Steinen „Wir sind auf einem guten Weg“

Markgräfler Tagblatt, 29.06.2018 17:17 Uhr

Der lange Atem der Genossenschaft Energie aus Bürgerhand (EABH) beginnt sich in den Geschäftszahlen niederzuschlagen. Bei einem Jahresüberschuss von rund 112 600 Euro wurde eine Dividendenausschüttung von drei Prozent beschlossen.

Von Gabriele Poppen

Steinen-Hägelberg. Über eine „sehr positive Entwicklung“ freute sich der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Rösch bei der Generalversammlung am Mittwochabend in der „Waldschenke“. So ist die Zahl der Wärmekunden 2017 im Vergleich zu 2016 von 129 auf 137 angestiegen, die Tendenz zeigt seit Beginn der Inbetriebnahme des Nahwärmenetzes beständig nach oben. Die Entwicklung deckt sich mit dem Jahresbericht, den Steuerberater Jochen Kaltenbach den etwa 30 Zuhörern erläuterte.

So konnte 2017 ein Überschuss von rund 112 600 Euro erzielt werden (Vergleich 2016: 33 755 Euro). Jochen Kaltenbach betonte, dass sich der Wärmepreis vor allem dank des hohen ehrenamtlichen Engagements der Aktiven auf einem günstigeren Niveau bewegen könne. Die Eigenkapitalquote der Genossenschaft sah er zwar als noch zu gering an, dennoch wollte er sich in diesem Jahr erstmals nicht ausdrücklich gegen eine Dividendenausschüttung an die Mitglieder aussprechen.

Dass diese positiven Ergebnisse sich nicht von selbst einstellen, ging unter anderem aus dem Bericht vom Vorstands-Vorsitzenden Manfred Ruf hervor. So hatte die EABH 2017 zu kämpfen mit Mängeln am Wärmenetz im Boden, die von der zuständigen Baufirma noch immer nicht vollends beseitigt wurden. Im laufenden Jahr sollen dann aber alle Beschädigungen an den Außen-Hüllen der Wärmeleitungen behoben sein.

Zu verkraften hatten die Aktiven auch den Austritt von Willi Keim als Finanzvorstand. „Wir haben seit Beginn unserer Geschichte deutliche Schrumpfungen bei der Zahl der mitwirkenden Kräfte“, rief Manfred Ruf die Anwesenden dazu auf, sich aktiv in die Arbeit einzubringen. Positiv hob der erste Vorsitzende den Besuch von Andre Baumann hervor, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Jürgen Rösch betonte die gute Zusammenarbeit des EABH-Teams und würdigte ebenso die Mitglieder: „Sie haben das Projekt erst ermöglicht.“ Er führte dann die Versammlung gedanklich wieder zum Kern der Idee der Energie-Genossenschaft: „Wir haben mit dem Nahwärmenetz in Hägelberg für uns die Energieziele, die sich Deutschland bis 2050 gesetzt hat, bereits erreicht.“ Und damit die Erfahrungen eine Strahlwirkung entfalten, wurden Projekte umgesetzt, wie die Kooperation mit 14 Schulen aus der Region („EABH macht Schule“), bei der Manfred Ruf und Jürgen Rösch Schülern für eine Zukunft mit regenerativer Energiegewinnung begeistern möchten.

Für dieses Ziel kämpft auch der „Förderverein Bürgerheizung“, der sich unter anderem einsetzt für das Entstehen eines Energie-Lehrpfades bei der Heizzentrale. Die Vorsitzende Jana Bühler freute sich darüber, mit dem Projekt am Novartis-Partnerschaftstag ein ganzes Stück vorwärts gekommen zu sein.

Über den Stand beim Glasfasernetz im Dorf, das im Zuge des Nahwärmenetzbaus mit Anschluss bis ins Haus verlegt wurde, informierte Projektkoordinator Peter Poppen. Das Glasfasernetz wird an den Zweckverband Breitbandversorgung veräußert. Ende Juli 2018 soll die Verantwortung an den Zweckverband sowie Betreiber „pepcom“ übergehen.

Beschlüsse: Die 23 anwesenden Mitglieder genehmigten einstimmig den Jahresabschluss 2017. Mit 22 Ja-Stimmen und einer Enthaltung wurde die Verwendung des Jahresergebnisses einschließlich Dividendenausschüttung von drei Prozent beschlossen.

Wahlen / Verabschiedungen: Bürgermeister Gunther Braun wurde einstimmig zum Aufsichtsrat als Nachfolger von Bernd Bühler gewählt.

Weitere Informationen: Mehr unter www.eabh.de.

 
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