Steinen Schnell in Höllstein heimisch geworden

Ralph Lacher
Lydia Lütte aus Höllstein wird heute 90. Foto: Ralph Lacher

Steinen-Höllstein - Lydia Lütte aus Höllstein feiert am heutigen Samstag ihren 90. Geburtstag. Aufgewachsen ist sie im Schwabenland. Sie kam aus beruflichen Gründen ins Wiesental, wo sie schnell heimisch wurde – auch dank ihres Engagements in Vereinen.

Beginn als Hausmädchen

Geboren wurde sie als ältestes von sechs Kindern einer Arbeiterfamilie im schwäbischen Tübingen am 2. Juli 1932. Lydia Mahler wuchs bei der Großmutter in Langenau bei Ulm auf, ging dort während des Zweiten Weltkriegs und, solange Schule möglich war, auch in die Hauptschule. Nach Kriegsende musste sie als 13-Jährige zum Lebensunterhalt beitragen. Das tat sie erst als Hausmädchen auf dem Bauernhof von Verwandten im Allgäu. Nach sechs harten Berufsjahren kehrte sie im Jahr 1951 ins heimische Langenau zurück und arbeitete dort als Hausmädchen in einer Arztfamilie.

Die Bezahlung in diesem Beruf war schlecht, erzählt Lydia Lütte. Daher habe sie sich umgehört, wo man bessere Verdienstmöglichkeiten hat. In der Textilindustrie im Wiesental wurde sie fündig; 1953 kam sie nach Höllstein, wo sie bei Merian in der Spinnerei Arbeit fand und auch heimisch wurde. Sie lernte den gebürtigen Höllsteiner Adalbert Lütte kennen und lieben; 1962 heirateten die beiden. Sie bekamen einen Sohn und eine Tochter.

Als Hausfrau und Mutter beendete Lydia Lütte ihre Tätigkeit in der Textilindustrie. Mit verschiedenen Putzstellen und als Bedienung in der Gastronomie war sie aber nach wie vor und viele Jahre lang tätig.

Später unterstützten sie und ihr Ehemann, ein gelernter Maler, der später Postbeamter wurde, die Tochter und den Schwiegersohn beim Aus- und Aufbau ihres Elektro-Fachgeschäfts in Steinen.

Jede Menge Engagement

Trotz eines arbeitsreichen Lebens fand Lydia Lütte, die mit der Familie seit 1980 im Eigenheim an der Maulburger Straße lebt, Zeit für Vereinsengagement und soziale Arbeit. Bis ins Ruhestandsalter half sie bei den Bachputzeten mit, war im Sankt-Vinzenz-Verein tätig, unter anderem als Organisatorin der Tombolas beim Kirchen-Sommerfest oder bei den Suppensonntagen, arbeitete in den späten 80er Jahren mit an der Höllsteiner Ortschronik, unterstützte den Ehemann bei seiner Arbeit im Dorf, etwa der Sanierung des Brunnens am Kanal, war und ist mit ihm Mitglied in der Seniorengenossenschaft und im Förderverein Mühlehof, gehört dem Musikverein Höllstein als Ehrenmitglied genauso an wie der Fröscheclique und dem TuS Höllstein. Da verwundert es nicht, dass Lydia Lütte davon spricht, längst eine Höllsteinerin zu sein, die sich im Ort wohlwfühlt.

Drei Enkel

Sie erzählt aber auch, dass die letzten Monate fordernd waren wegen eines Unfalls bei der Gartenarbeit und der Erkrankung des Ehemanns. Trotz dieser Belastungen freut sich Lydia Lütte auf den heutigen Geburtstag. Den feiert man mit einem kleinen Gartenfest im Kreis der Familie, zu der Sohn und seine Ehefrau, die im selben Haus wie die Eltern leben, sowie die Tochter in Hüsingen mit ihrem Ehemann und den drei Enkeln zählt, den Freunden und Nachbarn. Der Musikverein Höllstein wird seinem Ehrenmitglied ein Ständchen spielen.

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