Tischtennis Platz im Finale nicht unmöglich

Neuzugang Izabela Lupulesku im neuen Weiler Bundesliga-Trikot.Foto: Uli Nodler Foto: Die Oberbadische

Die erste große Herausforderung wartet auf den Damen-Erstbundesligisten ESV Weil am Sonntag. In Berlin wird das Final-Four-Qualifikationsturnier mit den besten zwölf deutschen Teams ausgetragen. Nicht unerheblich sind die Chancen der Weilerinnen, das Endturnier am 10. Januar nächsten Jahres zu erreichen.

Von Uli Nodler

Weil am Rhein. Der Bundesliga-Aufsteiger aus der Grenzstadt hat sich akribisch auf dieses Qualifikationsturnier mit einem mehrtägigen Trainingslager in Weil am Rhein vorbereitet.

Bis auf Sophie Klee, die ihren schulischen Verpflichtungen nachkommen musste, war das Team mit Ievgeniia Sozonniuk, Polina Trifanova, Neuzugang Izabela Lupulesku und Vivien Scholz vor Ort. „Es macht unglaublich Spaß und motiviert mich sehr“, ESV-Coach Alen Kovac war während der Trainingseinheiten die Freude anzusehen, dass er mit solch herausragenden Spielerinnen arbeiten konnte.

In Berlin dürften die Chancen von Weil gar nicht so schlecht stehen, das Finalpokalturnier mit den besten vier Teams zu erreichen. Die ESV-Damen treffen in ihrer Gruppe auf den zukünftigen Bundesliga-Konkurrenten TTG Bingen/Münster-Sarmsheim und den Zweitligisten Füchse Berlin.

Der gut aufgestellte ESV Weil sowie Bingen dürften in Gruppe C den „Platz an der Sonne“ untereinander ausmachen. Nur die Gruppensieger qualifizieren sich für das Final-Four in Hannover. Weil ist mit den spielstarken Osteuropäerinnen, Ievgeniia Sozoniuk, Polina Trifonova und Izabela Lupulesku sowie dem von Bad Driburg gekommenen Talent Sophia Klee sehr ausgeglichen besetzt. Die 17-jährige Nordhessin war letzte Saison richtig in der Bundesliga angekommen und dürfte den ambitionierten ESV angemessen verstärken. Mit Vivien Scholz an Position fünf hat Weil in der ASP.5-Sporthalle am Anton-Saefkow-Platz in Berlin-Lichtenberg einen weiteren Trumpf dabei.

Ähnliches in Bezug auf die Ausgeglichenheit des Teams gilt auch für Bingen, das als Vierter des Bundesligaklassements eine sehr starke Saison 2019/20 gespielt hat. Zwar mussten die Rheinhessinnen den Weggang von DTTB-Nationalspielerin Yuan Wan hinnehmen, die künftig in Kolbermoor aufschlägt, doch ist der Klub durch die Zugänge von Nadezhda Bogdanova und Mallika Bhandarkar in der Breite besser aufgestellt als zuletzt. Mit Chantal Mantz, Giorgia Piccolin und Katerina Tomanovska kann man auf bewährte Kräfte zurückgreifen. An Position eins steht weiterhin die junge US-Amerikanerin Amy Wang, die aber auch in der neuen Saison nicht regelmäßig zur Verfügung steht.

Der ESV Weil tritt in Berlin zu fünft an

In Gruppe A heißt der Favorit SV DJK Kolbermoor. Die Oberbayern haben ihr Team – trotz des Weggangs von Liu Jia – weiter verstärkt. Fu Yu und Yuan Wan stießen unter anderem dazu. Kolbermoor ist einer der beiden Topfavoriten auf Pokalsieg und Meistertitel. Mit dem SV Böblingen haben sie aber einen hochkarätigen Gruppenkonkurrenten, dessen Defensiv-Ikone Qianhong Gotsch an einem guten Tag auch Kolbermoors Asse schlagen kann. Hannover dürfte dagegen – trotz der starken Spitzenspielerin Shiho Ono – auf diesem Niveau wenig ausrichten können.

In Gruppe B wollen die Fans aus der Hauptstadt natürlich den ttc berlin eastside siegen sehen, der zweifellos in der Favoritenrolle ist. Doch der TSV Langstadt könnte ein unbequemer Gegner werden, der immerhin Spielerinnen wie Petrissa Solja, Cheng Hsien-Tzu, Dina Meshref, Tanja Krämer und Yunli Schreiner im Kader hat. Berlin muss auf Fu Yu (nach Kolbermoor), Matilda Ekholm (Karriereende) und Georgina Pota (Babypause) verzichten, dafür sind Bad Driburgs vormalige Spitzenspielerin Britt Eerland sowie die erfahrene Jessica Göbel (vom TV Busenbach) dazu gestoßen. Hofstetten, das überdies mit Franziska Schreiner die namhafteste Spielerin verloren hat, kann im Konzert der Topstars eigentlich nur Erfahrung sammeln.

In Gruppe D schließlich geht der TSV Schwabhausen als Favorit an den Start, auch wenn mit dem TTC Weinheim ein Topteam aus dem Unterhaus versuchen wird, der Truppe aus Oberbayern ein Bein zu stellen. In Schwabhausen, das letzte Saison als Aufsteiger einen hervorragenden fünften Platz verbuchte, sind die Leistungsträgerinnen um Führungsspielerin Sabine Winter an Bord geblieben.

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