Steinen Reparieren anstatt wegwerfen

Die Initiative „Steinen im Wandel“ lotet die Möglichkeiten aus, in Steinen ein Repair-Café einzurichten. Foto: Archiv Foto: Markgräfler Tagblatt

Am „Tag der Nachbarschaftshilfe“ initiierte die Initiative „Steinen im Wandel“ eine „Zeitbank“, sie arbeitet mit am Grünkonzept der Gemeinde und versucht das Tempolimit im Ort großflächig auf Tempo 30 runterzuschrauben. Und nun soll ein Repair-Café dazukommen.

Von Hans-Jürgen Hege

Steinen. Um das Rad nicht neu erfinden zu müssen, hatte Christine Ableidinger-Günther von der Initiative „Steinen im Wandel“ die Weiler VHS-Mitarbeiterin Gudrun Greiwe gewonnen. Die plauderte am Mittwoch in der Grundschulaula als Koordinatorin aller Hochrhein-Repair-Cafés quasi aus dem Nähkästchen und legte eindrucksvoll dar, wie sie und ihre Mitstreiter in den Repair-Cafés Weil am Rhein, Lörrach und Schopfheim vorgegangen sind, um in die Erfolgsspur zu kommen, um die Ziele der Cafés nachhaltig zu verfolgen: „Wir wollen Dinge, die noch funktionieren könnten, vor der Müllhalde bewahren, soweit das möglich ist.“

Zunächst gelte es, ein Zugpferd zu finden, das den Stein ins Rollen bringt. Ob dieses Zugpferd mit Brigitte Ableidinger-Günther gefunden ist, blieb an diesem von nicht allzu vielen Interessenten besuchten Abend offen. Doch es sah zumindest so aus, als ob sich „Steinen im Wandel“ schon bald daran macht, sich um die übrigen wichtigen Voraussetzungen für ein solches Café zu kümmern.

Gesucht werden Leute, die Spaß daran haben, den sprichwörtlichen Hammer zu schwingen. „Wir brauchen keine Ingenieure, sondern Menschen, die elektrische Geräte des täglichen Gebrauchs, Fahrräder, Nähmaschinen oder Schmuck zu reparieren versuchen“, hieß es. Benötigt werde außerdem ein geeigneter Raum, in dem die Werkstatt und ein Warteraum mit Catering-Funktionen eingerichtet werden kann, damit die Wartenden – in der Regel pro Café-Öffnung 20 bis 60 Personen – bei Laune gehalten werden können, bis sich jemand um ihr Problem oder besser Gerät „ohne Erfolgsgarantie“ kümmert. Das geht in vielen Fällen tatsächlich gut aus. „Zwischen 30 und 70 Prozent der Gegenstände werden von unseren Helfern wieder in Ordnung gebracht, alles andere ist Schrott“, sagte Gudrun Greiwe und wies darauf hin, dass es eine Dachorganisation (https://repaircafe.org/de) gebe, über die für Neugründer ein Startpaket bezogen werden könne, das vor allem die rechtliche Seite eines aussichtsreichen Betriebs absichere. Danach kann es losgehen. Mit viel Werbung haben die drei eingangs erwähnten Repair-Cafés es geschafft, schwarze Zahlen zu schreiben.

Ob das alles in Steinen klappt, will Christine Ableidinger-Günther mit ihren IG-Mitgliedern besprechen, vorhandenes Interesse ausloten, schnell Reparateure finden und die Fühler nach Maulburg ausstrecken, um eventuell mit Leuten aus der Nachbargemeinde zusammen das Repair-Café zu betreiben.

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