Tischtennis „Fans haben uns toll geholfen“

Vivien Scholz beschert dem ESV Weil mit ihrem 3:2-Erfolg gegen Alexandra Kaufmann den ersten Saisonsieg. Foto: Graht Hubbs

Die Halle stand Kopf, als Vivien Scholz am vergangenen Sonntag nach einem fast vierstündigen Fight im letzten Duell des Tages mit einer krachenden Vorhand den ersten Matchball verwandelte und damit den 6:4-Heimsieg gegen den SV Böblingen perfekt machte.

Weil am Rhein (vis/nod). Spielerinnen, Funktionären, Trainer Alen Kovac und die Fans lagen sich in den Armen, freuten sich riesig über die beiden Siegpunkte in der noch jungen Saison. „Mit einem ausgeglichenen Punktekonto lässt es sich gut leben“, freute sich Kovac.

Einen brillanten Heimauftritt legte auch Neuzugang Hana Arapovic hin. Die 16-jährige Kroatin gewann das Doppel mit Vivien Scholz und die beiden Einzel gegen die Böblingerinnen Alexandra Kaufmann und Mitsuki Yoshida. „Ich denke, dass ich gut gespielt habe. Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Die Atmosphäre in der Halle war großartig“, jubelte Arapovic nach dem erfolgreichen Match. Polina Trifonova, die zusammen mit Ievgeniia Sozoniuk im Doppel erfolgreich war, hieb in die gleiche Kerbe: „Es hat sich einfach klasse angefühlt, wieder vor Zuschauern zu spielen. Dieser Sieg war sehr wichtig für unsere Mannschaft.“

Gut drauf im Weiler Team war auch Ievgeniia Sozoniuk. Die Ukrainerin, die doch sehr unter Corona litt, zeigte im Heimspiel gegen Böblingen ihr wahres Können, wuchs im Match gegen die ehemalige Weltklasse-Spielerin und Böblingens Nummer eins Qianhong Gotsch über sich hinaus. Nach einem 0:2-Satzrückstand drehte sie das Match, holte mit ihrem 3:2-Erfolg einen wichtigen Siegpunkt für den ESV Weil. „Es hat einfach richtig Spaß gemacht, vor Publikum zu spielen. Von mir gibt es ein großes Dankeschön an die Fans. Sie haben uns unglaublich geholfen“, war Sozoniuk mit sich und der Welt zufrieden.

Der ESV Weil führte zwischenzeitlich mit 4:1, musste dann aber den Ausgleich zum 4:4 hinnehmen. Dann waren aber wieder die Weilerinnen an der Reihe. Hana Arapovic ließ gegen Mitsuki Yoshida beim 3:0 nichts anbrennen, sodass Vivien Scholz die große Chance besaß, für ihr Team gegen die in der Bundesliga noch sieglose Alexandra Kaufmann alles klar zu machen. Das schaffte die 24-jährige Brandenburgerin schließlich auch, doch es wurde ein hartes Stück Arbeit, bei dem sie zwischenzeitlich einem 0:2-Satzrückstand hinterher laufen musste (9:11, 9:11, 11:7, 11:6, 11:5).

Auch ESV-Abteilungsleiterin Doris Spiess war mit dem Auftritt der Weiler Mädels rundum zufrieden: „Wir sind natürlich glücklich über den Erfolg, müssen aber auch Böblingen ein Kompliment aussprechen. Die Gäste haben bis zum letzten Ballwechsel gekämpft. Für die Zuschauer war es ein spannendes Spiel mit vielen spektakulären Ballwechseln.“

SVB-Trainer Volker Ziegler trug die Niederlage recht gelassen und erkannte die starke Leistung des Gegners an: „Ein sehr spannendes Spiel von zwei tollen Mannschaften, die Spaß am Spielen und am Kämpfen hatten. Nach einem wenig optimalen Start für uns durften wir am Ende noch an einem Punktgewinn schnuppern. Doch der Sieg für Weil geht vollkommen in Ordnung.“

„Die Doppel und die zwei Punkte von Hana waren bestimmt der Schlüssel zum Erfolg, aber der große Matchwinner war zweifellos unser heimisches Publikum. Die Begeisterung in der Halle schwappte herüber“, ließ Vivien Scholz ihren Gefühlen freien Lauf. „Im Doppel spielte ich streckenweise bestes Tischtennis. Ich kam mir wie ein Stürmer im Fußball vor. Ich war stets bereit, mit einem Volley den Ball ins Tor zu hämmern. Klar ging auch mal ein Ball „übers Tor“, aber die Quote war super. Kaufmann und Gotsch guckten sich immer wieder nur hilflos an“, merkte Scholz weiter an.

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