Steinen - Die Schaufenster sind leer geräumt, die Ladentür ist verschlossen: Das Schuhgeschäft Schultheiß, in dem Generationen von Steinenern ihre Schuhe kauften, gibt es nicht mehr. Ihre Nachfolgerin habe aufhören müssen, weil es sich nicht mehr rechnete, sagt Christel Anhorn-Schultheiß zum Ende einer Ära.

Fachgeschäfte sind nicht mehr gefragt

„Es tut schon weh“, so Christel Anhorn-Schultheiß. An ihrer Nachfolgerin habe es nicht gelegen. Die habe das super gemacht, sowohl vom Angebot als auch vom Service her. Vielmehr sieht die Geschäftsfrau die Ursache im Einkaufsverhalten: „Anscheinend sind gute, kleine Fachgeschäfte nicht mehr gefragt.“

Die Firmengeschichte des Traditionshauses begann mit Ernst-Friedrich Schultheiß, der am 14. Juni 1924 den Grundstein für das heimische Unternehmen mit einem Ladengeschäft in der Kanderner Straße 14 legte.

Zum Generationswechsel kam es 1949. Da übernahmen die Töchter Marie Schultheiß und Anni Greiff, geborene Schultheiß, das Geschäft, das 1955 in die Lörracher Straße 1 verlegt wurde.

1980 übernahm Christel Anhorn-Schultheiß, die Enkelin des Firmengründers, das Schuhgeschäft in der dritten Generation und konnte den Schuhladen wesentlich erweitern. Nach 50 Jahren in der Schuhbranche, zog sich Christel-Anhorn-Schultheiß dann schrittweise zurück. Anfang 2015 übergab sie den Ladenschlüssel ihrer Nachfolgerin, die neben dem Schuhladen noch ein Immobiliengeschäft betrieb.

„Es ist eine andere Zeit“

Nach vier Jahren dann die Geschäftsaufgabe. „Es ist eine andere Zeit“, urteilt Christel Anhorn-Schultheiß, die jetzt auf der Suche nach einem Nachmieter ist. „Dass da noch mal ein Schuhgeschäft reinkommt, wäre ein Wunder“, meint sie. „Vielleicht klappt es mit einer anderen Sparte“, gibt sie sich aber zuversichtlich.