Steinen Trost spenden und Rat geben

Heidi Blum, Gertrud Thoma und Ingrid Strass-Wüst (von links) bieten Hilfe in Fällen von Demenzerkrankungen. Foto: Hans-Jürgen Hege

Es ist eine geradezu heimtückische Krankheit. Wer sie hat, weiß es nicht. Und Angehörige wissen meist nicht, dass das große Vergessen eine Krankheit mit vielen Facetten ist oder können oft nicht damit umgehen, dass ihre Liebsten davon betroffen sind. Die Rede ist von Demenz.

Steinen (hjh). Die Angehörigen schämen sich bisweilen, sind hilflos, ärgern sich über die Kranken (die nichts dafür können, krank zu sein) oder manchmal auch über sich selbst und haben Probleme damit, in und mit ihrem Kummer allein zu sein.

Dabei ist das gar nicht nötig. Vielerorts gibt es nämlich Menschen, die sich - meist ehrenamtlich – um an Demenz erkrankte Mitbürger kümmern und ganz speziell Angehörige für die sicherlich nicht sehr einfache Aufgabe sensibilisieren. Sie geben Ratschläge und Tipps, wie Patienten in ihrem Umfeld zuhause betreut werden können, wie man mit ihnen umgehen könnte, ohne dabei Gefahr zu laufen, die Nerven zu verlieren. In Selbsthilfegruppen können sie lernen, die Hintergründe dieser um sich greifenden Krankheit zu verstehen.

Auch im Mühlehof in Steinen ist es nach der Corona geschuldeten Abstinenz nun wieder möglich, sich mit anderen Leidtragenden auszutauschen. Möglich machen das drei fachlich versierte Frauen: Gertrud Thoma, Heidi Blum und Ingrid Strass-Wüst. Für das Trio ist es „eine Herzensangelegenheit“, an Demenz erkrankten Menschen und deren Angehörigen entsprechende Hilfen anzubieten, sie auf ihrem Leidensweg zu begleiten und ihnen die Möglichkeit zu geben, Sorgen und Nöte mit gleichermaßen Betroffenen zu teilen. Denn schließlich ist „geteiltes Leid halbes Leid“.

Und es ist, das wissen die drei unter der Flagge der SGS ehrenamtlich engagierten Frauen, unverzichtbar, sich gegenseitig Trost spenden und mit Ratschlägen unter die Arme greifen zu können. Entsprechende Erfahrungen konnten die Initiatorinnen noch reichlich sammeln, ehe sie von der Pandemie ausgebremst wurden.

Das Angebot also steht: Unter der Überschrift „Vergissmeinnicht“ findet ab Mittwoch, 13. Oktober, um 18.30 Uhr in der „Café-Mühle“ im Seniorenzentrum Mühlehof in Steinen ein Stammtisch statt, zu dem das Trio um Ingrid Strass-Wüst einlädt und der ab dann an jedem zweiten Mittwoch allen zur Verfügung steht, die sich trauen, ihr Schicksal ab sofort selbst in die Hand zu nehmen, wenn sie erkannt haben, dass es niemandem hilft, den Kopf in den Sand zu stecken. Die Teilnahme an den Treffen ist selbstverständlich kostenlos.

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