Todtnau „Es wird eine lange, große Baustelle“

Ein großer Holzstapel neben der Kirche schützt das Haus gegenüber. Foto: Ulrike Jäger Foto: Markgräfler Tagblatt

Über den aktuellen Stand der Felssicherung berichtete Bürgermeister Andreas Wießner in einer kurzen Infoveranstaltung in der Elsberghalle am Montagabend.

Todtnau-Geschwend. Rund 100 Bürger waren gekommen. Sie nahmen am Ende auch die Gelegenheit wahr, Fragen zu stellen. Auch Radio und Fernsehen waren mit von der Partie. „Es ist eine bewegte Zeit“, sagte das Stadtoberhaupt, und: „Es wird eine lange, große Baustelle.“ Die Vorbereitungsmaßnahmen für die Felssicherung seien im ersten Abschnitt beendet, Straßensperrungen diese Woche voraussichtlich nicht mehr nötig.

Da die Arbeiter der Firma Sachtleben hier einen besonders gefährlichen und auch kräftezehrenden Job machten, würde die Firma am Wochenende nicht durcharbeiten. Dann sei zum Beispiel die Gisibodenstraße befahrbar, wie Wießner auf die Frage einer Anwohnerin erklärte.

Bei Straßensperrungen könne man mit den Mitarbeitern der Verwaltung einen Termin absprechen, in ganz besonders dringenden Notfällen könne mit der Polizei, die nachts und am Wochenende Streife fährt, ein Termin abgestimmt werden, um in sein Haus zu kommen, so Wießner. Zur Zeit sind noch 45 Personen evakuiert.

Die Logistik für die beiden Standorte der Felssicherung sei vorbereitet, Materiallagerplätze eingerichtet, so dass bei entsprechendem Wetter Material mit dem Hubschrauber abgeladen werden könne.

Die Firma rechnet mit einem Zeitaufwand von zwei bis drei Wochen pro Fels und wird im vorderen Abschnitt beginnen. Mit der Sicherung dieser beiden Formationen seien die Arbeiten noch nicht erledigt, sechs weitere folgten im nächsten Jahr, so Wießner. Es sei baulich und organisatorisch eine große Aufgabe. Ein evakuierter Bürger, der im „Todtnauer Feriendorf“ des Deutschen Erholungswerks Hamburg mit seiner fünfköpfigen Familie untergebracht ist, fragte, wohin er am 20. Dezember ziehen solle, denn in den Weihnachtsferien seien doch alle Ferienwohnungen bereits ausgebucht. Der Bürgermeister sagte, dass die Maßnahme bis Weihnachten höchstwahrscheinlich beendet sein wird.

Schaden des ersten Felsabgangs nicht bezahlt

Als die Frage nach dem versicherungsrechtlichen Aspekt aus dem Publikum kam, monierte ein Teilnehmer, dass der Schaden nach dem ersten Felsabgang im März noch immer nicht bezahlt sei. Auch dies notierte Wießner. Auf die Frage, wer die Kosten für den nötigen Hochenergiezaun trage, antwortete der Bürgermeister, dass es bis heute keine Zuschusszusage für die Maßnahme gebe, hier jedoch eine Regelung gefunden werden müsse. Im Moment lägen die Kosten bei der Stadt.

Auf die Frage, warum man vor Jahren so viele Bäume gefällt habe und wie hoch der Erlös aus dem Hieb war, erwiderte Wießner, dass dies ein Verkehrssicherungshieb gewesen sei, weil die Fichten drohten, herabzustürzen, und dass der Hieb kostendeckend war, beziehungsweise einen Ertrag von maximal 10 000 Euro erbracht habe. Wießner dankte den Geschwendern für ihre Sachlichkeit und ihr Verständnis. Er habe Respekt vor dem großen Zusammenhalt in der Gemeinde und den gegenseitigen Hilfeleistungen.

Da die Post bei längeren Sperrungen der Gisibodenstraße und des Haldenweges die Häuser nicht anfahren kann, ist mit der Post vereinbart, dass Brief- und Paketpost im Rathaus Todtnau hinterlegt wird. Für die Müllentsorgung stellt die Stadt drei große Müllcontainer auf, am Wendehammer Gisibodenstr. 34, am Parkplatz Elektro Seger und am Parkplatz Haldenweg, am Freitag werden zusätzlich (außer bei Seger) Anhänger für gelbe Säcke aufgestellt, die bis Samstag, 8 Uhr befüllt sein müssen. Alle Informationen zu Regelungen der Post, Müllabfuhr und Altpapiersammlung sind auf der Website der Stadt Todtnau abrufbar: www.todtnau.de. Telefon 07671/996-50.

Aufgeregte Zeiten erfordern seriöse und umfassende Informationen und deren Einordnung! Jetzt HIER anfordern.

Umfrage

Auto-Kaufprämien

Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu mildern, hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Die mögliche Einführung einer Kaufprämie für abgasarme Benziner oder Dieselautos ist nicht mit dabei. Was hätten Sie von einer solchen Maßnahme gehalten?

Ergebnis anzeigen
loading