Tischtennis Positives Fazit nach Halbfinal-Aus

Michael Hundt

Wie im Vorjahr schieden die Tischtennis-Frauen des ESV Weil erst nach bravourösem Kampf im Halbfinale im Rennen um die Deutsche Meisterschaft aus. Der ttc berlin eastside war auch in diesem Jahr noch eine Nummer zu groß. Aber schon jetzt ist klar, dass die Mannschaft von Cheftrainer Alen Kovac so bestehen bleiben wird.

Von Michael Hundt

Weil am Rhein. Das Fazit von Abteilungsleiter Serge Spiess war mehr als nur zufriedenstellend. Vor der Saison noch als möglicher Abstiegskandidat gehandelt, spielten sich die Frauen des ESV Weil auch in dieser Saison wieder bis in das Halbfinale. Allerdings gab es für die Weilerinnen an Ostern keine Überraschungseier, denn die zwei Duelle gegen den Ligaprimus aus Berlin gingen beide Male glatt mit 6:2 an den Titelverteidiger.

Trotzdem können sich die Frauen des ESV Weil mit Würde und Anstand in die Sommerpause verabschieden. In der regulären Saison mussten sie in der Rückrunde nur eine Niederlage hinnehmen – gegen die Vertretung aus Berlin. Mit den in der Punkterunde gezeigten Leistungen wäre gegen jede andere Mannschaft im Halbfinale sogar der Einzug ins Endspiel machbar gewesen. „In der Rückrunde haben wir uns unglaublich gesteigert“, freute sich Spiess, der vor dem Saisonstart „noch ein mulmiges Gefühl“ hatte. „Ein großes Kompliment an unsere Mädels und unseren Trainer. Sie waren alle immer bereit, alles zu tun, alles zu trainieren.“

Nun will sich Spiess erst einmal zwei Wochen Ruhe und Abstand geben, dann aber mit neuer Kraft und voller Tatendrang an die Planung der neuen Saison gehen. Sportlich ist aber jetzt bereits alles in trockenen Tüchern, denn alle Spielerinnen haben bereits zugesagt, dass sie auch in der kommenden Spielzeit wieder in Weil an der Platte stehen werden. Cheftrainer Alen Kovac ist sowieso fest gesetzt als Trainer.

Somit kann sich Spiess an die wirtschaftliche Planung machen. Denn der ESV Weil hat nach seinen Angaben den kleinsten Etat aller Bundesligateams. Das Interesse von potenziellen Sponsoren ist trotz der sportlichen Stabilität zu gering. „Wir werden richtig stiefmütterlich behandelt in der Region“, bedauert Spiess das geringe Engagement der örtlichen Unternehmen. „Wir sind so eine reiche Region. Da muss eigentlich mehr machbar sein.“

Zur Zeit ist beim ESV das finanzielle Kleid sehr eng gestrickt, muss Spiess genau überlegen, welche Investitionen zu tätigen sind. Die coronabedingten Beschränkungen sorgten dafür, dass die Zuschauereinnahmen kräftig gesunken sind.

Was aber auch ein wichtiger Faktor ist, ist die Fanstruktur. Derzeit haben die Damen des ESV viele treue Fans, die schon über viele Jahre zu den Spielen kommen. Seit kurzem kommen vermehrt jüngere Fans in die Leopoldhalle. Eine Entwicklung, die man von Seiten des Vereins vorantreiben will. So plant Spiess, andere Tischtennisvereine anzusprechen und sie in die Halle zu locken. Die familiäre Atmosphäre soll dabei bleiben. Den Weg, den der ESV Weil jetzt beschreitet, soll mit Verstand und in Ruhe weitergegangen werden.

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