Steinen-Musikschule Mittleres Wiesental Musikschule braucht mehr Schüler und muss wirtschaftlich Denken

Christoph Schennen
Musikschulleiter Ingo Nimlop-Ganter überreichte Heidrun Seidensticker einen Blumenstrauß. Sie war 15 Jahre Vorsitzende des Elternbeirats der Musikschule. Foto: Christoph Schennen

Die Musikschule Mittlere Wiesental ist trotz knappen Kassen unverzichtbar. Darin waren sich die Trägergemeinden einig. Eine Lösung ist die Erhöhung der Schülerzahlen.

Der Zweckverband Musikschule Mittleres Wiesental hat bei der Verbandsversammlung ein positives Fazit zum diesjährigen Unterrichtsjahr gezogen. Mehr als 529 Jungen, Mädchen und Erwachsene wollen seit Beginn des Jahres ein Instrument lernen oder ihre musikalischen Kenntnisse erweitern, wie Musikschulleiter Ingo Nimlop-Ganter in seinem Bericht erläuterte (siehe auch Interview auf unserer Seite).

Die Anzahl der Lehrkräfte wurde von 30 auf 25 reduziert. Die Musikschule stehe in gutem Kontakt zu den Musikvereinen, die massive Probleme hätten Lehrkräfte zu finden. „Und dann kommen sie zu uns, um ihre Schüler ausbilden zu lassen“, sagte Nimlop-Ganter. Er hofft, dass sich wieder ein neuer Elternbeirat gründet, der sich für die Belange der Schüler und der Musikschule einsetzt.

Haushaltsentwurf 2024

Verbandsrechner Ingo Röslen stellte den Haushaltsentwurf 2024 vor. Die Betriebsumlage steige laut Röslen im Vergleich zum Vorjahr um 46 600 Euro auf 513 900 Euro. Steinen zahle im kommenden Jahr 207 500 Euro, Maulburg 38 300 Euro, Hausen 35 600 Euro und Schopfheim 232 500 Euro. Die Raumkosten werden sich leicht um 300 Euro auf 40 000 Euro erhöhen. Röslen rechnet damit, dass sich die Einnahmen des Verbands erhöhen, durch Mehreinnahmen (etwa 392 400 Euro) bei den Benutzungsgebühren. Dirk Harscher, Bürgermeister von Schopfheim, wünscht sich, dass „wir es bewerkstelligen, dass der Kostendeckungsgrad bei den Benutzungsgebühren (liegt derzeit bei 32,07 Prozent, Anmerk. der Red.) spätestens 2028 bei 50 Prozent liegt.“ Auch ist er zuversichtlich, dass sich Schülerzahlen erhöhen lassen. Ansonsten werde es schwierig zu vermitteln, warum für so wenig Leute, Musikunterricht finanziert werde, so Harscher weiter.

Stellungnahmen der Bürgermeister

Jürgen Multner, Bürgermeister aus Maulburg, sagte, es gebe nicht einen Hebel um die finanzielle Situation der Musikschule zu verbessern. Der Musikschulbetrieb setze einen gewissen Lehrkörper voraus; 90 Prozent der Kosten seien Personalkosten, so der Maulburger Bürgermeister.

Diese könne man nicht reduzieren. Er hält es für sinnvoll, darüber nachzudenken, „Gemeinden ins Boot zu holen, die noch nicht Trägergemeinden sind‘. Philipp Lotter, Bürgermeister aus Hausen, findet es wichtig, dass es trotz angespannter Haushalte und Sparzwang ein Angebot gebe, auch nicht betuchten Bevölkerungsschichten Musik näher zu bringen. Zweckverbandsvorsitzender Gunter Braun, Bürgermeister aus Steinen, sagte, die Musikschule werde ein Zuschussbetrieb bleiben. „Wir müssen agieren wie ein Unternehmen und offen sein für neue Funktionen und Aufgaben.“

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