Steinen Nie einem Fraktionszwang unterworfen

Von Ralph Lacher
Am Montag feiert der Unternehmer und Kommunalpolitiker Klaus Lietz seinen 75. Geburtstag. Foto: Ralph Lacher

Von Ralph Lacher

Steinen-Höllstein. Er hat die Entwicklung Steinens mitgeprägt, war deutlich über das übliche Rentenalter hinaus Unternehmer und hat sich einen Namen gemacht als ruhiger, aber zielstrebiger Zeitgenosse. Am Pfingstmontag feiert der Höllsteiner Klaus Lietz seinen 75. Geburtstag.

Geboren wurde Lietz am 6. Juni 1947 in Tarp im Kreis Flensburg als eines von zwei Kindern einer Kraftfahrer-Familie. Die Eltern zogen 1949 nach Höllstein. Dort ging Lietz in den Kindergarten und die Grund- und Hauptschule. Später wechselte er auf die Metallfachschule in Lörrach und lernte Auto-Elektriker.

In den väterlichen Betrieb hineingewachsen

Sein Vater Ewald Lietz machte sich im Jahr 1963 mit einem Fuhrunternehmen selbstständig. Nach der Ausbildung und einigen Jahren Tätigkeit als Auto-Elektriker in Lörrach wechselte Klaus Lietz als Kraftfahrer in den väterlichen Betrieb, wuchs so in das Unternehmen hinein und übernahm am 1. August 1987 die Firma Lietz Transporte.

Das Büro befand sich da schon länger im Eigenheim an der Schillerstraße in Höllstein. Dort hatten Lietz und seine Frau Ursula – die beiden heirateten im Jahr 1969 – ein Mehrfamilienhaus gebaut, in dem auch die drei Kinder groß wurden. Das Büro befindet sich immer noch dort. Den Betrieb hatte Lietz kurz vor seinem 70. Geburtstag an den Sohn übergeben, war aber noch einige Jahre länger als Fahrer tätig.

Über den Steinener CDU-Mann Wolfgang Deschler kam Lietz zur Kommunalpolitik. 1984 kandidierte er erstmals für den Gemeinderat, wurde auf Anhieb und mit großer Stimmenzahl gewählt und zog anschließend weitere fünf Mal ins Gremium ein.

Nach 30 Jahren trat Lietz, der als Experte für Verkehrsfragen geschätzt wurde, bei der Wahl im Jahr 2014 nicht mehr an. Meriten erworben hatte er sich in der Zeit auch als in Sachen Kinder, Jugend, Bildung engagierter Mann. Zehn Jahre gehörte er dem Elternbeirat des Dora-Merian-Kindergartens an und ebenso lange dem Elternbeirat der Grundschule. Daneben ist Lietz Mitglied im Förderverein des FC Steinen-Höllstein, der Frösche-Clique, dem Kirchenchor und dem Musikverein Höllstein.

Abwerbeversuche seitens der SPD

Die Zeit im Gemeinderat war spannend, erinnert sich Lietz. Er befasste sich mit der Ortskernsanierung, der Jumelage mit Cornimont, dem Bau des Wiesentalstadions, der Ausweisung von Gewerbegebieten, der Umstrukturierung der früheren Textilindustrie-Flächen an der Bundesstraße in Höllstein und den Verkehrsproblemen dort bis zur Kreisellösung. Stets war Lietz ein Mann des Ausgleichs, einer, der auf den gesunden Menschenverstand setzte und sich nie einem Fraktionszwang unterwarf. „Ich habe nicht wenige Male mit den Kollegen von der SPD-Fraktion gestimmt. So gab es dann auch mehrere Abwerbeversuche von SPD-Fraktionssprecher Ewald Waibel“, erinnert sich Klaus Lietz zurück. Er blieb aber den Christdemokraten treu – bis vor kurzem war er dort noch Kassenprüfer. Die Kommunalpolitik interessiert ihn zwar immer noch, sich einzumischen liegt ihm aber fern. Denn, so sagt Lietz: Alles hat seine Zeit.

In seiner Freizeit und im Ruhestand ist Lietz gerne in der Kegelrunde mit der Frau und Freunden aktiv, pflegt einen Alt-Kommunalpolitiker und einen Alt-Unternehmer-Stammtisch mit CDU-Kollegen aus Steinen und Maulburg, fährt mit dem Wohnmobil im Sommer gerne an die Nordsee und fuhr bis vor kurzem im Winter Ski in den Alpen.

Haus und Garten in Höllstein halten ihn dazu genauso wie der Kontakt zu den drei Kindern und vier Enkeln fit und munter, sagt Lietz. Und er freut sich auf die Geburtstagsfeier im Kreise der Familie und der engen Freunde.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Altkanzler Gerhard Schröder

Was halten Sie davon, dass Alt-Kanzler Gerhard Schröder SPD-Mitglied bleiben darf?

Ergebnis anzeigen
loading