Tischtennis Ein echter Krimi mit Happy End

Jubel, Trubel, Heiterkeit: ESV-Trainer Alen Kovac herzt die Weilerinnen Izabela Lupulesku und Vivien Scholz. Foto: Steinbrenner Foto: Die Oberbadische

Die Uhr in der Sporthalle am Anton-Saefkow-Platz im Berliner Stadtteil Lichtenberg zeigte am Sonntag exakt 18.48 Uhr an, als sich die Tischtennis-Damen des ESV Weil mit ihrem Trainer Alen Kovac jubelnd in den Armen lagen. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte qualifizierte sich der Erstliga-Aufsteiger für das Final Four um die deutsche Pokalmeisterschaft, das am 10. Januar 2021 in Hannover ausgetragen wird.

Von Marco Steinbrenner

Berlin. Die Kovac-Schützlinge gewannen beim Qualifikationsturnier in der Bundeshauptstadt am Sonntag durch Siege gegen den Zweitligisten Füchse Berlin (3:0) sowie den neuen Klassen-Konkurrenten TTG Bingen/Münster-Sarmsheim (3:2) die Gruppe C.

Mögliche Gegner in der niedersächsischen Landeshauptstadt sind Titelverteidiger TTC Berlin eastside, der SV DJK Kolbermoor sowie der TSV Schwabhausen. Letzterer ist auch der erste Gegner des ESV Weil am 11. Oktober zum Start in die Bundesliga-Saison.

„Ich freue mich sehr, dass wir als Mannschaft so gut gespielt haben. Dies ist ein Erfolg für das Team“, strahlte Neuzugang Sophia Klee. Und das, obwohl die 17-Jährige kurz zuvor gegen Bingen beide Einzel verloren hatte. „Trotz der Niederlagen waren einige Sachen in meinem Spiel gut. Ich muss aber daran arbeiten, weniger Fehler zu machen.“

Besser lief es für Klee im ersten Spiel gegen die Füchse aus Berlin. Die amtierende deutsche U18-Einzelmeisterin feierte ebenso einen 3:0-Sieg gegen Sina Henning wie Ievgeniia Sozoniuk gegen Ann-Marie Dahms. Deutlich mehr Mühe hatte Izabela Lupulesku, um sich gegen Füchse-Spitzenspielerin Karolina Mynarova nach einem zwischenzeitlichen 1:2-Satzrückstand noch im fünften Durchgang mit 11:9 zu behaupten.

Echtes Showdown um Platz eins in der Gruppe

Da im Anschluss auch die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim gegen die Mannschaft aus dem Bundesliga-Unterhaus mit 3:0 siegreich blieb, kam es zu einem Endspiel um den Gruppensieg und der damit verbundenen Final Four-Teilnahme.

Und die Begegnung war nichts für schwache Nerven. Exakt 3:18 Stunden standen sich beide Teams gegenüber. Erst im fünften und finalen Durchgang wurden die Partie entschieden.

Gleich in der ersten Begegnung verlor Bingens Spitzenspielerin Chantal Mantz etwas überraschend gegen ESV-Neuling Izabela Lupulesku nach Abwehr eines Matchballs im vierten Durchgang in fünf Sätzen. „Meine Gegnerin hat sehr gut gespielt. Dagegen war ich in einigen Phasen zu passiv“, merkte die Spielerin aus Bingen an. Anschließend gab Sophia Klee einen vermeintlich beruhigenden 2:0-Satzvorsprung gegen Giorgia Piccolin noch aus der Hand. Die Italienerin holte im fünften Abschnitt einen 4:7-Rückstand auf und behielt mit 11:9 die Oberhand. „Ab dem dritten Satz bin ich zu passiv geworden“, merkte Klee kritisch an.

Ebenfalls über die volle Distanz ging auch der Vergleich zwischen Polina Trifonova und Katerina Tomanovska, die von ihren Klubs jeweils auf Position drei gestellt wurden. In einem wahren Krimi verspielte Tomanovska eine 2:0-Satzführung und ließ im abschließenden Durchgang beim Stand von 10:7 gleich drei Matchbälle liegen. Trifonova bog die Partie noch zu ihren Gunsten um (12:10) und brachte Weil wieder in Front. Doch die Freude über den Vorsprung wehrte nur kurz, denn Chantal Mantz ließ Sophia Klee beim 3:0 nicht den Hauch einer Chance.

Somit musste das Doppel die Entscheidung über das Lösen des Final Four-Tickets bringen. Mantz und Klee durften als Spitzenspielerinnen gemäß der Regularien nicht aufgestellt werden. Da Bingen nur mit einem Trio angereist war, blieben zwangsläufig Giorgia Piccolin und Katerina Tomanovska übrig. Für Weil gingen Izabela Lupulesku und die erstmals in Berlin eingesetzte Vivien Scholz in die Box.

Coach Kovac beweist ein glückliches Händchen

Coach Alen Kovac bewies mit dieser Nominierung ein goldenes Händen, denn mit 11:7, 11:8 und 11:3 triumphierte die ESV-Kombination und schrieb damit ein weiteres Kapitel in der Weiler Erfolgsgeschichte.

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