Tag des Hundes in Lörrach 192 Hundehalter mit dem „Herz auf vier Pfoten“ unterwegs

Marianne Rittner
Hundedame Olga – mit ihrer Besitzerin Petra Höfler (rechts) und ihre Tochter – gehört ganz selbstverständlich zur Familie. Foto: zVg

Herrchen und Frauchen lieben ihre Vierbeiner – das führen zwei bekannte Lokalpolitiker vor Augen. Der Tierschutzverein bemerkt zum „Tag des Hundes“ aber auch, wie sich Probleme in der Gesellschaft auf das Miteinander von Mensch und Hund auswirken.

Die frühere Marktmeisterin und scheidende Ratsfrau Petra Höfler kann sich ein Leben ohne Hund nicht vorstellen. Sie ist in einer Familie aufgewachsen, zu der stets ein Hund als Haustier gehörte. Heute ist Dackeldame Olga meist an ihrer Seite, nur bei Sitzungen im Rathaus muss der Vierbeiner zu Hause bleiben. Vor zehn Jahren war Höfler auf der Homepage einer Organisation für Tierrettung auf den Dackelmischling aufmerksam geworden. Olga stammt aus Rumänien und ist ein Fundtier, das dort ohne Besitzer auf der Straße lebte. Heute ist sie 14 Jahre alt und kann auf ein schönes Hundeleben in Lörrach zurückblicken. Denn Petra Höfler kümmert sich vorbildlich um das „Herz auf vier Pfoten“.

Tierheim voll belegt

Mit solchen Hundebesitzern, der insgesamt 192 Hundehalter in Lörrach, kommt Renate Mittner vom Tierschutzverein Lörrach gerne ins Gespräch. Zu ihrem Bedauern hat sie es aber häufiger mit anderen Hundehaltern zu tun, die ihr Tier im Tierheim abgeben wollen, da sie überfordert sind. Meist handelt es sich dabei um Hunde, die durch ihre Besitzer nicht sozialisiert sind oder die durch Beißen auffällig wurden. „Die Abgaben sind nach wie vor hoch“, heißt es von Seiten des Tierschutzvereins. Daher können derzeit keine verhaltensauffälligen Hunde aufgenommen werden. Die Mitarbeiterinnen im Tierschutzverein hoffen vielmehr, acht bis zehn Hunde ihrer Schützlinge noch vermitteln zu können und möchten hierfür verantwortungsbewusste und liebevolle Tierhalter finden, die sich weiter um sie kümmern.

Alfred Kirchner mit seinem Hund Addi Foto: zVg

Die zahlreichen Kontakte, die Hundebesitzer auf ihren Spaziergängen mit anderen Menschen knüpfen, schätzt Höfler sehr. „Es ist schön, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten“, schildert sie ihre Erfahrungen. „Vor allem kleine Kinder reagieren sehr positiv auf meinen Hund, sie suchen den Kontakt zu Olga und wollen vieles wissen.“ Das ist die schöne Seite am Alltag mit Hund. Doch Höfler kennt auch die andere Seite. Es komme aber sehr selten vor, dass Menschen sich bei ihr über Hundehalter beschwerten. Ein Ärgerthema sind dabei meist Hinterlassenschaften auf Bürgersteigen oder Grünflächen. „Lörrach ist aber alles in allem sehr sauber“, sagt die Gemeinderätin.

Mehr Hunde in Lörrach

Alfred Kirchner, der viele Jahre für die CDU im Ratsrund saß, brachte 2022 einen Antrag in den Rat ein, eine Hundewiese unter der Autobahnbrücke in Haagen einzurichten. Auf der Fläche sollten Hunde ihr ausgeprägtes Sozialverhalten ausleben können, mit anderen Hunden ohne Leine frei toben und ganz Hund sein dürfen. Der Antrag wurde aufgrund möglicherweise entstehender Verunreinigungen des Grundwassers abgelehnt. Kirchner war sehr enttäuscht über die Entscheidungen, da ihm kaum etwas mehr Freude bereitet, als seinem Hund Addi beim Spielen zuzusehen.

Schicksale verbunden

Im Vergleich zu 2019 ist die Zahl der Hunde in Lörrach um 15 Prozent gestiegen. Jene Hunde, die nicht so großes Glück haben wie Olga und Addi landen bei Renate Mittner und ihrem Team. Ins Tierheim kommen auch Hunde, deren Besitzer sie aus Kostengründen abgeben müssen. Die Kosten für einen Hund sind nicht zu unterschätzen: Futter, Tierarzt und die Hundesteuer, die derzeit in Lörrach bei 96 Euro für den ersten Hund und bei 192 Euro für den zweiten und jeden weiteren Hund liegt. Manchmal sind es auch Krankheit, Tod, Trennungen oder ein Umzug, die die Hunde ins Tierheim führen – das Schicksal der Hunde ist untrennbar mit dem ihrer Halter verbunden. Heute leben 30 Hunde im Tierheim in Hauingen. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren etwa gleich geblieben. Sogenannte Listenhunde, auch oft als „Kampfhunde“ bezeichnet, befinden sich nicht darunter, dafür viele Mischlinge. Immer seltener kommt es vor, dass Hunde in der Urlaubszeit ausgesetzt werden.

Die Kirchners richten selbst ihren Urlaub nach den Bedürfnissen ihres treuen Begleiters aus und buchen seit der Golden Retriever Addi dabei ist nur in Hotels und Pensionen, in denen auch Hunde beherbergt werden.

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