Warmes Essen für hungrige Mäuler: In einem Elternbrief informiert die für die Grundschulbetreuung in Steinen zuständige AWO gestern darüber, dass der warme Mittagstisch auch im kommenden Schuljahr wie gewohnt serviert werden kann - und zwar für alle Kinder, die das Betreuungsangebot in Anspruch nehmen.

Von Anja Bertsch

Steinen. Eben das stand vorübergehend in Frage: In einem ersten Elternbrief hatte die AWO unlängst angekündigt, dass aufgrund der gestiegenen Nachfrage im kommenden Schuljahr nicht mehr alle Kinder mit einem warmen Mittagessen versorgt werden können. Die Raumverhältnisse im Haus Kunterbunt, so das Argument, seien einfach zu beengt, um das Angebot für noch mehr Kinder als bislang vorzuhalten. Schon jetzt manövriere man mit an Spitzentagen bis zu 35 Kindern hart an der Grenze des Machbaren. Die Anmeldungen fürs nächste Schuljahr liegen noch höher.

Idee zur Lösung: Der warme Mittagstisch sollte künftig den Kindern in der Ganztagsbetreuung vorbehalten bleiben. Diejenigen, die nur über die verlängerte Mittag(essen)szeit bis 14 Uhr in die AWO-Betruung kommen, sollten künftig ihr eigenes Vesper mitbringen. Aufsicht ja, Essensservice nein, so der Gedanke.

Diese Ankündigung stieß bei den betroffenen Eltern auf Widerstand: Zwei Mütter schilderten in der jüngsten Gemeinderatssitzung, welche großen Probleme in Sachen Familienorganisation diese Änderung für sie bedeuten würden. Viele weitere meldeten sich mit ihren Sorgen direkt bei der AWO. Aufgrund der „sehr vielen Rückmeldungen“ der Eltern habe man „nochmals intensiv nach einer Lösung gesucht - und gefunden“, frohlockt AWO-Geschäftsführerin Ina Pietschmann in ihrem aktuellen Schreiben. Und zwar in Form eines zusätzlichen Raumes in der Grundschule, den die AWO für ihr Betreuungsangebot nutzen kann. Damit stehen nun drei statt bisher zwei Räume zur Vefügung. Dies, so Pietschmann, entzerrre die Situation ganz erheblich, wie ein erster Probelauf in den letzten Tagen zeigte: „Der Testlauf war ein durchschlagender Erfolg.“ Kinder und Betreuerinnen seien überrascht gewesen, wie angenehm und ruhig alles ablief. Gerade die lärmempfindlicheren Kinder profitierten demnach ganz enorm. Auch für die Angebote in der Betreuungzeit jenseits der heißen Mitttagsessensphase komme der zusätzliche Raum sehr zupass.

„Es ist uns ein Anliegen, allen Kindern einen Platz in der Grundschulbetreuung anbieten zu können“, betont Pietschmann auch im aktuellen Schreiben noch einmal. Leider aber habe das Haus Kunterbunt nicht genügend Platz für „unendlich viele Kinder“. Daher sei man gemeinsam mit der Gemeinde weiterhin intensiv auf der Suche nach einer langfristigen Lösung in Sachen Räumlichkeiten.