Steinen „Wir können nicht wie gewohnt üben“

Steinen - Die Corona-Pandemie hat nicht nur Auswirkungen auf das öffentliche Leben, sondern auch auf Hilfs- und Rettungsdienste wie etwa die Freiwillige Feuerwehr. Wie die Feuerwehr mit den Veränderungen umgeht, darüber hat sich Ralph Lacher bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinen informiert.

Die Gesamtwehr Steinen hat wie alle Gemeinschaften, Institutionen und Vereine den Corona-Verordnungen Rechnung zu tragen. „Wir können seit Monaten nicht wie gewohnt üben, sagt Gesamtkommandant Walter Bachmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Schutzkonzepte mussten etabliert werden, um eine Ansteckung der Feuerwehrleute zu verhindern. Das Tragen einer Schutzmaske ist inzwischen obligatorisch, ebenso die Desinfektionsmöglichkeit und das Abstandhalten. Dieses umfangreiche Hygienekonzept soll gewährleistetn, dass Übungen möglich sind, um die Leistungsfähigkeit im Ernstfall aufrecht zu erhalten.

Betroffen sind insgesamt 223 Aktive, darunter zehn Frauen. Dazu kommen noch 70 Mitglieder in den Jugendwehren und 75 in den Altersmannschaften.

Sie alle befinden sich seitdem harten Lockdown ab Mitte Dezember im Stand-by-Modus: Soll heißen, gemäß Corona-Verordnung sind „nur für den Erhalt der Leistungsbereitschaft unerlässliche Aktivitäten möglich“, sagt Bachmann.

Der November sei üblicherweise der Monat, in dem mit den Abschlussübungen aller Abteilungen nicht nur der Leistungsstand getestet wird, sondern man auch Öffentlichkeitsarbeit betreibt. In diesem Jahr mussten die Abschlussübungen komplett abgesagt werden, und auch die Jahreshauptversammlungen der Abteilungen und der Gesamtwehr wurden ins neue Jahr verschoben (siehe gesonderten Bericht).

Betroffen sind auch die gemeinsamen Kurse und Übungen, etwa die Grundausbildung. Diese wurde im September und Oktober begonnen, ehe der erneute Lockdown kam.

Schon während des ersten Lockdowns im Frühjahr hatte man ein Hygienekonzept erarbeitet. Dadurch konnten die Feuerwehrleute im Juni wieder mit den Übungen beginnen. Allerdings nur in Kleingruppen mit neun Mann und einem Ausbilder beziehungsweise Gruppenführer, wobei alle Wehrmitglieder FFP-2-Masken tragen. Diese Gruppen haben eine feste Besetzung, abteilungsübergreifende Übungen gibt es nicht. „Das ist vor allem im Hinblick auf gemeinsame Einsätze sinnvoll“, sagt Bachmann. Auch der Personentransport bei einem Einsatz ist coronabedingt umgestellt worden. „Normalerweise sitzen neun Mann im Einsatzfahrzeug. Nun sind nur sechs Mann darin vorgesehen.“ Die anderen drei würden im Mannschaftstransportwagen fahren, erläutert Bachmann. Material und Gerätschaften der Feuerwehr werden regelmäßig desinfiziert.

Dass die Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Feuerwehr angesichts der erschwerten Übungsbedingungen eingeschränkt sein könnte, sei nicht zu befürchten, sagt Bachmann. „Wir sind in allen Abteilungen sehr gut aufgestellt und wären im Bedarfsfall auch in Corona-Zeiten in gewohnter Weise für unsere Mitbürger da“, sagt der Gesamtkommandant.

Seit Mitte Dezember sind nur die Gerätewarte im regelmäßigen Einsatz. „Unsere Fachleute für die Gerätschaften und Fahrzeuge dürfen nur einzeln in den Gerätehäusern arbeiten“, ergänzt Steinens Kommandant Michael Lauer. Er und Bachmann erwähnen im Zusammenhang mit den Corona-Einschränkungen aber auch, dass die sozialen Kontakte fehlen. Schließlich sei Feuerwehrarbeit auch Sozialarbeit, man sei eine Gemeinschaft, die ehrenamtlich Einsätze vielfältiger Art absolviert und darüber hinaus auch die Kameradschaft lebt, so Lauer. Hocks und Feste oder eben die Abschlussübungen waren im Corona-Jahr 2020 nicht möglich gewesen.

Besonders ungünstig sei, dass die Jugendwehren seit November nicht mehr üben können. Gerade den Mädchen und Jungen fehlten die Kontakte. Es sei zwar hilfreich, dass das Team um Gesamtjugendwehrwart Kai-Uwe Krieg Facebook und WhatsApp nutze. Ein Ersatz für das physische Zusammensein bei Übungen und weiteren Aktivitäten ersetze dies aber erwiesenermaßen nicht, weiß Bachmann.

Das Ganze werde sicher noch einige Zeit andauern, so Bachmann und Lauer übereinstimmend. Beide sehen noch mindestens zwei, drei Monate mit Einschränkungen vor sich.

Gesamtwehr Steinen: Aktive: 223, davon zehn Frauen in den Einsatzabteilungen Steinen, Höllstein, Hüsingen, Weitenau, Hägelberg, Schlächtenhaus und Endenburg. Jugendfeuerwehr: 70, davon 15 Mädchen. Altersabteilungen: 75. Fanfarenzug: neun Mitglieder, davon fünf Frauen.

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