Tischtennis Das Tischtennis-Tagebuch der Sophia Klee

Sophia KleeFoto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Frage: Liebe Tischtennisfreunde, ich heiße Sophia Klee und spiele für den ESV Weil in der 1. Bundesliga. Ich werde euch immer wieder in meinem Tischtennis-Tagebuch auf dem Laufenden halten.

„Was soll ich sagen. Wir haben mit dem ESV Weil die Bundesligapartie gegen den Tabellenführer klar verloren. Gegen Kolbermoor hatten wir beim 1:7 keine Chance. Das ist natürlich enttäuschend. Gerne hätten wir gegen dieses Top-Team ein besseres Ergebnis erreicht.

Mit meiner Leistung dagegen durfte ich endlich einmal wieder zufrieden sein. Das macht die Niederlage natürlich nicht wett, aber zeigt mir, dass ich es noch kann und die Leistungskurve endlich wieder nach oben zeigt. Das macht Mut für die kommenden, nicht einfachen Wochen und Monate.

Das erste Einzel gegen Abwehrspezialistin Svetlana Ganina habe ich zwar mit 0:3-Sätzen verloren, doch waren die Sätze nicht so deutlich, wie es das Ergebnis am Ende aussagt. Es ist im Tischtennis eben so, dass es nur zwei Extreme gibt, wenn man einer Abwehrspielerin gegenübersteht. Entweder kann man dagegen halten oder eben nicht. Bei mir war es bislang eher Letzteres. Ich tue mich verdammt schwer gegen Spielerinnen, die nur abwehren, selbst nichts für das Spiel machen und gerne mit Schnitt agieren.

Nach dem 7:11, 7:11 und 10:12 hatte ich das Gefühl, dass ich es besser gemacht habe als sonst. Ich wusste, wie ich spielen musste, hatte ein besseres Gefühl. Es ist gegen diese Tischtennis-Variante eben viel Geduld gefragt. Es gilt, den Schnitt der Gegnerin zu erkennen, den richtigen Winkel zu haben und auf Punkt zu gehen. Eigentlich mag ich es lieber, lange Ballwechsel zu spielen. Aber, und das ist nun mal so, Abwehrspielerinnen machen kaum Fehler. Sie warten auf den Fehler der anderen.

Wie gesagt, in der Vergangenheit habe ich das nicht so gut hinbekommen. Und so bin ich mit einem guten Gefühl ins zweite Einzel gegen die nur ein Jahr jüngere Naomi Pranjkovic gegangen. Wir kennen uns gut. Wir spielten gemeinsam im Team Deutschland bei den Europameisterschaften und haben schon viele Meisterschaften gemeinsam bestritten. Sie war der perfekte Gratmesser. Es war ein Match, um zu sehen, welches Leistungsniveau ich derzeit aufweise. Ich war sehr froh, dass ich es beim 11:9, 11:4 und 11:5 so gut meistern konnte.

Aber ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, warum es so gut gelaufen ist. Das Abi rückt näher, und damit steigt auch der Stress. Aber vielleicht mache ich mir weniger Druck und nehme das Ganze etwas lockerer trotz der Belastung. Ich habe mich am Sonntag irgendwie freier gefühlt. Ich habe das gleich auch im Spiel gemerkt. Das kann man nur schwer beschreiben, aber plötzlich steht man richtig zum Ball, nimmt den Rückschlag besser an und gewinnt die umkämpften Ballwechsel. Die Unsicherheit ist verschwunden.

Vielleicht wird das ja auch für die nächsten Monate meine Devise: Lockerer die Sache angehen! Ich weiß ja nicht, was kommen wird. Klar ist nur, dass ich Ende April die erste Abiklausur schreibe. Jetzt büffle ich gerade für den Bio-Leistungskurs. Fotosynthese! Ich werde in der Schule und an der Platte mein Bestes geben.

Ich habe gehört, dass die internationalen Verbände eventuell eine Systemänderungen vornehmen und uns Jugendlichen das verpasste Corona-Jahr zurückgeben. Dann wird aus der U18 kurzerhand eine U19. Das wäre wirklich toll.

So hätten junge Spielerinnen wie ich nochmals die Chance, in der Altersstufe der Jugend zu zeigen, was sie so drauf haben. Dann ist die Schule vorbei und die Förderung weiterhin gegeben. Das alles könnte sich sicherlich positiv auswirken.

Zur Person: Sophia Klee ist 17 Jahre alt und in ihrer Altersklasse das wohl größte Tischtennistalent in Deutschland. Sie wohnt in Niestetal nahe Kassel und besucht das Gymnasium.

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