Tischtennis Das Wunder in der Stuhl-Stadt

Großen Anteil am Aufstieg des ESV Weil hat Ievgeniia Vasylieva.Foto: Archiv Foto: Die Oberbadische

Ein Lebenstraum ist für das Ehepaar Spiess in Erfüllung gegangen. Die erste Damenmannschaft des ESV Weil spielt in der Saison 2020/21 in der 1. Bundesliga. Was für ein Erfolg, was für ein großartiger Meilenstein in der Geschichte des Oberrhein-Tischtennis, was für ein Imagegewinn für die Stadt der Stühle.

Weil am Rhein. Möglich wurde dieses Tischtennis-Wunder vor allem durch den unermüdlichen Einsatz von Doris und Serge Spiess, die mit ihrem aufopferungsvollen und erfolgsorientierten Wirken dieses Ziel immer vor Augen hatten. Zunächst versuchten die ESV-Macher, mit der ersten Herrenmannschaft in die Beletage des deutschen Tischtennis vorzustoßen. Das klappte nicht. Mit dem Aufstieg in die Regionalliga wurde damals das Ende der Fahnenstange erreicht.

Die Weiler Führungsriege orientierte sich neu, setzte in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg auf die Trumpfkarte Damen-Tischtennis. Dabei vernachlässigte der ESV seine herausragende Nachwuchsarbeit, für die in erster Linie der aktuelle Damen-Trainer Alen Kovac verantwortlich zeichnete, nicht. Rasant stieß der Klub mit der Ukrainerin Ievgeniia Vasylieva als überragende Nummer eins, aber auch mit den Eigengewächsen Lilli Eise und Dajana Kovac in die 2. eingleisige Bundesliga vor.

Beinahe wäre das Unterfangen „Erstliga-Aufstieg“ in der Saison 2018/19 im vierten Zweitliga-Jahr gescheitert, weil Vasylieva schwanger wurde und Vivien Scholz mehrere Monate krankheitsbedingt pausieren musste. Doch der Rückzug anderer Klubs bewahrte den ESV Weil vor dem Abstieg.

Mit der Verpflichtung von Polina Trifonova zur aktuellen Saison und der Rückkehr von Vasyliova ging’s dann aber für den ESV steil nach oben. Die Grenzstädterinnen waren nun ein Titelkandidat, der sich mit dem TTC Weinheim um die Meisterschaft duellierte.

Nur ein Punkt trennte den Ersten Weinheim vom Zweiten Weil, als der Coronavirus-Ausbruch der Saison ein abruptes Ende bereitete. Weil schloss die Saison 19/20 als Zweiter ab, meldete aber dennoch für die 1. Bundesliga. Ein cleverer Schachzug. Denn: Weilheim meldete nicht, und so rückte der ESV als Zweiter auf. „Eigentlich wollten wir als Meister aufsteigen. Nun rücken wir nach, weil Weilheim verzichtet. Das schmälert unsere Freude über diesen Aufstieg keineswegs. Wir haben es geschafft. Das ist unglaublich“, jubelt Serge Spiess.

Der Aufstieg in die 1. Bundesliga soll für den ESV Weil keine Eintagsfliege werden: „Wir wollen nun sportlich und wirtschaftlich die Voraussetzungen schaffen, dass wir uns in der höchsten deutschen Spielklasse etablieren“, betont Spieß. Personell sieht sich der Sportliche Leiter auf einem guten Weg. Bis auf Vivien Scholz, die sich einem Berliner Klub anschließt, bleibt das Team zusammen. Das heißt: Vasylieva und Trifonova schlagen weiter für ESV auf. Neu besetzt werden zwei Positionen im Team. Da befinden sich die Verantwortlichen in aussichtsreichen Gesprächen.

Eline Loyen bleibt auch, wird aber nur als erste Ersatzspielerin geführt. Die belgische Nationalspielerin soll zudem in der „Zweiten“, die in die Oberliga aufgestiegen ist, aktiv sein. Qian Wan bleibt zwar beim ESV Weil, wird aber aus beruflichen Gründen ein Jahr pausieren. Spiess traut ihr aber auch ohne Training den einen oder andere Oberliga-Einsatz zu.

Ohne die finanzielle Unterstützung seitens der Sponsoren wäre die Erfolgsgeschichte der Tischtennis-Abteilung nicht möglich gewesen. Deshalb wird das Ehepaar Spiess nicht müde, weitere Unterstützer für ihr spannendes Projekt „1. Bundesliga“ zu generieren. „Tischtennis ist ein sauberer und fairer Sport ohne Skandale. Da lohnt die Unterstützung und garantiert beiden Seiten einen Mehrwert. Wir sind sehr dankbar, dass wir einen treuen Sponsoren-Pool haben, der uns nachhaltig unterstützt. Der eine oder andere hat uns bereits signalisiert, dass er angesichts des Erstliga-Aufstiegs bereit ist, sein finanzielles Engagement zu erhöhen“, freut sich Sportchef Spiess außerordentlich.

Nicht nur Weil, sondern auch die Unterstützer wird es sicherlich freuen, dass für den ESV die Erstliga-Zugehörigkeit für die nächsten beiden Jahre gesichert ist. Denn: Der TuS Bad Driburg, aktuell Tabellenzweiter, hat nach erfolgter Erstliga-Meldung seinen Rückzug bekannt gegeben und steht somit in der Saison 2020/21 bereits als Absteiger fest.

Das soll aber für den ESV Weil kein sanftes Ruhekissen sein: „Wir streben den sechsten Tabellenrang an. Der berechtigt dann zur Teilnahme an den Titel-Playoffs“, gibt Spiess die Marschrichtung vor.

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