Steinen Synergien entdecken und nutzen

Christine Ableidinger-Günter und Stephan Dillschneider. Foto: Heiner Fabry

Steinen - Auf Einladung der Initiative „Steinen im Wandel“ hielt Stephan Dilschneider von der Schweizer Ecolog GmbH einen Vortrag über „Enkelgerechtes Wirtschaften – die Kraft der Dörfer“, der zu einer angeregten Diskussion unter Bürgern, Gemeinderäten und der Verwaltung führte.

Christine Ableidinger-Günther von der Initiative „Steinen im Wandel“ freute sich, dass der Einladung Bürgermeister Gunther Braun, Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen und zahlreiche interessierte Bürger gefolgt waren. „Es geht um die Nachhaltigkeit der Entwicklung unserer Gemeinde“, betonte die Sprecherin.

Basierend auf jahrelanger Erfahrung mit lokaler Ökonomie referierte der Kommunikationswissenschaftler und Coach Stephan Dilschneider über erfolgreiche Projekte kleiner Gemeinden. Er sagte, dass „die wichtigste Voraussetzung für die Transformation hin zu einer nachhaltigen, sozial gerechten Gesellschaft und zu ganzheitlicher Lebensqualität eine starke lokale Ökonomie ist“. Dabei ist laut Dilschneider bedeutsam, dass alle wichtigen Komponenten dieses Prozesses ganzheitlich betrachtet und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Diese Komponenten sind die Finanzen eines Gemeinwesens, möglicherweise eine lokale Währung, technische Innovation, ein funktionierendes Gemeinwesen, lokale Multiplikatoren und viel freiwillige Arbeit.

Großes finanzielles Potenzial

An diese Komponenten müssten alle zusammen denken, um die möglichen Synergien zu entdecken und zu nutzen.Dilschneider zeigte auf, welch finanzielles Potenzial in jeder Gemeinde steckt. Aber er machte auch darauf aufmerksam, dass alle „Life-Style-Gruppen“ in einer Gemeinde für ein gemeinsames Vorgehen gewonnen werden müssten. Ein Bürgermeister, den er nach dem Erfolgsrezept gefragt habe, habe ihm geantwortet: „Drei Faktoren sind entscheidend: freiwillige Arbeit, freiwillige Arbeit und freiwillige Arbeit.“

In der Diskussion räumte Stephan Dilschneider auch mit einigen Missverständnissen auf. „Der Hinweis auf die ‚lokale Währung‘ ist nicht zwingend. Wichtiger sei ein gemeinsames Bewusstsein, wo die heimische Kaufkraft hinfließen soll. Zeitbanken oder Tauschbörsen könnten ein guter Anfang sein, „aber wir müssen lernen in Vernetzungen zu denken, denn jedes Element beeinflusst alle anderen“.

Junge Menschen kaufen nicht nur im Internet

Das oft gehörte Argument, besonders junge Menschen würden fast nur im Internet einkaufen, wollte Marc Sutterer (CDU) nicht gelten lassen. „Auch junge Menschen sehen in dem Gemeinwesen, in dem sie leben, einen hohen Wert, den es zu erhalten und entwickeln lohnt“, betonte er und regte an, lokale Einzelhändler könnten ihre Produkte und Dienstleistungen über einfache Plattformen ins Internet stellen. Hier sprang ihm Ulrike Mölbert (Gemeinschaft) bei: „Unser Thema ist das ‚enkelgerechte Wirtschaften‘, da müssen wir unbedingt auch die junge Generation mitnehmen.“ Bei dem Votum erhielt sie deutliche Unterstützung von ihrem Fraktionskollegen Stefan Mohr.

Stefan Dilschneider wiederholte eine Grundforderung: „Achten Sie darauf, alle Lifestyle-Bereiche, Vereine, Generationen, politische Gruppierungen oder Ähnliche mitzunehmen, sonst erreichen Sie nichts.“

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