Tischtennis Das Turnier seines Lebens

Sie strahlen immer noch: Bernhard Bürgin und seine Goldmedaille. Foto: Franziska Schwarz Foto: Die Oberbadische

Gold in Budapest: Die Medaille auf Bernhard Bürgins Esstisch erinnert an den bislang größten Erfolg seiner Tischtenniskarriere: Mehr als einen Monat ist es her, dass Rolf-Dieter Loss und er Doppel-Europameister bei den Senioren der Altersklasse 60 wurden. Beiden ist dieser Moment noch immer so präsent, als wäre er erst gestern gewesen.

Von Franziska Schwarz

Bezirk Oberrhein. „Das war das Turnier meines Lebens“, resümiert Bernhard Bürgin vom TTC Laufenburg und blickt mit einem breiten Grinsen auf die Senioren-Europameisterschaften Anfang Juli in Budapest zurück. Gemeinsam mit Rolf-Dieter Loss (TTC Singen) holte er Gold bei den 60- bis 64-Jährigen. Damit erfüllten sich die beiden Tischtennis-Asse vom Hochrhein den lang gehegten Traum einer Medaille auf internationaler Ebene.

Mit nur einem Satzverlust schlossen Loss und Bürgin die Vorrunde souverän als Gruppenerste ab. Ein Platz unter den besten 16 war ihnen durch ein Freilos und zwei ungefährdete Siege schnell sicher.

Keine Zeit, um über Medaille nachzudenken

Nach dem kräftezehrenden Achtelfinale blieb ihnen kaum Zeit zum Verschnaufen: Direkt nach dem Sieg wurden sie an einen anderen Tisch beordert, wo die beiden Russen Eduard Kozlovskii und Vladimir Tudvasev auf sie warteten. Mit 3:1 entschieden Bürgin und Loss das Match jedoch für sich. Dass ihnen damit eine Medaille bereits sicher war, erkannten sie erst beim Unterschreiben des Ergebnisses, hatten sie doch vor dem Spiel gar keine Zeit gehabt, sich über den aktuellen Stand zu informieren.

Mit dem Erreichen des Halbfinales war auch endlich der Wunsch nach einer internationalen Medaille erfüllt. Sowohl bei den Weltmeisterschaften 2012 in Stockholm als auch 2018 in Las Vegas mussten sie nach fünf hart umkämpften Sätzen jeweils den Gegnern gratulieren – Beide Paarungen wurden im Anschluss Weltmeister. „Das hat uns so richtig zusammengeschweißt“, erzählt Bürgin.

Vielleicht war es dieses Zusammengehörigkeitsgefühl, das die beiden im weiteren Verlauf des Turniers antrieb. Gegen Jurii Bannikov und Alexandr Bogomolov aus Russland mussten sie über die volle Distanz von fünf Sätzen gehen, um das Match für sich zu entscheiden. Auch das Finale hätte spannender kaum sein können: Einen 1:2-Rückstand glichen die Südbadener aus und besiegten Yi Ding (Österreich) und Aleksei Rodin (Russland) im Entscheidungssatz.

Obwohl Loss und Bürgin auf eine Medaille gehofft hatten, war Gold „jenseits der Vorstellungskraft“, berichtet Bürgin strahlend. Auch für Rolf-Dieter Loss sei es ein „herausragendes Ereignis“ in seiner Spielerlaufbahn gewesen. Und die weist mit einigen Jahren in der 1. Bundesliga durchaus nennenswerte Stationen auf.

Von den Europa- und Weltmeisterschaften für die Senioren sind beide Spieler sehr angetan: Loss findet es spannend, auf Gegner zu treffen, gegen die man im nationalen Spielbetrieb gar nicht spielt. 2000 Zuschauer und über 3400 Spieler machen das Turnier zudem zu etwas ganz Besonderem. „Wenn so viele Tischtennisspieler zusammen sind, gibt das eine tolle Gemeinschaft“, beschreibt der Wutöschinger die Atmosphäre in der Halle.

Die WM 2020 in Bordeaux ist im Visier

Dass die beiden Routiniers bei der Weltmeisterschaft 2020 in Bordeaux wieder an den Start gehen werden, das steht für sie außer Frage. Und Hoffnung auf eine weitere Medaille haben beide: „Wir spielen gut zusammen“, findet Bürgin und ergänzt: „Wir schielen in Richtung einer Medaille“.

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