Steinen - Auf großes Interesse stößt in Höllstein die Idee für ein Quartierskonzept zur Versorgung mit Nahwärme: Was sich schon mit der großen Besucherschar beim ersten Informationsabend zum Thema vor zwei Monaten andeutete, wird nun auch von den Ergebnissen der mittlerweile durchgeführten Befragungen bestätigt.

„Dass das Interesse an Nahwärme hier derart groß ist, hätten wir nicht erwartet“, zeigte sich Planer Rolf Pfeifer von der Firma „Endura Kommunal“ aus Freiburg im Bauausschuss am Dienstag erfreut. „Das ist wirklich außergewöhnlich“. Ein Viertel der Hausbesitzer im Ort hat jetzt bereits sein Interesse an einem Anschluss geäußert.

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Um Grunddaten über Alter und Zustand des Höllsteiner Gebäudebestandes, über aktuell genutzt Energieträger und das grundsätzliche Interesse an Nahwärme und Breitband zu erfragen, verschickte das Unternehmen seinen Fragebogen an 535 Hausbesitzer. 288 Eigentümer machten sich die Mühe und beteiligten sich. Angesichts dieser Rücklaufquote von 53 Prozent zeigte sich der Planer nachgerade begeistert: „Das ist Spitze, das hatten wir noch nie.“

Eine solch breite Datengrundlage erlaube sehr fundierte Hochrechnungen. Wichtig ist vor allem, dass etwa die Hälfte der Bürger (136), die sich an der Umfrage beteiligt haben, Interesse an einem Anschluss ans Nahwärmenetz haben. Noch größer ist das Interesse an einem Breitbandanschluss (178 Personen). Die meisten würden beide Angebote annehmen.

Nachdem das grundsätzliche Interesse der Bevölkerung nun dokumentiert ist, prüfen die Experten in den nächsten Monaten, ob ein solches Nahwärmenetz in Höllstein denn auch wirtschaftlich realisierbar wäre.

Im Frühjahr will das Unternehmen die entsprechenden Berechnungen vorstellen. Ist das Ergebnis in Sachen Wirtschaftlichkeit grundsätzlich positiv, ginge es an die Suche nach einem möglichen Betreiber. Es gibt in der Bevölkerung selbst offenbar schon Überlegungen, diese Aufgabe über eine Genossenschaft selbst in die Hand zu nehmen, so Pfeifer.

In weiteren Schritten müsste sich das Projekt dann weiter konkretisieren: Es braucht beispielsweise Analysen dazu, was die Bewohner für Anschluss und Wärmelieferung über ein Nahwärmenetz berappen müssten, und schließlich braucht es eine gewisse Anzahl von Teilnehmern, die sich quasi als Gründungsmitglieder fest zu einem Anschluss entschließen.

Ist ein solcher Anfang erst einmal gemacht, sei erfahrungsgemäß eine positive Entwicklung aufgegleist: „Ein Nahwärmenetz wächst. Das ist immer so.“