Maulburg Zweifel an der Erschließung

iDie Bahnhofstraße in Maulburg soll saniert werden.Foto: Christoph Schennen Foto: Markgräfler Tagblatt

Der Maulburger Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Montag mit einer Bauvoranfrage und einem Bauantrag beschäftigt. Erstere wurde abgelehnt, letzterem zugestimmt.

Von Christoph Schennen

Maulburg. Ein Bauherr will an der St. Loup-Straße einen Carport mit angeschlossenen Schuppen an eine Doppelhaushälfte bauen. Für das Gebiet gilt der Bebauungsplan „Gänsmatt“. Der Gemeinderat erteilte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen zu dem Bauprojekt und erteilte auch zwei Befreiungen. Der Dachüberstand des Carports ragt um 90 Zentimeter über die Baugrenze hinaus. Ferner hat das Pultdach eine Neigung von vier Grad statt der im Bebauungsplan vorgeschriebenen Mindestneigung von zehn Grad. Um das Dach gestalterisch in Einklang mit der Nachbarbebauung zu bringen, dessen Garage ein Flachdach hat, wählt der Bauherr eine flachere Dachneigung.

Rege Diskussion

Kontroverse Diskussionen rief die Bauvoranfrage über den Abbruch eines Schopfes sowie den Neubau von zwei Doppelwohnhäusern mit Garagen an der Hermann-Burte-Straße hervor. Er erstreckt sich über zwei Flurstücke. Die zweigeschossigen Wohngebäude sollen im rückwärtigen Bereich der Straße gebaut werden. „Vorgesehen sind sechs Wohneinheiten pro Grundstück“, sagte Sandra Fluri vom Bauamt. Auf dem Areal befindet sich ein Schuppen, dessen hinterer Teil entfernt werden soll sowie eine Scheune, die unter Denkmalschutz steht. In der Scheune sollen zwei Wohneinheiten untergebracht werden. Die Zufahrt zu den Neubauten ermöglicht ein Weg, für den ein Wegerecht aus dem Jahr 1881 besteht. Die Verwaltung bezweifelt, dass der Weg dem zu erwartenden Verkehrsaufkommen gerecht wird, und sagt, dass eine Bebauung nur genehmigungsfähig sei, wenn der Bauherr das Wegerecht über eine Baulast sichere.

Fragen zur Erschließung

Die zentrale Frage bei dem Bauvorhaben sei, wie man die Gebäude erschließen könne (Wasser, Abwasser, Entwässerung), sagte Bürgermeister Jürgen Multner. Eine Erschließung über das Gässle (Am Platz/Hermann-Burte-Straße) sei nicht möglich. Das vorliegende Bauvorhaben sei laut dem Bürgermeister „kein gelungenes Bauvorhaben“ und lasse sich höchstens in „sehr gelockerter Bauweise“ verwirklichen.

Anmerkungen aus dem Rat

Christof Schwald (Freie Wähler) kommentierte die Bauvoranfrage mit den Worten: „Eine hinterliegende Erschließung ist nicht in unserem Interesse. Wir sollten für das Bauvorhaben auch keinen Bebauungsplan aufstellen.“ Markus Meßmer (CDU) sagte, vor einer Abstimmung über das Projekt müsse geklärt werden, ob die Baulast vom Baulastträger übernommen werde. Für Christian Leszkowski (SPD) ist eine Verdichtung im Ortskern sinnvoll. Er plädierte für eine Errichtung in lockerer Bauweise und fand, dass ein Bebauungsplan für zwei bis drei Grundstücke nicht gebraucht werde.

Abstimmung

Dann ließ Bürgermeister Multner über folgenden Beschlussvorschlag abstimmen: Der Gemeinderat erteilt das gemeindliche Einvernehmen unter Berücksichtigung von Auflagen. Der Brandschutz (Zufahrt Rettungswege und Ähnliches) muss gewährleistet, das Wegerecht geklärt und die Erschließung mit Wasser und Abwasser sowie die Entwässerung möglich sein. Seitens der Gemeinde ist eine gelockerte Bauweise gefordert, um den Charakter des denkmalgeschützten Gebäudes zu erhalten. Bei der Abstimmung votierten sechs Gemeinderäte für diesen Vorschlag, sieben votierten dagegen. Er ist somit abgelehnt worden.

Sanierung Bahnhofstraße

Einstimmig entschied der Gemeinderat, die Bauleistungen für die Sanierung der Bahnhofstraße an eine Firma aus Steißlingen zu vergeben. Die Vergabesumme beträgt rund 832 000 Euro. Die Straße wird komplett saniert und Schmutzwasserkanal, Trinkwasserleitung und Straßenbeleuchtung erneuert. Die Steißlinger Firma wird auch Breitband verlegen.

Die Sanierung ist in drei Bauabschnitte unterteilt, wie Birgit Bergmann-Rooks (Bauamt) in der Sitzung berichtete. Der erste Bauabschnitt umfasst den Bereich von Blostweg zur Emil-Kuttler-Straße. Hier werden Kanäle (unter anderem Schmutzwasser und Trinkwasser) ausgetauscht, Breitband verlegt und Randsteine gesetzt.

Der zweite Bauabschnitt umfasst den Bereich von der Emil-Kuttler-Straße bis zur Köchlinstraße. Hier wird unter anderem der Asphalt ausgebaut. Im dritten Bauabschnitt wird dann in der gesamten Bahnhofstraße der neue Asphalt eingebaut. Sie ist dann voll gesperrt. Im ersten Bauabschnitt können Pendler ihren PKW noch am Bahnhof abstellen. In diesem Bauabschnitt werden dann auch die Radständer abmontiert bis auf einen, der sich im westlichen Bereich befindet. Im zweiten Bauabschnitt wird dann auch dieser entfernt. Die Bushaltestelle wird während der Bauarbeiten voraussichtlich von der Bahnhofstraße in den Blostweg verlegt. „Der Zugang zum Bahnsteig ist aber stets gewährleistet“, versicherte Bergmann-Rooks.

Die Arbeiten in der Bahnhofstraße beginnen am 15. März und gehen voraussichtlich bis Ende Oktober.

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