Todtnau Nutzung einzig auf Hotel festgelegt

Fredi Boch argumentierte für das Hotelprojekt. Foto: Ulrike Jäger

Todtnau-Todtnauberg - Der Kampf um die Stimmen für den Bürgerentscheid am 26. Mai für oder gegen das Hotelprojekt auf dem Radschert kommt immer mehr in Gang. Die Initiative „Pro Naturresort“ hatte am Montag ins Todtnauberger Kurhaus eingeladen, um ihre Argumente aufzuzeigen.

Während die Gegner, die sich in einer Bürgerinitiative (BI) zusammengeschlossen haben, mit „Ja heißt Nein“ werben, um die erklärungsbedürftige Fragestellung in die entsprechende Richtung zu lenken, heißt es bei den Befürwortern „Mit Ihrem Nein für den ersten Stein“.

In der von etwa 70 Menschen besuchten Veranstaltung saßen unter anderem Gemeinde- und Ortschaftsräte, Gewerbetreibende, Mitglieder der Bürgerinitiative und interessierte Bürger, um sich die Argumente von Fredi Boch von der Initiative „Pro-Naturresort“ anzuhören.

13 Alternativstandorte

Todtnaus Bürgermeister Andreas Wießner blickte kurz zurück auf die Anfänge des Vorhabens. Landschaftsplaner Georg Kunz war eingeladen, um Details zu Bebauungsplan und Nutzungsplan sowie FFH-Gebiet zu erläutern. Er zeigte die 13 Alternativstandorte auf einer Karte auf, die alle geprüft wurden, aber nicht durchsetzbar waren, weil der Grunderwerb nicht möglich war; einzig das Gelände am Radschert befindet sich in städtischer Hand. Auch die verschiedenen Konzeptstudien wurden nochmals aufgezeigt. Kunz erwähnte, dass die Höhe des höchsten Gebäudes bereits zurückgenommen wurde. Die Nutzungsfestlegung im Bebauungsplan auf „Hotel“ lasse keine Umnutzung zu Ferienwohnungen zu. Sollte der Bebauungsplan abgelehnt werden, dürften auch die Tannenhof-Klinik und die Jugendherberge keine weiteren Änderungen vornehmen. Die Aussage der BI, dass ein privatwirtschaftliches Bauvorhaben im FFH-Gebiet unzulässig sei, sei falsch. Ausgleichsmaßnahmen würden im Bannwald vorgenommen. Die Erschließungskosten der Radschertstraße, die bei rund 1,5 Millionen Euro liegen werden, würden sich bei einer Beteiligung des Hotels für Klinik und Jugendherberge deutlich verringern.

Positive Auswirkungen?

Fredi Boch sieht im Hotelprojekt einen positiven Effekt nicht nur für die rückläufigen Übernachtungszahlen. Auch Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomie würden von steigender Kundenzahl profitieren, die Infrastruktur würde verbessert. Er berichtete von Gesprächen mit Unternehmern aus der Region, die sich für den Bau aussprachen, weil es bereits jetzt schwer sei, Arbeitnehmer zu finden, bei sinkender Attraktivität der Orte. Es würden Arbeitsplätze geschaffen durch das Hotelprojekt, auch das Handwerk profitiere durch den Bau. Die Mitglieder des Gewerbevereins „Treffpunkt Todtnau“ seien ebenfalls überzeugt von den positiven Auswirkungen. Das Hotelprojekt würde über Einzelinvestitionen finanziert, es handele sich hier jedoch nicht um eine Wohnungseigentümergesellschaft, wie von der BI behauptet. Auch er betonte, dass die Nutzung einzig auf Hotel festgelegt sei. Der Investor wolle den Bodenrichtwert für das Baufenster bezahlen, informierte er. Er bedauerte, dass alle Versuche, mit der Bürgerinitiative gegen das Hotel ins Gespräch zu kommen, bisher gescheitert seien und appellierte an die anwesenden Mitglieder der BI, sich für eine gemeinsame Informationsveranstaltung zusammenzusetzen.

Peter Volk fragte, ob das Hotel nicht mit einer geringeren Bettenzahl gebaut werden könnte. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sei die geplante Zahl jedoch nötig, erklärte Fredi Boch, selbst Hotelbesitzer. Hildegard Pazen-Boschert äußerte ihre Angst, dass das Projekt scheitert und dann ein leer stehender Gebäudekomplex auf dem Radschert steht. Sie hätte gerne eine Garantie, dass es klappt. Axel Böhm, Pächter der Almwirtschaft „Präger Böden“ betonte, es sei müßig über Dinge zu diskutieren, die vielleicht in Zukunft passieren oder nicht passieren könnten. Als Unternehmer denke man positiv in die Zukunft, sonst stagniere alles.

Im Anschluss an die Ausführungen von Georg Kunz entspannte sich eine Diskussion über falsche Behauptungen im „Gewinnspiel“ auf der Website der BI. Kunz forderte eine öffentliche Richtigstellung der Zahlen (Kosten Umweltgutachten). Uwe Allgaier, Administrator der Seite, und Pressesprecherin Silvia Laaß erklärten, diese sei bereits erfolgt.

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