Steinen Zu Weihnachten schnelles Internet

Steinen-Schlächtenhaus - In Schlächtenhaus fiel am Freitagvormittag der Startschuss für den Breitbandausbau, der einen schnelleren Internetzugang als bisher ermöglicht.

Bürgermeister Gunther Braun freute sich, dass in dem Steinener Teilort die Zeit der sich zäh füllenden Ladebalken noch in diesem Jahr vorbei sein wird. Für ihn gehört zur Wohn- und Lebensqualität mittlerweile ein schneller Internetanschluss dazu. Bislang war die Breitbandversorgung in Schlächtenhaus suboptimal. Für Gewerbetreibende und Privatpersonen ist die Breitbandversorgung mittlerweile aber ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Auswahl des Standortes oder Wohnortes.

Insofern zeigte sich Bürgermeister Braun froh darüber, dass Landrätin Marion Dammann früh die Zeichen der Zeit erkannt und den Breitbandausbau forciert habe. Nicht zuletzt zu diesem Zweck wurde der Zweckverband Breitbandversorgung Landkreis Lörrach gegründet. Laut dessen Geschäftsführer Paul Kempf wurden 11,5 Kilometer Glasfaserkabel von Gündenhausen durchs Kleine Wiesental nach Schlächtenhaus verlegt, um den Steinener Ortsteil an die Datenautobahn anbinden zu können. Noch einmal gleich viel Kabel werden nun in Schlächtenhaus zur Versorgung der Häuser beziehungsweise Haushalte in die Erde gelegt. Für Kempf sind das viele Leitungsmeter für relative wenige Menschen.

Dass Schlächtenhaus in den Genuss des Vollausbaus kommt, hängt laut dem Geschäftsführer damit zusammen, „dass die Not hier schlicht am größten ist“. Derzeit sind insbesondere die Gemeinden im ländlichen Raum nicht bedarfsgerecht mit Breitbanddiensten versorgt. Dort, wo die Versorgung am schlechtesten ist (zwischen 0 und 16 mbit/s) und keine privatwirtschaftliche Netzaufrüstung in Sicht ist, wird der kommunale Ausbau zuerst gestartet. Das Glasfasernetz ist für den Geschäftsführer des Zweckverbands Breitbandversorgung Landkreis Lörrach, Paul Kempf, ein Netz, das für Jahre reichen wird. Derzeit verfügen nur zehn Prozent aller Haushalte über einen Glasfaseranschluss. Insofern gehört der Landkreis zu den Vorreitern dieser Technologie. Schlächtenhaus wird einer der ersten Ortsteile Steinens sein, der nun flächendeckend mit schnellem Internet versorgt wird.

Ein Blick ins Internet zeigt: Rund 2,9 Millionen Haushalte waren deutschlandweit im Jahr 2017 an das Glasfasernetz angeschlossen, davon nutzen 820 000 Haushalte den Zugang aktiv als Internetanschluss. Fast nirgendwo in den Industriestaaten ist der Glasfaseranteil derartig niedrig.

Peter Basler von Regiodata aus Lörrach, einem der führenden Geodatendienstleister in Baden-Württemberg, sagte, dass in Schlächtenhaus fast alle Hausbesitzer den Anschluss ans Glasfasernetz wünschen. Für diejenigen, die noch keinen Vertrag unterschrieben haben, werde es jetzt eng. Wenn die Kabel verlegt und die Straßendecke wieder geschlossen ist, werde es teuer: Anstatt mit etwas über 700 Euro muss dann mit Kosten von 3000 bis 3500 Euro gerechnet werden.

Apropos teuer: Laut Kempf kostete der Backbonebau, die Hauptschlagader des Netzes, die zwischen Gündenhausen und Schlächtenhaus verlegt wurde, rund 1,5 Millionen Euro. Für die Kabelverlegung in Schlächtenhaus wird noch einmal mit 750 000 Euro an Kosten gerechnet. Weil die Gemeinde und auch der Landkreis die Kosten für den gesamten Netzausbau im Landkreis Lörrach nicht alleine stemmen könnte, gibt es Fördermittel vom Land in Höhe von 40 bis 60 Prozent.

Nach der Verlegung wird das Leitungsnetz, das sich danach im übrigen in kommunaler Hand befinden wird, dem Netzbetreiber, in diesem Fall Pyur, eine Marke der Tele Columbus, übergeben. Laut Kempf sind die Kommunikationsprobleme, die es zuletzt im Rebland mit Pyur gegeben hatte (wir berichteten), mittlerweile ausgeräumt.

Eine Verpflichtung, mit dem Netzbetreiber einen Vertrag abzuschließen, gibt es nicht, es besteht weiterhin die Möglichkeit, beim bisherigen Telekommunikationsanbieter zu bleiben. In Schlächtenhaus wird es, bevor auf die Datenautobahn gefahren werden kann, noch eine Informationsveranstaltung geben.

„Jetzt oder nie“, lautete der Rat am Freitag an die Bewohner von Schlächtenhaus. Wenn nicht für sich selber, dann sollte doch der Anschluss wenigstens für die Kinder oder Enkelkinder gelegt werden. Nicht zuletzt steigere eine gute Netzanbindung den Wert der Immobilie, hieß es am Rande. Der Zweckverband ist aufgrund der hohen Investitionskosten auf eine hohe Anschlussdichte angewiesen.

Laut Peter Basler von Regiodata sollen die Tiefbauarbeiten im Sommer abgeschlossen sein. Wenn alles wie geplant läuft, dann können unterm Weihnachtsbaum Abos für Videostreamingdienste wie Netflix, Maxdome und Co. liegen. Dann kann der Blockbuster zuhause gesehen werden.

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