Tischtennis Kein Ausreißer nach oben in Berlin

Uli Nodler
Hana Arapovic gewinnt beim Deutschen Pokalturnier zwei Matches für den ESV Weil.Archivfoto: Grant Hubbs Quelle: Unbekannt

„Für uns ist es den Erwartungen entsprechend verlaufen“, kommentierte Sportchef Serge Spieß das Abschneiden des ESV Weil am Wochenende bei den Deutschen Pokalmeisterschaften der Damen in Berlin: Das heißt: Als Zweiter der Gruppe A verpassten die ESV-Damen das Final Four-Turnier.

Von Uli Nodler

Berlin. Der erste Turniertag beim Cup-Event in Berlin war – so das Urteil zahlreicher Beobachter – richtig gut und bot tolles Damentischtennis auf einem Niveau, wie man es auf nationalen Pokalturnieren selten erlebt hat. Im Sportkomplex Paul-Heyse-Straße war, ohne Übertreibung, teilweise sogar Weltklassetischtennis zu sehen.

In der Halle waren zwar nur rund 100 Zuschauer, doch die machten eine Stimmung wie ansonsten 500, einfach weil sie mit Tischtennis vom Feinsten verwöhnt wurden. Überraschungen im eigentlichen Sinn gab es nicht, es sei denn man möchte den Sieg von Schwabhausen im Bayern-Derby gegen Titelverteidiger Kolbermoor als solche bezeichnen.

Was auch noch auffiel war, dass die Zweit- und Drittligisten erstaunlich gut mithielten. In der Vergangenheit waren deren Akteurinnen oft nur Kanonenfutter gewesen, doch diesmal hielten sie richtig gut dagegen und machten mancher namhaften Bundesligaspielerin das Leben schwer. Dies gilt sowohl für die Zweitligisten Fürstenfeldbruck und Langweid als auch für den „Platzhirsch Nummer 2“ nach dem ttc berlin eastside, die Füchse Berlin, Tabellenzweiter der 3. Liga. Die Füchse hatten unter anderem eine Chinesin und eine Türkin aufgestellt, die in der Hauptstadt studieren, sich den Reinickendorfern angeschlossen haben und auf hohem Niveau spielen. Und beide agierten gegen gestandene Erstligaspielerinnen auf Augenhöhe, sehr zur Freude der Fans.

In der Gruppe A setzte sich der SV Böblingen nicht unerwartet gegen den Erstbundesligarivalen ESV Weil durch. Speziell Qianhong Gotsch und Nachwuchs-Ass Annett Kaufmann waren den entscheidenden Tick abgebrühter als ihre Weiler Gegnerinnen Hana Arapovic und Izabela Lupulesku, die durchaus gut mitspielten. Auch Vivien Scholz hatte ihre Chancen gegen SVB-Rückkehrerin Mitsuki Yoshida, unterlag aber in fünf Sätzen. Es ging eigentlich genauso weiter beim ESV wie in der Punktrunde: Man nutzt seine Chancen in engen Matches einfach nicht. Der ESV Weil trat im Pokal nur zu dritt an. Polina Dobreva reiste erst am Sonntag zum Punktspiel gegen Berlin an.

Sowohl Weil als auch Böblingen hatten sich übrigens bei ihren 3:1-Erfolgen gegen Zweitligist Langweid schwergetan. Dessen Ukrainerinnen zeigten sich in Galaform: Ganna Farladanska punktete gegen Böblingen, Diana Styhar gegen Weil.

Die Weilerinnen bleiben übrigens bis zum heutigen Montag in der Hauptstadt und bestreiten ab 13 Uhr im Sportkomplex Paul-Heyse-Straße ihr erstes Bundesligaspiel der Rückrunde gegen den amtierenden Deutschen Meister ttc berlin eastside. Nicht dabei ist dann Weils Ukrainerin Ievgeniia Sozoniuk. Sie reist erst am Dienstag aus der Ukraine an.

TTC Langweid – ESV Weil 1:3. – Einzel: Melanie Merk – Hana Arapovic 0:3 (9:11, 6:11, 8:11); Ganna Farladanska – Izabela Lupulesku 2:3 (11:4, 3:11, 11:5, 10:12, 10:12); Diana Styhar – Vivien Scholz 3:0 (11:7, 11:7, 11:9); Farladanska – Arapovic 0:3 (4:11, 12:14, 10:12).

ESV Weil – SV Böblingen 0:3. – Einzel: Arapovic – Annett Kaufmann 1:3 (8:11, 9:11, 11:8, 8:11); Lupulesku – Qianhong Gotsch 1:3 (5:11, 9:11, 11:8, 9:11); Scholz – Mitsuhi Yoshida 2:3 (11:13, 11:3, 7:11, 11:6, 8:11).

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