Todtnau Glasbläserhof soll „Heimat“ werden

An Projekten, die für den Tourismus interessant sind, mangelt es derzeit nicht in der Bergwelt Todtnau: Neben der geplanten Hängebrücke und dem neukonzeptionierten Wasserfallportal gibt es auch Impulse für den ehemaligen Glasbläserhof in Aftersteg. Dort steht ein Neustart mit einem veränderten Konzept bevor: Das altehrwürdige Gebäude soll zur „Heimat“ werden.

Von Peter Schwendele

Todtnau-Aftersteg. Seit rund zwei Jahren steht das im Jahr 1817 erbaute Gebäude leer. Günter Eberhardt, der als Investor die Hängebrücke über den Todtnauer Wasserfällen realisieren will, hat das geschichtsträchtige Bauwerk erworben und ist seit dem Sommer dabei, den ehemaligen Glasbläserhof als ergänzendes touristisches Angebot wieder auf Vordermann zu bringen.

Projektplanerin Carolin Wetzel, die für den Investor das Vorhaben umsetzt, erläutert die dahinterstehende Neukonzeption: „Das Gebäude soll künftig den Namen ´Heimat` tragen, denn wir wollen Touristen und Einheimischen eine zweite Heimat bieten.“ Es handle sich um ein einfaches Wort, das jeden anspreche und positive Gefühle auslöse.

Auf die Glasbläserkunst, die ab 1987 in dem Haus gepflegt wurde, will man beim Neustart verzichten. Da es in diesem Segment einige Angebote in der näheren Umgebung gebe, seien andere Nutzungen sinnvoller, meint Wetzel. Das neue Konzept sieht vor, dass das Erdgeschoss weiter für den Gastronomiebetrieb dienen wird, während das Mittelgeschoss als Tagungsraum genutzt werden kann und zudem einen Infobereich für die Hängebrücke, die spätestens 2022 entstehen soll, erhält. Weiter sei Platz für noch nicht feststehende Nutzungen. „Wir könnten uns unter Umständen eine schönen Dorfladen vorstellen“, sagt Carolin Wetzel. Im Obergeschoss des Gebäudes soll ein Veranstaltungsbereich für bis zu 140 Personen entstehen.

Die Renovierung läuft derzeit auf vollen Touren, lässt Wetzel wissen. Wobei das doch recht dunkle Ambiente des Hauses dem neuen Besitzer nicht mehr zeitgemäß erscheint, weshalb daran gearbeitet wird, eine lichtere und freundlichere Atmosphäre zu schaffen. Zum Einsatz kommen hellere Farben und Materialien, die sich gestalterisch an der geplanten Hängebrücke orientieren. „Wir erhalten die alte Substanz, aber alles wird moderner und frischer“, so die Projektplanerin.

Mit der Fertigstellung des Umbauprojekts rechnet Carolin Wetzel im nächsten Frühjahr, wobei hier wie derzeit überall aufgrund der Corona-Pandemie ein kleines Fragezeichen gesetzt werden muss. Gleichwohl wird bereits jetzt nach einem Pächter für das Objekt gesucht. „Je früher wir jemanden finden, umso mehr kann sich der Betreffende konzeptionell in das Projekt einbringen“, sagt Wetzel.

Das Gebäude wurde 1817 erstellt und zunächst als Haltestelle der Postkutschenlinie von Todtnau nach Freiburg genutzt. Anschließend diente es unter dem Namen „Kupferkessel“ als Wirtshaus und Versammlungsstätte. Im Jahr 1898 wurde es zur Postagentur. Später nutzte man das Haus auch als Bürstenmacherei und Landwirtschaftsherberge. 1987 folgte dann die Umwandlung zu einem Glasbläserhof mit Restaurant.

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