Todtnau Flaggschiff des Naturschutzes

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Das Haus der Natur am Feldberg wird 20 Jahre alt. Foto: Naturschutzzentrum Südschwarzwald

Im Dezember 2001 wurde das Haus der Natur am Feldberg feierlich durch den damaligen Landwirtschaftsminister Willi Stächele eröffnet. 20 Jahre später können die im Haus der Natur vertretenen Institutionen, das Naturschutzzentrum und der Naturpark Südschwarzwald, auf eine höchst erfreuliche Bilanz verweisen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Feldberg.. Das vom Land Baden-Württemberg finanzierte Haus der Natur war das seinerzeit letzte und zugleich größte der im Rahmen der Naturschutzstrategie des Landes eingerichteten sieben Naturschutzzentren. Von Anfang an diente es als gemeinsamer Sitz der Stiftung Naturschutzzentrum Südschwarzwald und der Geschäftsstelle des Naturparks Südschwarzwald.

„Die Bilanz des Hauses der Natur am Feldberg nach 20 Jahren kann sich sehen lassen. Seit der Eröffnung haben fast 900 000 Menschen die Ausstellung im Haus der Natur besucht, von knapp 26 000 im ersten Betriebsjahr sind die Zahlen auf etwa 60 000 in normalen Jahren angestiegen, und insgesamt sind annähernd zwei Millionen Gäste im Haus der Natur informiert und betreut worden“, so der Vorstand der Stiftung Naturschutzzentrum, Landrätin Dorothea Störr-Ritter.

Über 260 000 Gäste empfangen

Insgesamt erfüllten in diesen 20 Jahren über 350 hauptamtliche, neben- und freiberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Zivildienstleistende, junge Menschen im Freiwilligen Ökologischen Jahr, im Bundesfreiwilligendienst oder im Rahmen eines Praktikums das Haus der Natur mit Leben und betreuten bei etwa 12 100 Führungen oder anderen Veranstaltungen des Naturschutzzentrums über 260 000 kleine und große Gäste, deren Rückmeldungen überaus positiv sind. Dazu kamen noch insgesamt gut 30 000 Besucher bei den neun beim Haus der Natur durchgeführten Naturpark-Märkten. Viele Tausende wurden gemeinsam mit der Tourist-Information Feldberg der Hochschwarzwald Tourismus GmbH kompetent beraten und informiert.

In der Ausstellung des Hauses der Natur wurden im Laufe der Jahre zahlreiche Elemente realisiert, darunter eine 3D-Schau, ein 360-Grad-Panorama-Gucki, mehrere große, naturgetreu gestaltete Dioramen, ein Auerhuhn-Balzplatz, eine virtuelle Ballonfahrt, ein interaktives Geschichtsbuch zur Landschaftsgeschichte des Südschwarzwalds, das „Feld-Bike“, eine sehr unterhaltsame Klimastation und als Highlight der „Talking Ranger“, der mit seiner unnachahmlichen Weise, über „seinen“ Feldberg zu erzählen, Gäste jeden Alters zum Schmunzeln bringt und damit um Verständnis für den Naturschutz wirbt. Einige Segmente der Ausstellung bieten ihre Informationen nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch und Französisch.

Der Naturpark Südschwarzwald organisiert und koordiniert seine erfolgreiche Projektarbeit vom geographischen Zentrum Feldberg aus. In den vergangenen 20 Jahren setzte er rund 1500 Projekte um und brachte 14 Millionen Euro Fördermittel des Landes und der Europäischen Union in die Region.

„Naturparkarbeit ist nah am Menschen“

„Naturparkarbeit ist nah am Menschen. Mit unseren Naturpark-Schulen und neuerdings auch Naturpark-Kindergärten sensibilisieren wir unsere Kinder für die Themen Natur und Kultur der Heimat. Dies sind zwei der zahlreichen Projekte, mit denen wir einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung dieser Region und zur Bewältigung der großen Zukunftsaufgaben unserer Zeit leisten“, betont die Vorsitzende des Naturparks Südschwarzwald, Landrätin Marion Dammann.

Schüler besuchen regelmäßig das Haus der Natur, wo sie bei Führungen im Gelände, in der Ausstellung oder im Rahmen des Junior-Ranger-Programms die Besonderheiten und Zusammenhänge ihrer Heimat und des Schwarzwalds im Kontext einer Bildung für nachhaltige Entwicklung kennenlernen oder vertiefen.

Auch die Landesregierung Baden-Württemberg weiß um die hohe Bedeutung und die ausgezeichnete Bilanz dieses Flaggschiffs des Naturschutzes und der Umweltbildung. „Das Thema Umweltbildung gewinnt in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung. Das Haus der Natur leistet seit 20 Jahren kontinuierlich wichtige Bildungsarbeit bei und mit den Menschen vor Ort. Dabei ist die besonders charmante und zeitgemäße Vermittlung von Naturschutzthemen mit Humor, aber ohne erhobenen Zeigefinger zum weithin anerkannten Markenzeichen des Hauses geworden“, lobt Umweltministerin Thekla Walker das vielfältige Bildungsangebot des Hauses der Natur und das hohe Engagement der Verantwortlichen und Mitarbeitenden.

Landwirtschaftsminister Peter Hauk würdigt den Bezug zur Region: „Die starke Ausstrahlung der Arbeit der Institutionen im Haus der Natur am Feldberg auf die gesamte Region Südschwarzwald ist bemerkenswert. Der Naturpark Südschwarzwald gibt wichtige Impulse für die Regionalentwicklung auf Grundlage des Konzepts ‚Schützen durch Nützen‘“. So trage die fruchtbare Zusammenarbeit von Naturpark-Wirten, Erzeugergemeinschaften und Tourismus sowie den beteiligten Landwirtschafts- und Naturschutzverwaltungen dazu bei, dass die Offenhaltung der Landschaft durch Beweidung gelingen könne – auch am Feldberg, erläutert der Minister das Zusammenwirken der beteiligten Akteure.

Jubiläumsfeier wohl erst im Frühjahr

Zum Erfolg des Hauses der Natur tragen auch weitere Institutionen bei: Neben den unmittelbaren Nutzern – Naturpark und Naturschutzzentrum – sind auch Forst- und Naturschutzverwaltung beteiligt, die die Stellen von Feldberg-Ranger Achim Laber und Feldberg-Förster Jens Göttfert finanzieren. Der Deutsche Skiverband unterstützt mit seiner Stiftung „Sicherheit im Skisport“ die Umweltbildungsarbeit vor allem im Winter. Die Zusammenarbeit mit der Hochschwarzwald Tourismus Gesellschaft ermöglicht eine Doppelbesetzung der Infotheke im Haus der Natur an fast allen Öffnungstagen, und der Schwarzwaldverein engagiert sich finanziell im Haushalt des Naturschutzzentrums. Auch mit den Betrieben in der unmittelbaren Nachbarschaft pflegt das Haus der Natur einen partnerschaftlichen Umgang. Die Aufgabe der modellhaften Förderung eines konstruktiven Miteinanders von Naturschutz und Tourismus kann auf diese Weise am Feldberg mustergültig umgesetzt werden.

Ein großer Dank gilt den Sponsoren, die sowohl die Naturpark-Geschäftsstelle als auch das Naturschutzzentrum zum Teil bereits seit vielen Jahren immer wieder unterstützen,

Eine Jubiläumsfeier wird coronabedingt voraussichtlich erst im Frühjahr 2022 stattfinden.

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