Steinen Rindenschutz und ein Katheder

Bürgermeister Gunther Braun, Gemeindegärtner Martin Stobbe und Ruth Noack von der Agendagruppe (von rechts) stellten die Baumbepflanzungs-Aktion der Gemeinde Steinen vor, hier am Steinenbach am Ortsende in Richtung Weitenau.                                                                                                                                                                                                                                                               Foto: Ralph Lacher Foto: Markgräfler Tagblatt

Bäume und Sträucher haben eine wichtige Funktion in Sachen Luftqualität, Klima und damit Lebens- und Wohnqualität, auch im eher ländlichen Raum wie in der Wiesentalgemeinde Steinen.

Von Ralph Lacher

Steinen. Aus dieser Einschätzung heraus hatte die Biologin Ruth Noack für die Agenda-Gruppe „Steinen im Wandel“ schon vor geraumer Zeit eine vermehrte Pflanzung von Bäumen und Sträuchern sowohl auf öffentlichen als auch privaten Grundstücken angeregt.

Die Verwaltung hat darauf reagiert - am Montagmittag trafen sich Bürgermeister Gunther Braun, Gemeindegärtner Martin Stobbe und Ruth Noack zu einer Ortsbegehung im Zentralort, in Weitenau und Höllstein. Insgesamt investiert die Kommune in diesen Teil von Nachhaltigkeit 6200 Euro, hieß es.

Am Steinenbach etwas außerhalb des Zentralorts, an der Landstraße in Richtung Weitenau, war die erste Station. Dort habe man, erläuterten Bürgermeister Braun und Gärtner Stobbe, in einer Art Allee, der Fuß- und Radweg-Trasse entlang, insgesamt zwölf Bäume gepflanzt, nämlich Bergahorn und Stieleichen.

„Wir konnten so die alte Linde aufpäppeln“

Ebensolche wurden im weiteren Verlauf des Steinenbachs in Richtung Schwimmbad gepflanzt, erklärten Braun und Stobbe.

Ruth Noack fand es durchdacht, dass die genannten Baumarten gewählt wurden, da diese anerkannt hitze- und trockenheitresistent seien beziehungsweise die zunehmend auftretenden Wetterveränderungen gut vertragen würden. Aus Gründen des Schutzes vor Hitzeschäden habe man eine weiße, dauerelastische Schicht von Rindenschutzmittel aufgebracht, erklärte Stobbe die weißen Stämme der Bergahorne und Stieleichen. Die in den Baumscheiben befindlichen Plastikrohre dienen zur zielgenauen Bewässerung und zur Durchlüftung, führte Stobbe weiter aus.

Man habe auch bei der alten Linde, die dem gleichnamigen Platz in Höllstein den Namen gibt, mit einer ähnlich gelagerten „Drainage“ beste Erfahrungen gemacht. „Wir konnten so das gute Stück in Höllstein aufpäppeln“, sagte Stobbe. All diese Aktionen, würdigte Ruth Noack, belegten die gute Zusammenarbeit von Gemeinde und Agenda-Gruppe. Es sei selbstverständlich, dass die Gemeinde das Fachwissen der diplomierten Biologin Ruth Noack nutze, um die gemeinsame Heimatgemeinde Steinen in Sachen Klimawandel und Ökologie breit aufzustellen, sagte der Bürgermeister.

An der zweiten Station, dem Bereich beim Schwimmbad, wurden andere Bäume, nämlich Sumpfeichen, Hainbuchen, Spitzahorn und eine Viertellinde gepflanzt - immer angepasst an die Bodenbedingungen, die dort vorzufinden sind. In Höllstein und Weitenau wurden dazu noch Winterlinden und Platanen gepflanzt.

Hoffen auf eine Signalwirkung

Beim Termin besprach man auch die Signalwirkung, die man sich von der kommunalen Pflanzaktion erhofft. Es wäre schön, wenn in den Wohngebieten die Gartenbesitzer dazu animiert würden, ebenfalls Bäume oder Sträucher zu pflanzen, sagte Ruth Noack.

Die Gemeinde und ihr Gärtner würden beratend zur Seite stehen, betonte der Bürgermeister. Er sagte auch, dass im Zuge des innerörtlichen Sanierungsprogramms zwischen Seniorenzentrum Mühlehof und dem Wohnareal „Alte Weberei“ ein Grünkonzept bestehe, dass gewährleiste, dass versiegelte Flächen so gering wie möglich gehalten und gleichzeitig Parkplätze und Wege beschattet werden.

Als erfreulich wertete Bürgermeister Braun, dass die Seniorengenossenschaft Mühlehof in Sachen Bepflanzung mit der Kommune kooperiere. Abschließend regte Ruth Noack an, dass in den recht breiten Straßen in den Wohngebieten in Steinen große Hochstammbäume sinnvoll wären. Diese hätten neben den Klimavorteilen schattenspendende Funktion und würde keine Sicht- und Sicherheitsprobleme für Verkehrsteilnehmer aufwerfen. Platz für solche großen Bäume wäre sowohl im öffentlichen Raum wie auch in den Privatgärten.

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