Tischtennis ESV macht Station in Berlin

Mit einem Trip in die Hauptstadt starten die Damen des ESV Weil am Rhein ins neue Tischtennis-Jahr. Gleich zweimal geht es dann gegen den TTC Berlin eastside. Heute geht es um Bundesligapunkte, morgen dann treffen sich beide Teams im Halbfinale des Final Four-Turniers (siehe Extra-Artikel) wieder. Beide Male sind die Gäste aus der Grenzecke der klare Außenseiter.

Von Mirko Bähr

Weil am Rhein. „Berlin hat zehn Spielerinnen auf dem Papier, die alle sehr hohes Niveau aufweisen“, lässt Weils Trainer Alen Kovac vor der Abfahrt wissen. Sein Start ins neue Jahr verlief nicht perfekt. Kovac plagen Rückenschmerzen. „Wahrscheinlich habe ich mir einen Nerv eingeklemmt.“

Das hindert den Tischtennis-Fuchs jedoch nicht daran, sein Team für die beiden nächsten Aufgaben perfekt in Schuss zu bringen. Schon seit Samstag absolvieren Polina Trifonova, Izabela Lupulesku und Vivien Scholz zwei Trainingseinheiten täglich. Sie werden die Reise nach Berlin ebenso aufnehmen wie Sophia Klee, die diese Woche im Trainingslager der Hessen in Frankfurt weilte.

Nicht mit von der Partie ist dagegen die etatmäßige Nummer Eins des ESV, Ievgeniia Sozoniuk. „Der Coronavirus und die damit verbundenen Quarantäne-Bestimmungen macht die Anreise beschwerlich“, erklärt Kovac. Weil nun jedoch eine Zeit mit vielen Partien vor der Truppe liege, wolle man diese Anstrengungen und Beschwerlichkeiten auf mehrere Schultern verteilen. Diesmal setzt Sozoniuk aus. Beim nächsten Mal eine andere. Da die Weiler aber über ein breites, ausgeglichenes Team verfügen, fällt das nicht zu sehr ins Gewicht.

Nach der vierwöchigen Wettkampfpause galt es für die Kovac-Schützlinge, langsam wieder reinzufinden. So standen zu Beginn des Trainings viele Ballwechsel auf dem Programm. Nach und nach wurde es dann spezifischer, rückte der Auf- und Rückschlag vermehrt in den Blickpunkt. „Es gilt nun, in den Wettkampfmodus zu finden“, sagt Kovac.

Das Wochenende hat es in sich. Schließlich wartet auf die Weilerinnen ein Verein, der sich schon mit vielen Titeln schmücken durfte. Zuletzt gewann der Lichtenberger Verein im Dezember die Champions League. Zum fünften Mal seit 2012 übrigens. Die Berlinerinnen gehen zudem als Titelverteidiger in das Final Four. Eine echte Hausnummer also.

Weilerinnen können ohne Druck aufspielen

„Wir haben nichts zu verlieren“, sagt Kovac vor dem heutigen Bundesligamatch. Ab 14 Uhr geht es an die Platte. Bislang absolvierte Berlin nur drei Saisonpartien im deutschen Oberhaus. Zwei Remis und eine Niederlage sind die magere Ausbeute. Davon will sich Kovac nicht blenden lassen. Selbst konnte sein Team in den fünf Duellen immerhin zweimal als Sieger hervorgehen. Dreimal jubelte der Gegner.

„Es wäre natürlich perfekt, in Berlin zu gewinnen, aber das ist doch unwahrscheinlich“, meint Kovac. Dennoch werde man nicht nur als Punktelieferant an die Spree reisen, sondern dieses Wochenende ganz intensiv als Vorbereitung für das nächste Bundesligaspiel dann gegen Schwabhausen nutzen.

Tag darauf steigt dann das Final Four. Es geht um den Pokalsieg und 1200 Euro Preisgeld. Vier Mannschaften haben sich qualifiziert. Darunter auch erstmals der ESV Weil. Gleich im Halbfinale geht es gegen den Titelverteidiger und Gastgeber. „Da werden sie auf alle Fälle volle Kanne stellen“, ist sich Kovac sicher. Leider gehe es gleich gegen den sechsfachen Deutschen Meister und nicht gegen den TSV Schwabhausen oder die DJK Kolbermoor. Da wären die Chancen, das Finale zu erreichen, doch größer gewesen.

Eine Weilerin wird in Berlin besonders motiviert zu Werke gehen: Vivien Scholz. Die wollte vor der Runde eigentlich nach Berlin wechseln; weil eine Trainingsgruppe dann aber nicht zustande kam, blieb sie beim ESV. Mit Erfolg. Ihre Bilanz im hinteren Paarkreuz bislang steht bei 3:0.

Aufgrund der Corona-Bestimmungen dürfen am Sonntag nur 48 Personen in der Halle sein. Zuschauer wird es nicht geben. Alle Spielerinnen, Trainer und Betreuer müssen sich am Samstagabend einem Corona-Schnelltest unterziehen.

Weitere Informationen: Die Ballwechsel des Final Four-Turniers können interessierte Fans von zuhause aus live verfolgen. Ab 10 Uhr beginnt am Sonntag die Live-Übertragung im Internet unter www.sportdeutschland.tv und www.tischtennis.de.

Weil am Rhein (mib/mas). Premiere für die Tischtennis-Mädels des ESV Weil. Erstmals nimmt der Verein beim Final Four-Turnier um die deutsche Pokalmeisterschaft teil. Daneben kämpfen auch der TSV Schwabhausen, SV DJK Kolbermoor sowie Titelverteidiger TTC Berlin eastside um die Trophäe. Die wichtigsten Fakten zu diesem ersten Höhepunkt des neuen Jahres hat unser Mitarbeiter Marco Steinbrenner zusammengestellt.

Vorjahressieger: Am 5. Januar 2020 gewann der TTC Berlin eastside das Endspiel um die deutsche Pokalmeisterschaft in Pforzheim gegen den SV DJK Kolbermoor mit 3:0. Für den Klub aus der Hauptstadt war es der sechste Triumph in den vergangenen sieben Jahren.

Zeitplan: Heute stehen sich ab 14 Uhr im Bundesliga-Nachholspiel in der Sporthalle an der Paul-Heyse-Straße noch Berlin und Weil gegenüber. Nach der Partie werden Schwabhausen sowie Kolbermoor die Möglichkeit zum Abschlusstraining bekommen. Am Sonntag finden die beiden Halbfinale zwischen Berlin und Weil sowie Kolbermoor und Schwabhausen parallel ab 10 Uhr statt. Das Endspiel beginnt um 13.30 Uhr.

Austragungsort: Während das Qualifikationsturnier im September noch in der Sporthalle am Anton-Saefkow-Platz stattfand, ist nun der rund zwei Kilometer entfernte, ebenfalls im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg gelegene, Sportkomplex an der Paul-Heyse-Straße Schauplatz. Ursprünglich sollte die Endrunde in Hannover ausgetragen werden. Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Ausrichter jedoch das Turnier zurückgeben.

Spielsystem: Es findet der Modus aus der Herren-Bundesliga Anwendung. Gespielt werden maximal vier Einzel und ein Abschlussdoppel, in dem die frei wählbare Nummer eins jedoch nicht eingesetzt werden darf. Die Partie ist nach dem dritten Punkt für eine Mannschaft beendet.

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