Todtnau Literarische Genüsse im Kurhaus erleben

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Zum 17. Mal werden auf dem Todtnauberg die Literaturtage veranstaltet. Foto: Archiv

Todtnau-Todtnauberg. Bereits zum 17. Mal heißt es bei den Literaturtagen Todtnauberg: „Lesen auf dem Berg“. Am kommenden Wochenende, vom 25. bis 27. November sind im Kurhaus Todtnauberg über drei Tage hinweg renommierte Schriftsteller aus dem In- und Ausland zu Gast. Bei Lesungen und Podiumsgesprächen stellen sie dem Publikum ihre neuesten Werke vor.

Moderiert werden die Lesungen von Gerwig Epkes, Autor, Literatur- und Feature-Redakteur beim SWR.

Bei den sieben Einzelveranstaltungen sind von Freitag bis Sonntag unter anderem die Hörbuchinterpretin Doris Wolters mit Pianist Andreas Erchinger, der langjährige Leiter des Hanser-Verlags Michael Krüger sowie die Autoren Marie Malcovati, Joachim B. Schmidt und Annika Büsing zu Gast, teilen die Veranstalter mit.

Im Blickpunkt stehen bei den Literaturtagen auch die Themen Heimat, Migration und gesellschaftspolitische Entwicklung – etwa bei der Lesung des irakisch-stämmigen Autors Usama Al Shahmani, der vor rund 20 Jahren vor dem Regime Saddam Husseins in die Schweiz flüchtete, sowie beim Autorengespräch zwischen Catalin Dorian Florescu und Katerina Poladjan am Samstagabend.

Das Programm

Am Freitagnachmittag, 25. November, 16.30 Uhr, eröffnen die preisgekrönte Hörbuchinterpretin Doris Wolters und Andreas Erchinger, Pianist und Komponist, die neue Reihe „Klassiker – Vergessene Literatur neu entdecken“. In ihrem Programm „Wohin ich immer reise, ich fahr nach Nirgendland“ laden die beiden dazu ein, das Werk der Dichterin Mascha Kaléko neu zu entdecken, die 1975 in Zürich starb.

Um 20.30 Uhr liest Michael Krüger aus seinem neuesten Buch: die Gesellschaftsbetrachtung „Was in den zwei Wochen nach der Rückkehr aus Paris geschah“. Krüger war von 1985 bis 2013 literarischer Leiter des Hanser-Verlags in München und anschließend unter anderem sechs Jahre lang Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Als vielfach preisgekrönter Autor verfasst er Lyrik, Erzählungen und Romane.

Am Samstag, 26. November, 11 Uhr, liest Marie Malcovati aus ihrem zweiten Roman „Als hätte jemals ein Vogel verlangt, dass man ihm ein Haus baut“. Malcovati, Autorin von Theaterstücken, Drehbüchern, Erzählungen und Romanen, beschreibt hier die Reise dreier Frauen an den Polarkreis. Dort haben sie alle mit demselben Mann „ein Hühnchen zu rupfen“.

Um 15.30 Uhr stellt Joachim B. Schmidt Wilhelm Tell, anders erzählt, vor. Der 1981 in Graubünden geborene Autor lebt seit 15 Jahren in Reykjavik. Mit „Kalmann“ hatte er vor zwei Jahren großen Erfolg. Mit „Tell“ präsentiert er nun eine neue spannende und berührende Geschichte über den legendären Schweizer Volkshelden – der bei Schmidt nicht mehr nur in einem gesellschaftlichen, sondern einem ganz persönlichen Freiheitskampf steckt.

Um 20.30 Uhr sprechen Katerina Poladjan und Catalin Dorian Florescu über Veränderungen und Hoffnung in ihren Heimatländern Russland und Rumänien.

Florescu entkam 1982 als 15-Jähriger der damaligen kommunistischen Diktatur in Rumänien; seitdem lebt er in Zürich. Sein aktueller Roman „Der Feuerturm“ handelt vom wechselvollen Leben einer Bukarester Familie vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Hoffnung auf Freiheit und Glück 1989.

Katerina Poladjan emigrierte mit ihrer Familie in den 1970er-Jahren aus Russland nach West-Berlin. Ihr Roman „Zukunftsmusik“ war in diesem Jahr für den Leipziger Buchpreis nominiert. Er vereint die Hoffnungen und Schicksale von vier Frauen-Generationen in einer Mehrfamilienwohnung östlich von Moskau.

Am Sonntag, 27. November, 11 Uhr, liest Annika Büsing aus ihrem Debütroman „Nordstadt“. Die darin erzählten Lebensgeschichten zweier 25-Jähriger brachten ihr den Literaturpreis Ruhr sowie eine Nominierung für den Debütpreis des Hamburger Harbour Front Literaturfestivals ein.

Am Sonntagnachmittag, 15 Uhr, beschließt Usama Al Shahmani mit seinem dritten Roman „Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt“, die 17. Literaturtage Todtnauberg. 1971 in Bagdad geboren, erlebte er Diktatur und Krieg; 2002 gelang ihm die Flucht in die Schweiz.

Einen Überblick mit weiteren Informationen zu allen Programmpunkten gibt es unter www.hochschwarzwald.de/literaturtage. Tickets für die einzelne Veranstaltungen sind in allen Tourist-Informationen der Hochschwarzwald Tourismus GmbH, unter www.reservix.de oder unter Tel. 07652/120630 erhältlich. Den Lesepass, der für alle Veranstaltungen der Literaturtage gilt, gibt es bei der Tourist-Information Bergwelt Todtnau oder per E-Mail an todtnau@hochschwarzwald.de.

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