Todtnau Hängebrücke als Erlebnisfaktor

Markgräfler Tagblatt
So könnte die geplante Hängebrücke über die Todtnauer Wasserfälle aussehen. Der Gemeinderat hat nun den Bauantrag befürwortet. Foto: zVg

Eine Attraktion für die gesamte Region soll die geplante Hängebrücke über die Todtnauer Wasserfälle werden. Der Gemeinderat Todtnau hat sich am Mittwoch umfassend mit dem Projekt beschäftigt und dabei wichtige Weichen gestellt: Unter anderem wurde ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor abgesegnet und der Bauantrag für das Vorhaben befürwortet.

Von Peter Schwendele

Todtnau. Die Stadtverwaltung hatte für die Sitzung ein üppiges Paket an verwaltungstechnischen und rechtlich notwendigen Vorgängen geschnürt, um das Projekt mit deren Abarbeitung mit Schwung nach vorne zu bringen. Bürgermeister Andreas Wießner erinnerte zu Beginn der Sitzung, in der auch Investor Günter Eberhardt anwesend war, daran, dass man seit rund dreieinhalb Jahren über das Vorhaben diskutiert. Obwohl in dieser Zeit auch einige kritische Stimmen laut geworden waren, erschien zu der wichtigen Sitzung am Mittwoch nur eine Handvoll Zuhörer.

Was ist geplant? Der Investor beabsichtigt die Errichtung und den Betrieb einer 445 Meter langen Hängebrücke über die Todtnauer Wasserfälle zwischen dem Stadtteil Todtnauberg und der Stadt Todtnau. Die ganzjährig begehbare Brücke soll eine besondere Attraktion darstellen und den touristischen Stellenwert der Bergwelt Todtnau anheben. Begehbar sein soll die Brücke täglich von 8 bis 21.30 Uhr.

Der westliche Zugang zu der Hängebrücke soll in Todtnauberg von der Kurhausstraße, am oberen Zugang zum Wasserfall, erfolgen, wo neben einem Gebäude mit Touristeninformation und sanitären Anlagen auch ausreichend Stellplätze auf dem bereits bestehenden Parkplatz entlang der Kreisstraße 6307 angelegt werden sollen (71 Pkw-Stellplätze, 20 Motorradstellplätze, mindestens 20 Fahrradabstellplätze). Am östlichen Brückenkopf soll die Hängebrücke an die bestehenden Wanderwege angebunden werden. Laut dem Verkehrskonzept für das Projekt werden rund 100 000 Besucher pro Jahr erwartet.

Klar befürwortet wird das Projekt von der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, die seit 2015 das operative Tourismusgeschäft der Stadt Todtnau führt. In einer Stellungnahme heißt es, die Hängebrücke passe in das Alleinstellungsmerkmal der Bergwelt Todtnau innerhalb der touristischen Nachbarorte, unterstütze die Inszenierung des Themas Wasser und stütze somit die Profilierung der Ferienregion. Das Vorhaben „wird die Wahrnehmung der Bergwelt Todtnau als Erholungsraum für aktive Genießer und als Erlebnis- und Bergnatur-Ferienregion stärken“, heißt es weiter. Prognostiziert wird, dass die Hängebrücke mehr Tagesgäste in die Bergwelt Todtnau bringe, denn sie biete einen „Erlebnisfaktor“, der heutzutage vom Gast gesucht werde.

Nach dem Ortschaftsrat Todtnauberg, der vor Kurzem das Vorhaben abgesegnet hatte, gab nun auch der Todtnauer Gemeinderat grünes Licht. Die anstehenden Entscheidungen wurden sämtlich mit jeweils einer Enthaltung nahezu einstimmig getroffen. Grundlage für das Vorhaben ist ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Stadt Todtnau und dem Vorhabenträger, der Eber­hardt Projektentwicklung Verwaltungs GmbH aus Hohentengen. Weiter wurde der Abschluss eins Erbbaurechts- und Dienstbarkeitsvertrags zwischen den beiden Parteien beschlossen. Daneben galt es, Detailfragen zu klären, etwa eine Vereinbarung mit dem Landkreis Lörrach im Hinblick auf den als Parkfläche eingeplanten Teilbereich der Kreisstraße.

Damit nicht genug, hatte der Gemeinderat den Bebauungsplan „Hängebrücke Todtnau“ zu beschließen und damit zusammenhängend eine Änderung des Flächennutzungsplans zu bearbeiten. Der wichtigste Punkt: Der Bauantrag für die Brücke wurde befürwortend ans Landratsamt Lörrach weitergeleitet, das nun abschließend über diesen zu urteilen hat. Der Investor rechnet mit der Fertigstellung der Hängebrücke frühestens im Herbst 2022.

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