Steinen Weniger Tempo, weniger Lärm

Auf den Ortsdurchfahrten in Steinen soll künftig in weiten Teilen Tempo 30 gelten. Foto: Anja Bertsch

Für große Teile der Steinener Ortsdurchfahrt soll künftig ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern gelten. Das ist die wesentliche Neuerung, die in der verkehrsgeplagten Gemeinde mit dem neuen Lärmaktionsplan (LAP) Einzug halten soll.

Von Christoph Schennen

Steinen. Der Gemeinderat beschloss den Lärmaktionsplan in seiner jüngsten Sitzung einstimmig und beauftragte die Verwaltung, in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachbehörden die darin vorgesehenen Maßnahmen umzusetzen.

Die 30er-Zone soll zum einen beinahe auf dem kompletten innerörtlichen Verlauf der L 138 (Lörracher Straße beziehungsweise Eisenbahnstraße) zwischen der Gerhardt-Hauptmann-Straße (Autohaus Wager) und Wiesebrücke gelten. Zum anderen auf der zweiten ortsdurchquerenden Landstraße L 135 (Kanderner Straße) zwischen dem „Scharfen Eck“ (Kreuzung Eisenbahnstraße) und Sonnenrain.

Zudem soll für den Einbau eines lärmoptimierten Fahrbahnbelags in der Ortsdurchfahrt vordringlicher Bedarf angemeldet werden.

Auf der B 317 soll auf einem Teilstück von 140 Metern beidseitig Tempo 70 eingeführt werden.

Vor der Abstimmung hatte Wolfgang Wahl von der Rapp Trans AG die Einwände der Träger öffentlicher Belange vorgestellt. Unter anderem hatte der Fachbereich Verkehr des Landratsamts der beidseitigen Reduzierung der Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer auf der B 317 eine Absage erteilt, und zwar mit dem Argument, dass in Sachen Lärmschutz nur ein Wohnhaus davon profitieren würde. Fachmann Wahl widersprach dem und sah drei Wohngebäude mit elf Einwohnern davon profitieren.

Die Einführung von Tempo 30 wollte das Landratsamt zumindest nicht für die komplette L 138 gutheißen und etwa den 100 Meter langen Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und Jahnstraße davon ausgenommen haben.

Die Straßenverkehrsbehörde befürchtet, dass es bei einer Geschwindigkeitsreduzierung auf der Lörracher Straße zu einer Verkehrsverlagerung in die Bahnhofsstraße kommen könnte. Diese Argumente widerlegte Wahl.

Auch aus dem Fachbereich Straßen gab es eine Reihe von Einwänden. Zumindest tagsüber sieht die Behörde weder für die B 317 noch für die Ortsdurchfahrt L 138 (Eisenbahnstraße/Lörracher Straße) im Ortskern Steinen vordringlichen Handlungsbedarf. Immerhin: Für die L 135 (Kanderner Straße) kommt auch diese Behörde zur Einschätzung eines „vordringlichen Handlungsbedarfs“ – allerdings nicht ganztags, sondern nur nachts.

Stephan Mohr (Gemeinschaft) fragte angesichts der zahlreichen unterschiedlichen Auffassungen zwischen Verkehrsplaner Wahl und dem Landratsamt, ob das Fachwissen im Landratsamt nicht vorhanden sei. „Wir arbeiten auf gleicher Grundlage, haben aber unterschiedliche Rechtsauffassungen“, so die Antwort Wahls.

Ulrike Mölbert pflichtete ihrem Fraktionskollegen bei. Manche Stellungnahme des Landratsamts verwundere sie. Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald treffe bürgerfreundlichere Entscheidungen.

Marc Sutterer (CDU) forderte, dass die Gemeinde die im Lärmaktionsplan geforderten Verkehrsmaßnahmen bei den Verkehrsbehörden anmahnen solle.

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