Tischtennis „Hier geht’s ja richtig kuschelig zu“

Freuen sich auf die Erstbundesliga-Premiere des ESV Weil (von links): Der Sportliche Leiter Serge Spiess und die Familie Klee mit Vater Jürgen, Sophia, Mutter Susanne, m Julia und Johan.Fotos: Uli Nodler Foto: Die Oberbadische

Sophie Klee war da, besuchte mit Mutter Susanne, Vater Jürgen sowie Schwester Julia und Bruder Johan ihren neuen Bundesliga-Klub: „Hier beim ESV Weil gefällt mir alles sehr gut. Ich freue mich unglaublich auf die neue Saison, wo wir einiges bewegen wollen“, lobte das 17-jährige Ausnahmetalent ihren neuen Verein.

Von Uli Nodler

Weil am Rhein. Das Ehepaar Doris und Serge Spiess, im Klub als Abteilungsleiterin und Sportchef die Triebfedern des Bundesliga-Aufsteigers, umsorgte das Quintett aus Niestetal bei Kassel während ihres Aufenthalts in der Grenzecke. Dabei lernte Sophia auch ihre neue Spielstätte kennen, trainierte mit Tom Eise, der trotz seines Engagements beim Drittligisten TTC Weinheim den Kontakt zu seinem Stammverein nicht verloren hat, fast zwei Stunden in der Sporthalle der Leopoldschule. Hier geht’s ja richtig kuschelig zu. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Stimmung großartig ist, wenn die Halle voll besetzt ist,“ freut sich Sophia Klee auf die zukünftigen Heimspiele. „Allerdings weiß man ja noch nicht, ob die Spiele an den ersten Spieltagen überhaupt mit Zuschauern stattfinden.“

Ziemlich beeindruckt war Tom Eise von der Spielstärke seiner Trainingspartnerin: „Die Sophia hat Schläge drauf, die im Frauen-Tischtennis nicht alltäglich sind. Da hat der ESV wirklich eine tolle Spielerin verpflichten können“, klopft Eise Sportchef Spiess anerkennend auf die Schulter.

Im Hause Klee wird Tischtennis ganz groß geschrieben. Bis auf Mama Klee sind alle der schnellsten Rückschlagssportart der Welt verfallen. Allerdings ist Sophia den anderen Familien-Mitgliedern an Können weit überlegen.

Ihr Riesentalent stellte Klee Anfang Juli beim Düsseldorf Masters unter Beweis, wo sie im Frauenturnier erst im Finale Deutschlands Nummer eins Han Ying in vier Sätzen unterlag. Auf ihrem Weg ins Endspiel sorgte sie für eine Riesenüberraschung, als sie Nina Mittelham, die Nummer zwei in Deutschland und beim European Masters ausschaltete.

Ungeachtet ihres überbordenden Talents sind Julia Klees Erfolge nur durch ein ungeheures Trainingspensum möglich: „Ich trainiere nahezu täglich, stehe dabei nicht nur an der Tischtennisplatte, sondern absolviere auch Krafttraining, Koordinations- und Laufeinheiten. Macht man das nicht, hat man keine Chance, ganz nach oben zu kommen.“

Trainingslager in Weil am Rhein

Nach der Corona bedingten Absage der Junioren-Europameisterschaften fiebert Sophia Klee nun dem Bundesliga-Auftakt mit dem ESV Weil entgegen: „Wir haben eine sehr ausgeglichen besetzte Mannschaft. Deshalb traue ich uns einiges zu. Hinter den Titel-Aspiranten eastside Berlin und TTC Langweid ist alles möglich.“

Im Gegensatz zu ihrem letzten Verein Bad Driburg, wo sie in der ersten Bundesliga im vorderen Paarkreuz eine positive Bilanz aufwies, wird Klee beim ESV im hinteren Paarkreuz eingesetzt. Da könnte sie dann ein Punktegarant werden.

Der Trumpf des ESV Weil in der anstehenden Bundesliga-Saison könnte ihre Ausgeglichenheit in puncto Spielstärke sein. „Eigentlich ist es nur die Tagesform, die den Unterschied macht“, betont Serge Spiess. So könnten Ievgeniia Sozoniuk, wie Vasylieva nach ihrer Heirat heißt, Polina Trifonova sowie den beiden Neuzugängen, der Serbin Izabela Lupulesku und eben Sophia Klee durchaus die große positive Überraschung der Saison sein. Und sie haben ja noch die in der vergangenen Saison herausragende Vivien Scholz in der Hinterhand. Unter dem Strich sind das durchaus ermutigende Aussichten.

Das erste Bundesliga-Spiel bestreitet der ESV Weil am 11. Oktober auswärts beim TSV Schwabhausen. Es folgen am 18. Oktober das erste Heimspiel gegen den SV Böblingen. Das zweite Vorrundenheimspiel folgt dann am 1. November gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim. Am 8. November gastieren die Weilerinnen beim SV DJK Kolbermoor. Die Vorrunde beschließen dann die beiden Heimspiel gegen den TSV 1909 Langstadt (15. November) und ttc eastside Berlin (13. Dezember).

Ab Montag sind bis auf Sophia Klee die Spielerinnen des Weiler Bundesliga-Teams vor Ort, um sich auf das Final Four-Qualifikationsturnier um den Deutschen Damen-Pokal in Berlin vorzubereiten.

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