Todtnau Kliniken sind finanziell am Limit

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Diskutierten die Situation von Fachkliniken nach Auslaufen der Corona-Ausgleichszahlungen (von links): Benjamin Nickelesen, Lukas Griesbaum, Diana Stöcker und Udo Wankelmuth Foto: zVg/Fachklinik Tannenhof

Todtnau-Todtnauberg. Diana Stöcker (CDU), direkt gewählte Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis Lörrach-Müllheim, plädierte bei einem runden Tisch in der Fachklinik Tannenhof in Todtnauberg dafür, die Corona-Ausgleichszahlungen für Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen zu verlängern. An dem runden Tisch teilgenommen haben unter anderem Lukas Griesbaum, Verwaltungsleiter der Fachklinik Tannenhof, Benjamin Nickelesen, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Arbeitskreises für Familienhilfe, und Udo Wankelmuth, Geschäftsführer der Fachklinik Caritas-Haus Feldberg.

Mit dem ersten Lockdown im März 2020 haben die Rehabilitationseinrichtungen Ausgleichszahlungen zur Existenzsicherung erhalten. Seit dem Sommer 2020 erhielten sie einen Corona-Hygienezuschlag von acht respektive sechs Euro je Behandlungstag, um die coronabedingten Mehrkosten abzudecken. Zudem standen Rehabilitationseinrichtungen als Akutkrankenhäuser und Kurzzeitpflege zur Verfügung. Alle Ausgleichsleistungen aufgrund der Corona-Pandemie sind zum 30. Juni ausgelaufen, schreibt Stöcker in einer Mitteilung.

Bundesregierung gefragt

„Ich stimme den Sorgen der betroffenen Klinikbetreiber zu: Entscheidet sich die Ampelregierung im Neuen Infektionsschutzgesetz gegen eine Verlängerung der Corona-Ausgleichszahlungen, dann sind es die Mütter, Väter und Pflegenden, die darunter leiden werden“, wird sie in der Mitteilung zitiert.

Benjamin Nickelesen sagt: „Die Nachfrage nach unseren Leistungen ist enorm. Die Zeit der Pandemie und ihre Auswirkungen haben bei den Kindern und ihren Eltern deutliche Spuren hinterlassen.“ Die Politik müsse nun Farbe bekennen und deutlich machen, ob sie die Leistungen für diese Familien erhalten will. Dann müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Einrichtungen auch in diesen Zeiten zu erhalten.

Udo Wankelmuth ergänzt: „Der Bedarf nach Mutter-Kind-Maßnahmen ist groß und eine Unterstützung von Familien. Die Kliniken sind aber gefährdet, ihren Auftrag zu erfüllen, wenn sie keine finanzielle Kompensation bekommen.“

„Wir sind ein gemeinnütziger Verein“, wird Lukas Griesbaum zitiert. Bei den aktuellen Pflegesätzen gebe es keine Möglichkeit, Rücklagen zu bilden. „Kostensteigerungen bei Energie und Lebensmitteln sind eine Herausforderung. Wenn es keine Lösungen für unsere Branche der Mutter-Vater-Kind-Kliniken gibt, sind Insolvenzen bei Klinikbetreibern die Folge.“

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