht angehen, dass Lärmvermeidung wichtiger sei als die Sicherheit der Kinder, antwortete Josha Frey, die Eisenbahnstraße bietet sich für eine Tempo-30-Lösung geradezu an,

Auch der Schwerverkehr, der seinen Weg durch die Eisenbahnstraße nimmt, ist ein Problem. Auch Josha Frey meinte, dass die Straße für einen solchen Verkehr viel zu eng ist. Tempo 30 würde die Dorfdurchquerung unattraktiver machen. Tatsächlich gibt es im Landkreis Lörrach im Vergleich mit anderen südbadischen Landkreisen am wenigsten Tempo-30-Zonen, wie Frey durch eine Anfrage hatte prüfen lassen.

Man könne derzeit nur an verschiedenen Stellschrauben drehen, waren sich Gemeinderäte und Landtagsabgeordneter einig. So werde die Arbeit an Steinens Verkehrssituation zur Flickschusterei, doch müsse man beginnen, schließlich sei Politik die Kunst des Machbaren, warf Ulrike Mölbert ein.

Man freue sich über die Planung eines Radschnellweges. Doch hätte man auch gerne, dass der Radweg nach Weitenau bis Steinen fertiggestellt werde, so Mölbert und Rainer Dürr.

Überhaupt werde die Bevölkerung in Weitenau, Schlächtenhaus und Endenburg übersehen, hieß es. Die dörfliche Infrastruktur sei eine völlig andere als im urbaneren Steinen, aber die Orte würden vernachlässigt.

Und dann war da noch die Sache mit den Schrankenschließzeiten. Die Deutsche Bahn hatte einst der Gemeinde versprochen, die Schrankenschließzeiten zu verkürzen, wenn die Gemeinde die Gleise verlängere. Die Gleise sind verlängert, passiert sei nichts, so Stephan Mohr. Wenn die verdichtete Taktung der S-Bahn käme, führe dies zu noch mehr Staus. Josha Frey versprach, mit dem zuständigen Verantwortlichen der Bahn über die Angelegenheit zu sprechen.

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