Steinen Musikalische Glanzlichter im Advent

Wolfgang Greiner
Die geplante Auflösung des Fördervereins der Kantorei Steinen war Anlass für ein Konzert. Unser Bild zeigt Gerd-Uwe Klein und Rahel Klein. Foto: Kantorei Steinen

Barockmusik auf historischen Instrumenten bot das Abschlusskonzert der evangelischen Kantorei und des Förderkreises der Kirchenmusik Steinen.

Von Wolfgang Greiner

Steinen. Die Mitwirkenden bei diesem geistlichen Konzert waren unter der künstlerischen Leitung von Gerd-Uwe Klein (Violine) die Musikerinnen und Musiker Cornelia Fahrion (Sopran) als Vokalsolistin, Johanna Dall´Asta (Violine), Caroline Adam (Viola), Rahel Klein (Viola da Gamba und Violoncello) und Teun Braken (Cembalo). Es wurden Werke von Heinrich Ignaz Franz von Biber, Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Christoph Graupner jeweils auf Instrumenten historischer Bauart zu Gehör gebracht.

Anlass für die Aufführung war die geplante Auflösung des Fördervereins der Kantorei Steinen. Gerd-Uwe Klein widmete dieses Konzert seinem Vater, dem ehemaligen Gründer und langjährigen Leiter der evangelischen Kantorei Steinen, der auch die Grundlagen für die kirchenmusikalische Arbeit in Steinen schuf.

Heinrich Ignaz Franz von Biber (1644 bis 1704) war ein böhmischer Komponist und berühmter Geiger der Barockzeit. Zu seinen Instrumentalwerken gehören neben Messen, Opern und Sonaten für Violine solo auch die XVI „Mysterien-Sonaten“, die auch Rosenkranzsonaten genannt werden. Davon erklang zu Beginn dieses Konzertes aus der 1. Sonate die Verkündigung Mariaes mit den Sätzen: Präludium I Variatio - Aria allegro - Variatio - Adagio I Finale. Das musizierende Ensemble ging dieses Eingangsstück mit enormem Schwung, präzisem Zusammenspiel und viel Freude am Musizieren an. Diese strahlte auf die Besucher spürbar aus.

Von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767), der durch neue Impulse besonders in der Komposition die Musikwelt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts maßgeblich mitgeprägt hat, hörten die Besucher aus der Kantate, die für den zweiten Sonntag im Advent in C-Dur geschrieben wurde: „Endlich wird die Stunde schlagen“ – Arie - Rezitativ - Arie für Sopran. Hierbei kam die Stimme von Cornelia Fahrion kraftvoll zur Geltung. Sie harmonierte mit den beteiligten Instrumentalisten prächtig.

Von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) erklangen aus der Orchestersuite Nr. 3 in D-Dur (BWV. 1068) der zweite Satz Air und die Sinfonia aus der Triosona-te in c-moll in der Bearbeitung für zwei Violinen und Viola da Gamba. Beide Werke wurden von den Musizierenden präzise und bis ins kleinste Detail ausgehört dargeboten, wobei das wunderbare Spielen des Cembalisten sowie der Viola da Gamba mit ihrem warmherzigen Klang besonders hervorzuheben war – eine sehr gelungene und beglückende Darbietung in nachdenklicher Zeit.

Christoph Graupner (1683 bis 1760) war als Cembalist und Komponist ein Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach. Aus seinen fast vollständig erhaltenen Werken (etwa 2000 Kompositionen), die sich heute größtenteils in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt befinden, hörten die Besucher die Sonate Nr. 203 in G-Dur (GWV. 212) mit vier Sätzen. Auch dabei wusste das Ensemble voll zu überzeugen. Es war eine Freude, diese Spiellaune aller Beteiligten zu genießen.

Von Georg Philipp Telemann erklangen anschließend Teile aus der geistlichen Kantate: „Des wütenden Meeres betäubendes Brausen“, die für den zweiten Adventssonntag in D-Dur komponiert wurde. Auch hier kam die Sopranstimme von Cornelia Fahrion bei zwei Arien und einem dazwischen liegenden Rezitativ gut zur Geltung.

Den Abschluss dieses Konzerts bildete die XVI. Passacaglia für Violine solo aus den Rosenkranzsonaten von Heinrich Ignaz Franz von Biber, die überschrieben ist mit den Worten „Der Schutzengel“. Gerd-Uwe Klein erwies sich dabei als absoluter Meister seines Fachs.

Es war ganz bestimmt ein beeindruckendes, ja feierliches Glanzlicht in dieser Adventszeit. Entsprechend dankbar wurde ihm und seinem gesamten Team applaudiert.

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