Tischtennis Scholz macht ersten Saisonsieg perfekt

Endlich! Der erste Sieg für den ESV Weil in der 1. Damen-Bundesliga. Der Aufsteiger begeisterte am Doppelspieltag nach dem 3:5 am Samstag beim TSV Schwabhausen am gestrigen Sonntag ausgerechnet beim Titelfavoriten SV DJK Kolbermoor mit einen 6:2-Überraschungssieg. Ersatzspielerin Vivien Scholz holte den entscheidenden fünften Siegpunkt.

Von Uli Nodler

Schwabhausen/Kolbermoor. Der Jubel war groß im Lager des ESV. Wenn auch Kolbermoor stark ersatzgeschwächt antreten musste, schmälerte das den tollen Auftritt der Weilerinnen keineswegs. Beim Gastgeber fielen die portugiesische Spitzenspielerin Yu Fu (gebürtige Chinesin) und die US-Amerikanerin Lily Zhang wegen der Corona-Einreisebeschränkungen aus. Passen wegen einer Operation musste auch Kolbermoors Nummer zwei Kristin Lang. „Auch wenn Kolbermoor nicht komplett war, muss ich der Mannschaft für eine ganz starke Leistung gratulieren“, stimmte auch Trainer Alen Kovac in den Chor der Jubelnden ein. Vor allem Sophia Klee fiel mit ihren beiden Zweisatzsiegen eine Zentnerlast von den Schulter. „Nach dem Match in Schwabhausen haben wir Sophia das Vertrauen ausgesprochen. Und siehe da, das Mädchen hat es heute gegen Kolbermoor mit zwei Siegen bereits zurückgezahlt“, freute sich Serge Spiess über die famose Leistung des 17-jährigen Ausnahmetalents.

Bereits nach den ersten vier Einzeln hatte der ESV Weil mit einer 4:0-Führung das Unentschieden in der Tasche. Dabei fand Sophia Klee zu alter Stärke zurück. In ihrem ersten Einzel gegen Laura Tiefenbrunner lag sie nach Sätzen bereits 0:2 zurück, ehe sie den Turbo einschaltete und zum 2:2-Satzausgleich kam. Im Entscheidungssatz lag sie dann bereits mit 3:7 hinten, ehe sie nervenstark viermal in Folge punktete und am Ende mit 11:9 den vierten Weiler Punkt holte.

Wegen Kniebeschwerden musste Izabela Lupulesku in Kolbermoor passen. Aber Vivien Scholz war ein großartiger Ersatz. Die Brandenburgerin zeigte beim ihrem 3:1-Satzsieg der deutschen Team-Jugendeuropameisterin Anastasia Bondareva ihre Grenzen auf. Aber auch Ievgeniia Sozoniuk und Polina Trifonova glänzten im vorderen Paarkreuz mit überzeugenden Start-Siegen. Sozoniuk ließ Svetlana Ganina bei ihrem 3:0-Satzsieg überhaupt keine Chance, und Trifonova setzten sich gegen Kolbermoors Nummer eins Yuan Wan mit 3:1-Sätzen durch. Nach der Pause spielten jedoch die Nerven den beiden Weilerinnen im vorderen Paarkreuz einen Streich. Sowohl Sozoniuk als auch Trifonova verloren ihre Matches klar. Eng wurde es aber nicht mehr. Im hinteren Paarkreuz machten die an diesem Tag herausragenden Scholz und Klee mit ihren Erfolgen den Sack zu.

In Schwabhausen war es ein Duell auf Augenhöhe. Wie schon beim knappen 3:5 im bis dato einzigen Heimspiel gegen Böblingen fehlte den Weilerinnen letztlich nur das Quäntchen Glück.

Geknickt war vor allem Sophia Klee. Die Nummer vier des Aufsteigers musste sich ihren Gegnerinnen jeweils erst in fünf Sätzen geschlagen geben, verlor sowohl gegen Alina Nikitchanka als auch Christina Feierabend mit 2:3. Klee führte gegen Nikitchanka mit 2:1-Sätzen, musste sich im vierten Durchgang erst in der Verlängerung mit 11:13 geschlagen geben. Gegen Feierabend lag die 17-Jährige mit 0:2-Sätzen hinten, gewann dann die Sätze drei und vier, um dann im Entscheidungsdurchgang mit 8:11 den Kürzeren zu ziehen.

Entscheidend für die Niederlage war deshalb auch, dass der Gast aus der Grenzecke lediglich eines von vier Fünf-Satz-Duellen zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Dafür sorgte Polina Trifonova, die Schwabhausens Nummer zwei Mateja Jäger mit 12:10 im fünften Satz niederrang. Ievgeniia Sozoniuk musste sich dagegen Jäger in fünf Sätzen beugen.

Erfolgreichste Spielerin beim ESV in Schwabhausen war Izabela Lupulesku. Serbiens Nummer eins gewann im hinteren Paarkreuz beide Partien.

Gegen Sabine Winter, Schwabhausens Nummer eins, war dagegen kein Kraut gewachsen. Die deutsche Nationalspielerin und zweifache Doppel-Europameisterin bezwang Trifonova in drei Sätzen. Sozoniuk gewann immerhin einen Satz gegen die 28-Jährige.

TSV Schwabhausen – ESV Weil 5:3. – Einzel: Winter – Trifonova 11:4, 11:5, 11:3; Jeger – Sozoniuk 11:6, 11:6, 11:13, 9:11, 11:3; Nikitchanka – Klee 11:8, 8:11, 6:11, 13:11, 11:5; Feierabend – Lupulesku 11:9, 12:14, 5:11, 15:17; Winter – Sozoniuk 9:11, 11:2, 14:12, 11:1; Jeger – Trifonova 11:9, 7:11, 11:7, 6:11, 10:12; Nikitchanka – Lupulesku 5:11, 12:10, 6:11, 11:13; Feierabend – Klee 11:8, 15:13, 3:11, 7:11, 11:8.

SV DJK Kolbermoor – ESV Weil 1:3. Einzel: Wan – Trifonova 11:7, 8:11, 6:11, 6:11; Ganina – Sozoniuk 6:11, 7:11, 8:11; Bondareva – Scholz 11:7, 12:14, 8:11, 9:11; Tiefenbrunner – Klee 11:8, 11:5, 9:11, 8:11; 9:11; Wan – Sozoniuk 3:11, 12:10, 6:11, 11:3, 11:7; Ganina – Trifonova 11.8, 11.5, 11:8; Bondareva – Klee 11:9, 8:11, 8:11, 11:8, 8:11; Tiefenbrunner – Scholz 8:11, 9:11, 7:11.

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