Tischtennis „Die Mädchen sind echt super drauf“

Ievgeniia Szoniuk fiebert dem Saisonstart entgegen.Foto: Uli Nodler Foto: Die Oberbadische

Historisches trägt sich zu am kommenden Sonntag in der Eckehard-Colmar-Sporthalle in Langstadt. Erstmals in der Geschichte des Oberrhein-Tischtennis schlägt mit dem ESV Weil ein Klub aus der Grenzecke in der 1. Damen-Bundesliga auf. Die Weilerinnen sind am kommenden Sonntag beim TSV Langstadt zu Gast. Die Partie beginnt um 14 Uhr.

Von Uli Nodler

Weil am Rhein. Weil am Rhein ist ab dem 4. Oktober weit über die Grenzen hinaus nicht nur als Stadt der Stühle und für seinen Einkaufs-Tourismus bekannt. Nun kennt man die Grenzstadt als Heimstadt einer Damen-Bundesligamannschaft. Man kann dem rührigen Klub im südwestlichsten Zipfel der Republik nur wünschen, dass die Kommune dem gesteigerten Imagegewinn in irgend einer Form zum Wohle des ESV Weil auch Rechnung tragen wird.

Weil nicht mehr nur die Stadt der Stühle

Und für ESV-Sportchef Serge Spiess ist mit dem Aufstieg in die Beletage des deutschen Damen-Tischtennis ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen. „Dass ich das erleben durfte, ist unglaublich. Viele haben uns seinerzeit belächelt. Doch nun haben wir alle Besserwisser eines Besseren belehrt. Weil ist auf der Tischtennis-Landkarte eines von sieben Aushängeschildern in Tischtennis-Deutschland.

„Die Mädchen sind echt super drauf“, fiebert auch Alen Kovac dem Saisonstart entgegen. Doch bei aller Euphorie bleibt der ESV-Coach Realist: „Langstadt ist natürlich in eigener Halle Favorit. Die haben Ausnahmespielerinnen in ihren Reihen. Wenn alle spielen, wird das extrem hart.“

Aber spielen auch alle? Zum Beispiel die starke Ägypterin Dina Meshref an Position drei oder die Taiwanesin Cheng Hsien Tzu an Position zwei? Ihr Einsatz sei angesichts der Corona-Pandemie nicht in trockenen Tüchern, war aus dem Lager des Gegners zu hören.

Auf Weiler Seite gibt’s angesichts der Corona-Pandemie keine personellen Einschränkungen. Sowohl die Ukrainerin Ievgeniia Sozoniuk (30) als auch die Serbin Izabela Lupulesku (20) hatten bislang keine Probleme, nach Deutschland einzureisen. Neuzugang Sophia Klee (17), Polina Trifonova und Vivien Scholz leben in Deutschland, müssen keine Grenzen überwinden.

Aber auch ohne seine Ägypterin und Cheng Hsien Tzu ist Langstadt eine Macht. So spielt Petrissa Solja, die aktuelle Europe Top 16-Gewinnerin, für Langstadt. Aber auch von den Neuzugängen Tanja Krämer, mehrfache Deutsche Meisterin im Einzel und Doppel, und Team-Jugendeuropameisterin Yunli Schreiner ist der erste Weiler Bundesliga-Gegner eine Macht.

Natürlich kommt dem ersten Weiler Bundesliga-Auftritt eine Art Standortbestimmung gleich. Und Ievgenia Sozoniuk, Polina Trifanova, Izabela Lupulesku, Sophie Klee und Vivien Scholz sind wild entschlossen, sich in dieser Saison auf diesem Top-Level erfolgreich zu präsentieren.

Druck hat der ESV Weil in seiner ersten Bundesliga-Saison nicht. Es wird keinen Absteiger geben.

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